Ino Regenstreif
*24.1.1920 Kolomea; ✡ 31.10.1994 Kopenhagen
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Oskar Osias Regenstreif *30.5.1887 in Kolomea; ✡ ? in Polen
Mutter Regina Glaser *22.7.1895 in Kolomea; ✡ ? in Polen
Onkel Max Regenstreif *9.8.1889 in Kolomea; Ahlen; ✡ ? in Polen
Geschwister
Julia Regenstreif *27.5.1922 Kolomea; ✡ ? in Polen
Karl Regenstreif *11.2.1928 in Castrop-Rauxel; ✡ ? in Polen
Herbert Regenstreif *15.1.1931 in Gelsenkirchen
Beruf Landarbeiter
Adressen Kolomea; Castrop; Gelsenkirchen; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat 11.12.1948 Kate Johanne Drejer *25.12.1920 in Borre, Borre Sogn, Præstø Amt; ✡24.1.2021 Kopenhagen
Kind
Per Regenstreif; oo Thomsen
Weiterer Lebensweg
Zuzug der Familie nach Castrop zwischen 1922 und 1928
Die Familie war zeitweilig in Castrop-Rauxel gemeldet. Bruder Karl wurde dort am 11.2.1928 geboren.
Umzug der Familie nach Gelsenkirchen Buer vor 1928
Polenaktion – Novemberpogrom1938
28.10.1938 eine Zwangsausweisung der Familie aus Gelsenkirchen nach Zbaszyn kann nicht erfolgen, da sie als Staatenlose keine polnische Staatsbürgerschaft hatten. Die Familie ist emigriert nach dem Novemberpogrom1938 nach Kolomea emigriert.
Noch im Mai 1941 erhält Ino Regenstreif als letztes Lebenszeichen ein Geburtstag-Telegramm seiner Schwester, dass sie im Januar 1941 in Tallin aufgegeben hatte.
1941/42 Errichtung des Ghetto Kolomea
Frühjahr 1942 Systematische Auflösung des Ghetto, Ermordung der Bewohner im KL Belzec
Gut Winkel
2.6.1935 Ino Regenstreif zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

30.9.1936 Ino Regenstreif auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;
Dänemark
1938/9 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
Centrum Roskilde
1938 Ino Regenstreif zur Einzelhachschara mit dem Hechaluz nach Dänemark in das Centrum Roskilde; hier waren in den Jahren 1937-1940 mehr als 40 Chawerim aktiv, u.a Jenny Weissgerber, Rudolf Sinnreich, Ilse und Hugo Singer, Eva Lederer, Porath Feuerstein, Ferdinand Ehrenberg, Bernhard Lieser, Max Daniel Igre, Rudi Laufer, Hermann Bauer, Edgar Ziegler und Ino Regenstreif.
Ab 1940 arbeitet er auf einem Bauernhof in Tåstrup

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

5.11.1940 Ino Regenstreif in Stampesgade, Kopenhagen beim dänischen Census
Ausnahmezustand in Dänemark 1943
29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen
17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark
September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark
„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.
28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.
Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.
Nachkriegszeit
Ino Regenstreif kehrt nach Kopenhagen zurück
11.12.1948 Heirat mit Kate Johanne Drejer
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de947776
https://slaegtsbibliotek.dk/2024/946173.pdf
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316