Katznelson Moshe

Moshe Katznelson

*7.1.1909 Babruisk Belarus; ✡23.7.1957 Petach Tikwa

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Jitzchak Katznelson *1875 in Babruisk; ✡ 10.10.1941 in Petach Tikwa

Mutter Feigel Zipora Lubetzki *5.7.1883 in Minsk; ✡ 28.7.1954 in Petach Tikwa

Geschwister sechs

Bat Ami, Ronja Breina, Rebecca, Sarah, Aharon, Jakob Katznelson

Beruf Schaliach

Adressen Babruik; Minsk; Petach Tikwa

Heirat 6.8.1936 in Ramat Gan von Moshe Katznelson mit Helene Leni Hirsch *27.7.1912 in Berlin; ✡ 4.12.2011 Ramat Hasharon Israel

Kinder

Joram und „Emo“

Joram Katznelson *28.8.1938 in Amsterdam; 12.5.1986 in Tel Hashomer

Weiterer Lebensweg

1923 und 1924 Einreise der Familie Katznelson nach Palästina

Gut Winkel

1933/34 Helene Hirsch zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

Alija

30.4.1934 Ankunft von Leni Hirsch in Tel Aviv mit einem Studentenzertifikat der Kategorie B(III) mit einer Gruppe der Jugendalija

8.6.1936 Ankunft von Moshe Katznelson auf der SS GALILEA von Triest in Haifa

6.8.1936 Heirat von Moshe Katznelson mit Leni Hirsch in Ramat Gan

1936 Moshe Katznelson als Schaljach des Kibbuz in die Niederland geschickt, mit dem Auftrag Chaluzim anzuwerben

Werkdorp Nieuwe Sluis

16.10.1936 Leni und Moshe Katznelson angemeldet in Barsingerhorn; Moshe Katznelson wird angestellt als Direktor, Helene als Sekretärin des Werkdorps

Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ war die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)

Im März 1934 kommt eine kleine Gruppe von Volontären als Aufbaugruppe in die verlassenen Baracken auf der Farm. Dreieinhalb Jahre lang dienten diese als Unterkunft für die Gruppe der Bauarbeiter. Ende 1934 stehen vier Baracken und eine Kantine dicht beieinander rund um das Haukes-Haus.

Oktober 1934 Aufnahme des regulären Ausbildungsbetriebs

Im Zentrum des Werkdorfs wird ein Gemeinschaftshaus errichtet, die Baracken werden in einem Halbkreis herumgebaut.

7. Januar 1937 Zeitungsbericht Jüdische Rundschau

Schoorl 1939

v.l. Zwi Kutner, Fritz „Tango“ Littmann; Helene Katznelson-Hirsch; Paula Kaufmann, Moshe Emo Katznelson, Ausflug nach Schoorl 1939

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande.

Die Schlichim (Plural von Schaliach) aus Palästina mit ihrem Britischen Pässen wurden als „feindliche Ausländer“ verhaftet (Walter Uri Koch, Mosche Katznelson, Zwi Kuttner) und ins Kamp Schoorl gebracht

Mosche Katznelson bleibt bis zum Ende des Krieges wegen seines britischen Passes für 5 Jahre im Kriegsgefangenenlagern.

Abel Herzberg wird sein Nachfolger als Direktor des Werkdorp

23.9.1940 Heirat von Lothar Leyser mit der hochschwangeren Gitta Rechnitz in Wieringen; Trauzeugen: Abel Herzberg, Direktor des Werkdorp und Helene Hirsch-Katznelson

Auflösung des Werkdorp

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD der SS; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform und Barbie in Zivil.

Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam; Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam

Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Unterbringung der 210 Werkdorper zunächst in Asschers Diamantschleiferei im Amsterdamer „Pijp“

27.3.1941 Unterbringung der Werkdorper in Gastfamilien oder bei Verwandten;

11.6.1941 Offizielle Abmeldung der 210 Werkdorper aus der Gemeinde Wieringermeer

27.7.1941 Leni Katznelson mit Sohn Joram nach Amsterdam

1.8.1941 endgültige Schließung des Werkdorpes

Kamp Schoorl

10.5.1940 Einmarsch der Wehrmacht in die neutralen Niederlande.

Zeichnung von Schaliach Walter Uri Koch

Die drei Schlichim (Plural von Schaliach) im Werkdorp aus Palästina mit ihrem Britischen Pässen werden als „feindliche Ausländer“ verhaftet: Walter Uri Koch (*1910, Lissa), Mosche Katznelson, Zwi Kutner und ins Kamp Schoorl gebracht

TOST Lager in Polen

Mosche Katznelson, Walter Uri Koch, Zwi Kutner werden aus dem Kamp Schoorl nach Tost, Polen verlegt in das Internierungslager für britische Zivilisten (ILAG VII-D)

Jüdische zivile allierte Gefangene im Lager Tost, Polen
Vorn links Moshe Katznelson; Mitte 4., 5., und 6. Von links Zwi Kutner, Abraham Katznelson und Walter Koch

Ende 1943 Verlegung der Zivilisten mit britischem Pass aus Tost (Toscek) nach Frankreich

Mosche Katznelson, Koch und Kuttner bleiben bis zur Befreiung in Kriegsgefangenschaft.

Nachkriegszeit

17.11.1942 Ankunft von Helene mit Joram Katznelson zusammen mit Moritz Hirsch in Haifa

16.7.1945 Ankunft von Walter Koch, Moshe und Abraham Katznelson (*1904) in Haifa/Athlit

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130317359

https://infocenters.co.il/gfh

www.werkdorpwieringermeer.nl/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html#B

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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