Siegmund Erlebacher
*15.5.1910 in Goldbach, Aschaffenburg; ✡17.2.1965 in Middlesex
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Gustav Daniel Erlebacher *2.1.1878 in Diedelsheim; ✡ 25.11.1941 in Kaunas
Heirat der Eltern 28.2.1909 in Lehrberg, Bayern
Mutter Getta Rika Wild *23.11.1877 in Wallerstein; ✡ 15.2.1936 in Mönchsroth, Ansbach
Geschwister
Klara Erlebacher *30.3.1911 in Goldbach; ✡2.4.2001 in Israel; oo Walter Hanau
Hermann Erlebacher *30.3.1913 in Goldbach; ✡ nach dem 12.2.1940 in Polen; ooPaula Schüftan *17.10.1903 in Breslau
Arthur Erlebacher *24.9.1914 in Goldbach; ✡17.8.1998 in Israel
Alfred Erlebacher *9.2.1918 in Goldbach
Beruf Gärtnerpraktikant
Adressen Goldbach; Augsburg; England
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg

1907- 1920 Vater Gustav Religionslehrer, Vorbeter und Schächter in Goldbach
10.5.1937 Ankunft von Bruder Arthur auf der SS JERUSALEM mit Arbeiterzertifikat C/L in Haifa
Heilbronn
Siegmund Erlebacher zur Hachschara nach Heilbronn
Hachschara im Beth Chaluz Augsburg
Siegmund Erlebacher zur Hachschara als Gärtnerpraktikant nach Augsburg, Beth Chaluz in der Armenhausgasse B 121 a (21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung
Novemberpogrom

10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom; Siegmund Erlebacher mit insgesamt 28 über 18- Jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau; Häftlingsnummer 21223

8.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen
5.4.1939 die fünf Chaluzim Hans Bandmann, Fritz Laufer, Heinrich Kampf, Albert Neuner und Hans Wessely aus dem Beit Chaluz Augsburg zur Hachschara ins Werkdorp Nieuwe Sluis
Anfang 1939 Siegmund Erlebacher mit einer größeren Gruppe der am 8.12.1938 aus Dachau Entlassenen nach London
3.8.1936 Schwester Klara mit Mann Walter und Sohn Josef (*24.12.1935 Berlin) nach Palästina
1939 Bruder Hermann als Lehrer ins Hachscharalager der Jüdischen Jugendhilfe Schniebinchen bei Sorau
17.5.1939 mit Ehefrau und Sohn Denny in Schniebinchen bei Minderheiten-Volkszählung
1939 waren 109 Chaluzim und Personal im Lager; Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Im Durchschnitt waren 60 % der Teilnehmer Jungen. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit, Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
12.2.1940 Bruder Hermann mit Ehefrau Paula und Sohn Denny ab Stettin deportiert ins Ghetto Piaski
20.11.1941 Vater Gustav aus dem Altenheim in München, Klenzestraße 4 nach Kaunas
25.11.1941 Massenerschießung von 5 Kaunas-Transporten im Fort IX
Gedenken
Quellen
Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Israel Einwanderungslisten
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT400213-7.jpg
https://www.alemannia-judaica.de/images/Images%20136/FS-ERLEBACHER-GUSTAV.pdf
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de860108
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de860109
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de860107
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316