Frischler Ruth

Ruth Frischler geb. Scheibel *8.12.1921 in Glogau

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Robert Scheibel *28.4.1892 in Fraustadt; ✡ 27.10.1928 in Breslau

Die Ehe der Eltern galt als „Mischehe“, nur die Mutter war Jüdin

Mutter Helene Bucki *22.10.1897 in Glogau; ✡ ? ??

Bruder

Günther Scheibel *17.2.1925 in Glogau

Brüder des Mannes

Erich Menachem Frischler *8.8.1919 in Breslau; ✡9.11.2001 Kaplan Hospital, Rehovot oo 29.7.1944 Jehudit Cohn

Werner Frischler *10.4.1925 in Breslau; ✡17.5.1945 in Dachau

Beruf Landarbeiter

Adressen Breslau, Berliner Straße 9; Gut Winkel, Spreenhagen;

Heirat Heinz Frischler *18.4.1917 in Breslau; ✡ 1943 Auschwitz

Kind

Denny Eli Frischler *8.5.1941 in Breslau

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10. 11.1938 Verhaftung von Heinz und Erich Menachem Frischler in Breslau

Einweisung in das KL Buchenwald

10.1.1939 Entlassung aus dem KL Buchenwald

Gut Winkel

1939 Heinz und Menachem Frischler zur Hachschara als Praktikanten in Gut Winkel, Spreenhagen

Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Ruth Scheibel mit ihren Eltern und Bruder Günter in Glogau, Markt 21

17.5.1939 Heinz und Menachem Frischler in Gut Winkel, Spreenhagen

17.5.1939 Heinz und Menachem Frischler auch mit der Mutter und Bruder Werner in Breslau, Berliner Straße 9

September 1939 Heinz und Menachem Frischler auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Winkel

Ruth Scheibel nach September 1939 als Praktikantin in Gut Winkel, Spreenhagen

Ahlem und Jessen

Schwager Werner in der Israel. Gartenbauschule Ahlem

6.11.1939 Werner ins Hascharalager Jessen Mühle, ab 1941 Zwangsarbeiterlager

Die Patria Katastrophe – Sonderhachschara VII – Paraguay-Transport

1.11.1940 Ankunft von Schwager Erich der SS PACIFIC in Haifa

8.11.1940 Registrierung von Schwager Erich im Camp Atlith;

September -Dezember 1941 Entlassung der meisten Internierten aus dem Camp Atlith

Fabrikaktion Breslau – Riebnig – Auschwitz

Ab 1939 wurden die Breslauer Juden in eines der drei Sammellager Tormersdorf bei Görlitz, Grüssau bei Landeshut und Riebnig bei Brieg verbracht;

Im Lager Grüssau, einem beschlagnahmten, ehemaligen Zisterzienserkloster, wurden ab dem 5. Oktober 1941 schlesische Juden interniert;

Einweisung von Heinz mit Ruth und Denny Frischler sowie Bruder Werner in das Breslauer Sammellager Riebnig

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“

Anfang März 1943 reichsweite Fabrikation besonders in Berlin, Breslau und Westfalen, Deportation von überwiegend in kriegswichtigen Betrieben Zwangsarbeit verrichtenden Juden nach Auschwitz

5.3.1942 1259 deportierte Juden im Breslauer Teiltransport, davon mindestens 98 der 150 Anfang 1943 noch verbliebenen Insassen des Lagers Riebnig.

5.3.1943 Heinz mit Ruth und Denny Frischler sowie Bruder Werner ab Sammellager Riebnig, Breslau nach Auschwitz

20.3.43 Auflösung des Lager Riebnig als letztes der drei „Zweigstellen“ der Kultusvereinigung Breslau

Nachkriegszeit

14.5.1945 Tod von Schwager Werner in Dachau; er hatte die Todesmärsche von Auschwitz und später nach Dachau noch überlebt

Gedenken

19.9.1985 Pages of Testimony für die Brüder Heinz und Werner, Mutter Paula und Neffe Denny von Menachem Frischler bei Yad Vashem.

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1681229

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871143

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871146

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de964026

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de871147

https://www.statistik-des-holocaust.de/FA%20Breslau%20430305-3.jpg

Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076336

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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