Faierstein Edith

Edith Faierstein/Fajersztajn/Flagg

*1.11.1919 in Galați, Rumänien; ✡ 13.8.2014 in Los Angeles

Staatsangehörigkeit  Österreich, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Osias Oskar Fajersztajn; ✡?

Heirat der Eltern 14.6.1913 in Braila, Rumänien

Mutter Scheindel Jenny Rabinovici ; ✡?

Geschwister

Martha Faierstein *4.2.1921 in Wien; ✡?; oo Blumenfeld

Beruf Hauswirtschaftliche Praktikantin; berühmte Modedesignerin

Adressen

Heirat

1.Ehe 19.12.1940 Hans Stein*25.8.1917 in Olmütz; ✡ 10.1.1945 in Auschwitz

Kind Michael Stein * 18.7.1943

2.Ehe Erich Simon Flegenheimer *12.12.1916 Heidelberg; ✡11.8.1999 Los Angeles

Weiterer Lebensweg

1934 nach Wien, Studium Modedesign

15.3.1938 „Anschluss“ von Österreich nach Einmarsch der Wehrmacht

Jeugdfarm „Catarinahoeve“ in Gouda

19.8.1938 Edith Faierstein zur Hachschara auf die Jeugdfarm „Catarinahoeve“ in Gouda

16.1.1939 auf der Hachscharafarm in Gouda;
untere Reihe v.l. Erich Fleischacker, Herbert Baer, Bram Goudsmidt, Ellen Soeme, Rosa Pinkhof, Edith Faierstein, Ernst Hirsch
Mitte v.l. Fritz Haynemann, Ies Goudsmidt, Chana de Leeuw, Siegmund Elsen, Bernd Abbi Mayer, Sieg Weijs
Oben v.l. Jettie Aalsveld, Shoshana Litten mit Sohn Gideon, Heddy Worens, De Raw, Walter Schaefer, Manfred Rolf Litten, Dolf Engam, Gery Goudsmidt. Manfred Samson, Knoll

15.3.1939 Einmarsch der Wehrmacht in Prag

Flucht von Hans Stein in die Niederlande, vermutlich nach der Besetzung Tschechiens

1939 Hans Stein in der Jugendherberge De Kleine Haar in Gorssel bei Deventer, die 1939 als Auffanglager für 105 jüdische Flüchtlingskinder diente. Herbergseltern waren Elias und Antje Mesritz aus dem benachbarten Deventer. Hans bearbeitete administrativ den umfangreichen Schriftverkehr, Edith Feuerstein für sechs Monate aus Gouda kommend zur Unterstützung im Haushalt

17.4.1940 Edith Faierstein von Gouda nach Nederhorst den Berg

19.12.1940 Heirat mit Hans Stein

Jeugdalijah

Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte.

Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige.

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

Nach dem Einmarsch der Wehrmacht am 10. Mai 1940 wurde die Bewohner kurzfristig nach Alkmaar evakuiert. 99 Bewohner fanden hier Zuflucht.

Edith Faierstein in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“

April 1941 soll wieder nach Gouda gegangen sein.

Onderduiker

7.7.1942 Aufforderung an die Amsterdamer Juden, sich freiwillig zum „Arbeitseinsatz“ zu melden.

14./15.7.1942 Razzia in Amsterdam; Registrierung in Westerbork und Deportation nach Auschwitz

15.7.-15.8.1942 von den Madrichim Schuschu Simon und Menachem Pinkhof werden Verstecke für alle Jugendlichen gesucht.

12.8.1942 Erica Blüth erfährt beim Joodse Raad und übermittelt mit Codewort per Telefon, dass auch die Chaluzim aus Loosdrecht ins Kamp Westerbork gebracht werden sollen.  Die Madrichim Menachem Pinkhof und Schuschu Simon sowie Miriam Waterman beschließen, die 30 Jugendlichen mit Hilfe des Netzwerks von Joop Westerweel in Verstecken untertauchen zu lassen.

13.8.1942 Ankündigung von Pinkhof und Simon, dass alle Chaluzim im Verstecke gebracht werden. Die ersten werden noch am selben Abend weggebracht.

Überleben im Widerstand

18.7.1943 Geburt des Sohnes Michael, den sie in einem Sanatorium unterbringt

Edith Stein überlebt illegal als Pflegerin unter dem Namen Lydia Voskuilen

Sie schließt sich dem Widerstand an, spioniert Deutsche aus; angeblich soll sie zwei Nazis umgebracht haben.

Im Widerstand lernt sie Werkdorp-Chaluzim Erich Simon Flegenheimer kennen

1946 Alija von Edith mit Sohn Michael, vermutlich auf der SS TEL HAI;

1946/47 lebt sie in einem Kibbuz in Palästina

28.5.1947 Zweite Ehe von Edith Stein in Amsterdam mit Erich Simon Flegenheimer

9.7.1947 Emigration von Edith mit Sohn Michael und ihrem zweiten Mann Erich Simon Flegenheimer nach New York

Modedesignerin

Edith Flagg wurde in den USA als Modedesignerin sehr erfolgreich und vermögend

Gedenken

Grabstein für Edith Flagg auf dem Hillside Memorial Park Cemetery, Culver City

Quellen

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

https://en.wikipedia.org/wiki/Edith_Flagg

Josh Flagg (Enkel) „A Simple Girl: Stories My Grandmother Told Me“

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130380090

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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