Schön Fabian

Fabian Fabi Schön

*3.6.1925 in Berlin; ✡ 8.1.1943 in Auschwitz

Staatsangehörigkeit polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Simon Mendel Schön; ✡?

Mutter Sophie Rifka Lustbader; ✡?

Geschwister

Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant

Adressen Berlin, Lothringer Straße 99

Heirat  ledig

Kinder

Weiterer Lebensweg

6.4.1932 Einschulung in der Jüdischen Volksschule in der Rykestraße 53

29.4.1935 Schulwechsel in die 161. Volksschule; jetzt werden die Namen der Eltern mit Simon und Riwka geb. Lustbader angegeben; am 20.2.1939 wird er von der Schule abgemeldet

5.2.1939 Illegale Flucht von Fabian Schön mit der Bahn nach Nijmegen

9.2.1939 Rotterdam

29.4.1939 Burgerweeshuis Gouda, Spieringstraat 1, Gouda

13.12.1939 Quarantine Amsterdam, Zeeburgerdijk 321, Amsterdam,

vermutlich wegen der in den Heimen grassierenden Diphtherie

In den Heimen in Rotterdam, Gouda, Amsterdam und Loosdrecht war er immer zusammen mit seinem Freund  Jossel Waldmann

17.1.1940 Fabian Schön nach Loosdrecht

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam das Hachschara Zentrum „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. 99 Jugendliche fanden hier Zuflucht. Ab 1939 bis zur Schließung am 16.10.1940 bestand parallel der Jugendalija Hof von Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 14-Jährige.

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde das Lager kurzfristig nach Alkmaar evakuiert.

17.1.1940 Fabian Schön in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“

Landarbeit bei Bauer D. Aalberts, Nieuwe Loosdrechtsedijk 106; als der Sohn Manus Aalberts stirbt, ist er so bedrückt, dass er sich abends weigerte, sein Butterbrot zu essen. Er war eng mit Jossel Waldmann befreundet.

Jeugdalija in Loosdrecht im Sommer 1942; Fabian Schön vorn 2. von links

Onderduiker

7.7.1942 Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden.

14./15.7.1942 Razzia in Amsterdam; Registrierung in Westerbork und Deportation nach Auschwitz

15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.

12.8.1942 Erica Blüth erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen.  Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.

13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht.

Von den 49 „onderduiker“ aus Loosdrecht (Chawe/rim/roth und Madrichim) konnten 34 gerettet werden!

Verhaftung an der belgischen Grenze

September 1942 eine Gruppe von acht „onderduiker“ aus Loosdrecht soll über Belgien und Frankreich in die Schweiz geschleust werden: Siegbert Leo Adler, Bernhard Aschheim, Robert Jozef Dürheim, Esra Jurovics, Lilly Kellner, Juda Pinkhof, Fabian Schön und Jossel Waldmann.

8.9.1942 Sie werden beim Grenzübertritt verhaftet und zum SD (Gestapo) nach Brüssel gebracht

25.10.1942 Internierung der Gruppe im Sammellager Kazerne Dossin in Mechelen

28.10.1942 Siegbert Adler und Robert Dürheim auf dem XVI. Transport von Mechelen nach Auschwitz

30.10.1942 Deportation von Fabian Schön mit den anderen fünf Flüchtlinge auf dem XVII. Transport von Mechelen nach Auschwitz

Beide Transporte treffen am 3.11.1942 in Auschwitz ein

Gedenken

Der Gedenkstein

Der am 11. August 1987 enthüllte Gedenkstein mit den Namen der 23 ermordeten Chaluzim und dem Text

‚TER NAGEDACHTENIS AAN DE JOODSE KINDEREN EN HUN LEIDERS VAN DE JEUGDALIJAH LOOSDRECHT
DIE IN HET VERZET OF IN CONCENTRATIEKAMPEN OMKWAMEN

Quellen

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

http://www.dokin.nl/deceased_children/fabian-schon-born-3-jun-1925/

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130371329

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12672891

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1155053

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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