Kutner Zwi

Zwi Kutner

*25.10.1911 in Trzebionka bei Kattowitz ✡ 18.5.1948 in Degania, Jordantal

Religion jüdisch

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater unbekannt

Mutter unbekannt

Geschwister ?

Beruf Landarbeiter; Schaliach, Hebräischlehrer

Adressen ; Amsterdam; Werkdorp Barsingerhorn, Wieringermeer

Heirat ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

GORDONIA

Zwi Kutner Aktivist der zionistischen GORDONIA im Industrierevier „Zaglebie“ um Kattowitz in Polen; er ist Mitglied der Regionalleitung aller GORDONIA-Gruppen des Industriegebiets mit Sitz in Bedzin.

November 1932 Konferenz in Sosnowiec aller Hachschara-Zentren der GORDONIA mit Delegierten der Zentren aus Sosnowiec, Wiślica, Działoszyce, Lipo, Pabianice, Zagnańsk, Sieradz; führende Vertreter der Hechaluz-Zentren waren Dr. Jiszajahu Szapiro, Josef Likwer, Chaim Goldfarb, Jona Goldberg-Yigol and Gerszon Ostrowski (alle später in Israel). Als Diskussionsteilnehmer werden erwähnt (alle später in Degania B): Nachum Kelerman, Israel Introligator, Sonia, Abram Bajtner, Icchak Londner, Cwi Kutner, Jonatan Wajsbord (beide aus Będzin.

Am Folgetag große Mitgliederversammlung für das Industrierevier in Bedzin, welche mit einer Parade hunderter GORDONIA-Mitglieder eingeleitet wird.

Alija

Bereits 1930 reisen die ersten GORDONIA-Chaluzim nach Palästina, bevorzugt in die Zwillingskibbuzim Degania A und B.

 Der Zeitpunkt von Zwi Kutners Alija in den Kibbuz Degania B ist nicht bekannt.

1939 wird er als Schaliach des Kibbuz Degania B ins Werkdorp geschickt.

Werkdorp Nieuwe Sluis

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ war die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

25.2.1939 Zwi Kutner als Schaliach des Kibbuz Degania Bet in das Jüdische Werkdorf

Im Werkdorf arbeitet er als Hebräischlehrer.

v.l. Zwi Kutner, Fritz „Tango“ Littmann; Helene Katznelson-Hirsch; Paula Kaufmann, Moshe Emo Katznelson, Ausflug nach Schoorl 1939

Kamp Schoorl

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande.

25.6.1940 Die drei Schlichim (Plural von Schaliach) im Werkdorp aus Palästina mit ihrem Britischen Pässen werden als „feindliche Ausländer“ verhaftet: Zwi Kutner, Walter Uri Koch, Mosche Katznelson und ins Kamp Schoorl gebracht

25.6.1940 Die drei Schlichim (Plural von Schaliach) im Werkdorp aus Palästina mit ihrem Britischen Pässen werden als „feindliche Ausländer“ verhaftet: Walter Uri Koch, Mosche Katznelson, Zwi Kuttner und ins Kamp Schoorl gebracht

TOST Lager in Polen

September 1941 Walter Uri Koch, Mosche Katznelson, Zwi Kuttner werden aus dem Kamp Schoorl nach Tost, Polen verlegt in das Internierungslager für britische Zivilisten ILAG VII-D (Die römischen Ziffern beziehen sich auf die verwaltenden Wehrkreise/Wehrmachtsbezirke)

Jüdische zivile allierte Gefangene im Lager Tost, Polen
Vorn links Moshe Katznelson; Mitte 4., 5., und 6. Von links Zwi Kutner, Abraham Katznelson und Walter Koch

Winter 1943 Walter Koch kommt in das Lager Kreutzburg in Polen Ilag VII-Z später Ilag VIII-Z, es bestand bis November 1943.

Spätherbst 1943 Verlegung der Zivilgefangenen mit britischem Pass in das Ilag Giromagny, Frankreich, es bestand als Wehrmachtslager für über 900 Gefangene von November 1943 bis März 1944; ab 16. März umstrukturiert zum STALAG 315

Januar 1945 Verlegung in das Lager Spittal Ilag XVIII, eröffnet am 19. Mai 1944

Walter Koch, Mosche Katznelson und Zwi Kutner bleiben bis zum Ende des Krieges in Kriegsgefangenschaft.

Das Lager Spittal wurde Anfang Mai 1945 durch britische Truppen befreit.

9.5.1945 offizielle Übergabe des Lager Spittal an die Britische Militärverwaltung durch den deutschen Wehrmachtskommandanten

Nachkriegszeit

16.7.1945 Ankunft von Zwi Kutner, Walter Koch, Moshe und Abraham Katznelson (*1904) in Haifa/Athlit

18.5.1948 Zwi Kutner kriegsgefallen bei schweren Verteidigungskämpfen im Jordantal gegen die syrischen Truppen um die Zwillingskibbuzim Degania.

Quellen

https://www.jewishgen.org/yizkor/bedzin/bed285.html

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938

https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://yvng.yadvashem.org/ad

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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