Walter Koch/Uri Kochba
*8.2.1910 in Lissa; ✡ 23.11.2001
Religion jüdisch
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Josef Koch
Mutter Czilla Marta Dzialoszinsky 1882; ✡ 1965
Geschwister
Siegbert Koch/ Shimon Avidan *7.12.1911 in Lissa 11.9.1994 in Ein Ha‘Shofez, Gründer und Kommandeur der Givati-Brigade im Unabhängigkeitskrieg sowie Sicherheitskoordinator des Kibbuz HaArtzi
Hanna Koch *1908; 2014; oo Naftali Josef Ilser
Beruf Student; Lehrer; Künstler
Adressen Lissa; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat 31.3.1946 in Rechovot Adina Sophie van Coevorden *23.5.1917 in Coevorden; ✡ 22.12.2008
Adina war zuvor Ehefrau von Joachim Schuschu Simon *12.11.1919 in Berlin; ✡27.1.1943 Breda Suizid im Gefängnis
Schwager Juda Schimon/Louis van Coevorden *3.4.1919; ✡8.3.2001 in Israel; Manager der Fluggesellschaft El Al und Einsatzleiter bei der Entführung von Adolf Eichmann
Kinder
Yachin Kochba, Flugkapitän bei El Al und angesehener Künstler;
Yosef Kochbaein hochrangiger High-Tech-Manager;
Adoptivsohn Ephraim van Coevorden, Holocaustwaise, Sohn von Adinas Bruder Fritz und dessen Frau Marta van Kleef
Weiterer Lebensweg
1919/20 Umzug der Familie von Lissa nach Glogau
Architekturstudium in Stuttgart; Mitglied in der zionistischer Jugendgruppe „Blau-Weiss“
Alija
1934 mit beiden Geschwistern nach Palästina; Eintritt in den Kibbuz Na’an
1938 als Schaliach des Kibbuz nach Holland; Eintritt in das Werkdorp als Madrich
Werkdorp Nieuwe Sluis
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ war die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.
Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs
Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.
1938 Walter Uri Koch als Schaliach ins Werkdorp

Kamp Schoorl
10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande.

25.6.1940 Die drei Schlichim (Plural von Schaliach) im Werkdorp aus Palästina mit ihrem Britischen Pässen werden als „feindliche Ausländer“ verhaftet: Walter Uri Koch, Mosche Katznelson, Zwi Kuttner und ins Kamp Schoorl gebracht
TOST Lager in Polen

September 1941 Walter Uri Koch, Mosche Katznelson, Zwi Kuttner werden aus dem Kamp Schoorl nach Tost, Polen verlegt in das Internierungslager für britische Zivilisten ILAG VII-D (Die römischen Ziffern beziehen sich auf die verwaltenden Wehrkreise/Wehrmachtsbezirke)

Vorn links Moshe Katznelson; Mitte 4., 5., und 6. Von links Zwi Kuttner, Abraham Katznelson und Walter Koch
Winter 1943 Walter Koch kommt in das Lager Kreutzburg in Polen Ilag VII-Z später Ilag VIII-Z, es bestand bis November 1943.

Spätherbst 1943 Verlegung der Zivilgefangenen mit britischem Pass in das Ilag Giromagny, Frankreich, es bestand als Wehrmachtslager für über 900 Gefangene von November 1943 bis März 1944; ab 16. März umstrukturiert zum STALAG 315
Januar 1945 Verlegung in das Lager Spittal Ilag XVIII, eröffnet am 19. Mai 1944
Walter Koch Mosche Katznelson und Kuttner bleiben bis zum Ende des Krieges in Kriegsgefangenschaft.
Das Lager Spittal wurde Anfang Mai 1945 durch britische Truppen befreit.
9.5.1945 offizielle Übergabe des Lager Spittal an die Britische Militärverwaltung durch den deutschen Wehrmachtskommandanten
Nachkriegszeit

16.7.1945 Ankunft von Walter Koch, Moshe und Abraham Katznelson (*1904) Zwi Kutner in Haifa/Athlit

31.3.1946 Heirat in Rechovot mit Adina Sophie van Coevorden
1957 nach Westdeutschland (BRD), um jüdische Jugendliche zu betreuen
Rückkehr in den Kibbuz Na’an
1976 aktiv am „Seminar Afal“ des Vereinigten Kibbuz

Leiter des Archivs „Yad Tabenkin“
Gedenken
Quellen
https://he.wikipedia.org/wiki/%D7%90%D7%95%D7%A8%D7%99_%D7%9B%D7%95%D7%9B%D7%91%D7%90
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316