Heinz Frischler
*18.4.1917 in Breslau; ✡ 1943 Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Eliezer Leo Frischler *10.6.1888 in Beilitz; ✡ 27.10.1928 in Breslau
Heirat der Eltern 1916
Mutter Paula Cohn *3.3.1881 in Breslau; ✡ ? ??
Geschwister
Erich Menachem Frischler *8.8.1919 in Breslau; ✡9.11.2001 Kaplan Hospital, Rehovot oo 29.7.1944 Jehudit Cohn
Werner Frischler *10.4.1925 in Breslau; 17.5.1945 in Dachau
Beruf Landarbeiter
Adressen Breslau, Berliner Straße 9; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat Ruth Scheibel *8.12.1921 in Glogau
Kinder
Denny Frischler *8.5.1941 in Breslau
Weiterer Lebensweg
Novemberpogrom
10. 11.1938 Verhaftung von Heinz und Menachem Frischler in Breslau

Einweisung in das KL Buchenwald
10.1.1939 Entlassung aus dem KL Buchenwald; 30.11.38 nur interner Wechsel
Gut Winkel
1939 Heinz und Menachem Frischler zur Hachschara als Praktikant in Gut Winkel, Spreenhagen
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben
28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel
10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Heinz und Menachem Frischler in Gut Winkel, Spreenhagen
17.5.1939 Heinz und Menachem Frischler auch mit der Mutter und Bruder Werner in Breslau, Berliner Straße 9
17.5.1939 Ruth Scheibel mit ihren Eltern und Bruder Günter in Glogau, Markt 21

September 1939 auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Winkel
Ahlem und Jessen
Bruder Werner in der Israel. Gartenbauschule Ahlem
6.11.1939 Bruder Werner ins Hascharalager Jessen Mühle, ab 1941 Zwangsarbeiterlager
Die Patria Katastrophe – Sonderhachschara VII – Paraguay-Transport
1.11.1940 Ankunft von Bruder Erich der SS PACIFIC in Haifa
8.11.1940 Registrierung von Bruder Erich im Camp Atlith;
September -Dezember 1941 Entlassung der meisten Internierten aus dem Camp Atlith
Fabrikaktion Breslau – Riebnig – Auschwitz
Ab 1939 wurden die Breslauer Juden in eines der drei Sammellager Tormersdorf bei Görlitz, Grüssau bei Landeshut und Riebnig bei Brieg verbracht;
Im Lager Grüssau, einem beschlagnahmten, ehemaligen Zisterzienserkloster, wurden ab dem 5. Oktober 1941 schlesische Juden interniert;
Einweisung von Heinz mit Ruth und Denny Frischler sowie Bruder Werner in das Breslauer Sammellager Riebnig
20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“
Anfang März 1943 reichsweite Fabrikation besonders in Berlin, Breslau und Westfalen, Deportation von überwiegend in kriegswichtigen Betrieben Zwangsarbeit verrichtenden Juden nach Auschwitz
5.3.1942 1259 deportierte Juden im Breslauer Teiltransport, davon mindestens 98 der 150 Anfang 1943 noch verbliebenen Insassen des Lagers Riebnig.

5.3.1943 Heinz mit Ruth und Denny Frischler sowie Bruder Werner ab Sammellager Riebnig, Breslau nach Auschwitz
20.3.43 Auflösung des Lager Riebnig als letztes der drei „Zweigstellen“ der Kultusvereinigung Breslau
Nachkriegszeit
14.5.1945 Tod von Bruder Werner in Dachau; er hatte die Todesmärsche von Auschwitz und später nach Dachau noch überlebt
Gedenken
19.9.1985 Pages of Testimony für die Brüder Heinz und Werner, Mutter Paula und Neffe Denny von Menachem Frischler bei Yad Vashem.
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1681229
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871143
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871146
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de964026
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871147
https://www.statistik-des-holocaust.de/FA%20Breslau%20430305-3.jpg
Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076336
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316