Bandel Bernhard

Bernhard Bandel

*1.2.1919 in Delmenhorst; ✡ 1954 in Tel Aviv

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

Vater Aron Hirsch Zwi Bandel *8.6.1873 in Lisko; ✡20.5.1938 in Altona

Mutter Perla Perel Langsam *9.7.1876 in Sanok; ✡nach Oktober 1938 in Polen

Geschwister

Selig Ascher Bandel *20.10.1898 in Sanok; ✡ 28.11.1961 in Haifa; Czarna/Cilly Schanz

Josef Bandel *8.5.1901 in Emmendingen; ✡ 4.4.1963 in London; oo Regina Brand (1902-1940)

Paula Pessel Bandel *14.1.1903 in Sanok; ✡ 31.7.1943 Auschwitz; oo Leopold Schön

Abraham Chaim Bandel *21.12.1904; ✡ 11.6.1987 in Passaic Clifton City

Benjamin Bandel *7.3.1908 in Sanok; ✡19.4.1943 Belgien

Mordechai Bandel *7.9.1909; ✡ 1930 in Hamburg

Berta Bandel *27.9.1911 in Delmenhorst; ✡31.7.1944 in Auschwitz; oo1938 Albert Simons

Hochzeitsfoto 1938

Hochzeit von Berta Bandel und Albert Simons 1938; 4 Brüder, Mordechai verstorben, Selig Bandel in Palästina; zwei Schwestern
Vorn Ruth Bandel, ?; Sitzend v.l Aron Bandel, Berta und Albert Simons, Perel Bandel
Stehend v.l. Bernhard, Josef Bandel mit Frau Regina, Benjamin mittig; ?, Abraham?, Pessel und Leopold Schön

Beruf Landarbeiter

Adressen Delmenhorst, Koppelstraße 4; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat Frühjahr 1944 in Bromsgrove, Worcestershire mit Ruth Kozminski *1919 in Hildesheim

Kinder vier

Weiterer Lebensweg

1910 Zuzug der Familie nach Delmenhorst; Vater zunächst Hausierer, dann Produktenhändler

Bruder Josef war Kantor und Lehrer in Gelsenkirchen und Emmendingen;

Ostern 1925 Einschulung in die Jüdische Volksschule Delmenhorst

Jüdische Schule in Delmenhorst 1929; Bernhard Bandel 3. v.re (?); Benjamin Bandel mittig(?)

1930 Tod des Bruders Mordechai in Hamburg bei einem Verkehrsunfall

1933 Berta Bandel  in Blankenese

8.4.1936 Bruder Selig mit Frau Cilly und Tochter Margot (1936) aus Delmenhorst nach Haifa mit einem Arbeiterzertifikat der Kategorie C/LS

Polenaktion

28.10.1938 Mutter verhaftet und abgeschoben nach Zbaszyn

28.10.1938 Bruder Abraham in Altona verhaftet und abgeschoben nach Zbaszyn

Flucht nach Belgien

1938 Schwester Paula und Leopold Schön nach Belgien

1938 Schwester Berta und Albert Simons nach Belgien

1938 Bruder Benjamin nach Belgien; von der Gestapo/SD in Belgien festgenommen

Novemberpogrom

10.11.1938 Bruder Josef verhaftet in Emmendingen

11.11.1938 eingewiesen in das KL Dachau, Häftlingsnummer 21861

28.12.1938 Entlassung des Bruders Josef aus dem KL Dachau

Gut Winkel

Eintritt Bernhard Bandel in den Makkabi Hazair

1.7.1937 Bernhard Bandel zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben.

30.6.1938 Bernhard Bandel auf der Praktikanten-Liste von Gut Winkel

Im Novemberpogrom 1938 wurde Gut Winkel nicht überfallen.

März 1939 Bernhard Bandel abgemeldet nach Delmenhorst

März 1939 Emigration von Bernhard Bandel nach England

17.8.1939 Bruder Josef nach England

29.9.1939 Bernhard Bandel mit 28 weiteren Chaluzim zur Hachschara auf der Court Perrott Farm Hostel, Llandegveth, Pontypool, Monmouthshire, Wales

Mechelen, Kazerne Dossin

Überfall auf den XX. Deportationszug nach Auschwitz

19.4.1943 Benjamin Bandel mit dem XX. Deportationszug von Mechelen nach Auschwitz; der Zug wird auf freier Strecke von den drei Widerstandskämpfern Joura Livschitz, Robert Maistriau und Jean Franklemon gestoppt. Ein Güterwaggon wird aufgebrochen; manche sprangen sofort aus dem Waggon, andere riefen, niemand solle fliehen, das sei sehr gefährlich. 17 Gefangene entkommen, bis das Begleitkommando das Feuer eröffnete und der Zug wieder anfuhr.

Vor Erreichen der deutsche Grenze konnten weitere 216 Insassen ihre Waggons aufbrechen und fliehen. Von diesen werden 86 wieder festgenommen und deportiert, 26 erschossen und 117 überleben. Auch Benjamin Bandel wagt die Flucht, wird aber gefasst und erschlagen.

Die drei Widerstandskämpfer werden nach Verrat verhaftet. Youra Livschitz wird am 2. Juni 1943 zum Tode verurteilt und erschossen. Robert Maistriau und Jean Franklemon überleben Folter und KZ-Haft

XXI. Deportationszug nach Auschwitz

31.7.1943 Schwester Paula Pessel mit Leopold Schön und beiden Kindern auf dem XXI. Transport von Mechelen nach Auschwitz

XXIV. Deportationszug nach Auschwitz

4.-7.4.1944 Schwester Bertha mit Albert Simons und Friedel auf dem XXI. Transport von Mechelen nach Auschwitz

Nachkriegszeit

24. Mai 1946 Alija von Bernhard, Ruth und Sohn Zwi Bandel auf der SS ANDRE LEBON nach Palästina

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de

https://victims.auschwitz.org/victims

Danuta Czech, Auschwitz Chronicle 1949-1945, Henry Holt and Company, Inc., New York 1990

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

Fotos Yad Vashem und Beeldbank Kazerne Dossin, Belgisches Staatsarchiv, Brüssel

https://beeldbank.kazernedossin.eu/portal

https://juedisches-leben-in-emmendingen.de/personen/54

Enno Meyer, Geschichte der Delmenhorster Juden 1695-1945

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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