Karl Sigler
*13.7.1917 in Chemnitz; ✡ ?
Staatsangehörigkeit Grieche
Religion jüdisch
Vater Janko Mendel Sigler *1853; ✡ 1925;
Mutter Rahel Rusla Schönfeld *26.10.1872 in Jassy; ✡ ?
Halbgeschwister aus der ersten Ehe des Vaters mit Leah Horn (1853-1905)
Hermann Sigler *1878; oo Rose Hirsch
Max Sigler *1883; oo Helene Cohnen
Leon Bernard Sigler *17.6.1881 in Buhusi; oo Clara Cohnen; Vater von Fritz Sigler
Salo Sigler *23.12.1884 in Piatra; oo Lea geb Friedstein (1889 in Wirballen)
Arthur Aron Sigler *28.2.1886 in Piatra; Hedwig Lederer
Emil Sigler *1895-1923
Geschwister
Willy Sigler *4.6.1907; 1980 in Leicester; oo Fanny Goldstein (1911-2001)
Ewald Sigler *15.6.1909 in Chemnitz; ✡18.6.1909 in Chemnitz
Nichten/Neffen in Chemnitz
Fritz Sigler *3.9.1916 in Chemnitz; ✡ 1996

Eva Serline Sigler *23.8.1922 in Chemnitz
Ingeborg Sigler *22.2.1927 in Chemnitz; ✡18.11.2000 in Haifa
Beruf Landarbeiter
Adressen Chemnitz, Heinrich-Beckstraße 3; Gut Winkel, Spreenhagen; Athen
Heirat ?
Kinder ?
Weiterer Lebensweg
Fritz Siegler nach Mannheim, vermutlich in das dortige Beth Chaluz
Gut Winkel
Führerkursus 15.-26.4.1936 in Gut Winkel

Karl Sigler auf der Gestapoliste des vom Makkabi Hazair im Gut Winkel ausgerichteten Führerkursus mit 64 Teilnehmern aus Deutschland
6.7.1936 SD Gestapo Oberabschnitt Ost an das Reichssicherheitshauptamt RSHA: Liste der 64 Teilnehmer am Führerkursus des Makkabi Hazair, 15.-26.4.1936 in Gut Winkel

Frühjahr 1937 Karl Sigler auf der Meldeliste Nr. 4 für die Einberufung zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen
1.6.1937 Karl Sigler zur Hachschara als Praktikant in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.6.1938 Karl Sigler auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;
Novemberpogrom
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel
10.11.1938 Bruder Willi Sigler und Onkel Artur Sigler verhaftet in Chemnitz, interniert im KL Buchenwald
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Karl Siegler mit über 200 Bewohnern erfasst in Gut Winkel
17.5.1939 Mutter Rahel in Chemnitz Agricolastraße 9 zusammen mit ihrer Schwägerin Helene Sigler geb. Cohnen; hier wohnt auch die Familie von Wolf und Regina Joseph; 2023 wurden hier fünf Stolpersteine verlegt
15.5.1939 Sally Sigler und Lea geb Friedstein mit Tochter Eva Serline in Berlin, Bozener Str. 9

1.9.1939 Karl Sigler auf der Ausländerliste des Landrates von Beeskow
Emigrationen
1.12.1938 Fritz Siegler nach England
18.7.1939 Bruder Willy nach England
Kindertransport

3.5.1939 Cousine Ingeborg Sigler auf dem England-Transport ab Berlin über Bensheim, Hoek van Holland nach Harwich; offenbar nicht angetreten

10.8.1939 Ingeborg Sigler mit dem 28. Kindertransport ab Chemnitz, Berlin, Bielefeld, Bentheim, Hoek van Holland und dann mit der Fähre nach Harwich, England
18.7.1939 Willi Sigler nach England
Griechenland
Viele Mitglieder der Familie Sigler in Chemnitz kamen aus Piatra, Rumänien, hatten die griechische Staatsbürgerschaft
Sally Sigler und Lea geb Friedstein mit Tochter Eva Serline nach Griechenland;
13.10.1939 Karl Sigler ebenfalls nach Griechenland Karl Sigler ist mit Sally und Esther Sigler nach Griechenland emigriert; er war aktiv im griechischen Widerstand; er soll bei Kämpfen der Partisanen umgekommen sein.
Massentransporte ab Thessaloniki
In Griechenland lebten zehntausende sephardische Juden allein in Saloniki über 50000, die zwischen dem 15. März und dem 28. August 1943 in 18 grauenvollen Massentransporten von jeweils 2800 Juden ohne jegliche Versorgung auf die mehrtägige Fahrt nach Auschwitz geschickt werden.
19.-24.4.1943 Onkel Sally und Frau Lea Sigler auf dem zweiten Transport von 2800 Juden aus dem Baron Hirsch-Viertel
Theresienstadt

21.6.1943 Mutter mit 28 Deportierten, 16 Chemnitzer, davon 13 Bewohner aus dem Jüdischen Altersheim am Antonsplatz 15 auf dem Transport V/9 Chemnitz -Dresden- Theresienstadt
Nachkriegszeit

Mutter Rahel Sigler im DP Camp Deggendorf
16.7.1945 Fritz Siegler mit Frau Margot von England nach Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

8.8.1945 Eva Sigler reist mit Arbeiterzertifikat des Hechaluz von Athen nach Palästina ein

Suchanzeige von Bruder Willy und der Mutter, die ihn in Athen vermutet, da er auch dorthin emigriert sei

2.8.1946 Red Cross bestätigt sein Überleben, wohnt in Athen, Nea Smyrna; vermutlich eine Verwechselung
Gedenken
5.9.1978 Page of Testimony von Bruder Willy für Karl Sigler
15.9.und 24.12.2005 Pages of Testimony für Sally und Esther Sigler von Sohn Gerhart
Quellen
Ilana
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_mid_43t.html
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/86555530
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5080242
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316