Landwirth Mira

Mira Landwirth

*20.4.1924 in Wien

Staatsangehörigkeit Österreich,  staatenlos

Religion jüdisch

Vater Simon Landwirth *20.6.1884 in Rabka; ✡ 31.10.1948 in Israel

Heirat der Eltern Juli 1921

Mutter Rosa Birnbaum *10.2.1892 in Snijatyn; ✡1941 Palästina

Geschwister

Elli Elisheva Landwirth *23.8.1922; ✡4.1.2005; David Mark

Heinz Israel Landwirth *10.2.1927; ✡16.2.2007 in London; oo Faith Henry

Edith Dita Landwirth *21.5.1929 in Wien; ✡1; oo Samuel Salco Tenbrink

Beruf Landwirtschaftliche Praktikantin

Adressen Wien, Schiffmühlstraße 83

Heirat Dov Bernhard Ringel

Kinder zwei

Mima Ringel; oo Gur

Weiterer Lebensweg

15.3.1938 „Anschluss“ Österreich

16.5.1938 Vater Simon stellt bei der IKG Wien einen Antrag auf Unterstützung zur Emigration.

17.10.1938 Ankunft von Schwester Elli in Haifa mit der Jugendalija

Kindertransport

Dez. 1938 Mira mit den Geschwistern Heinz und Edith auf dem Wiener Kindertransport

11.12.1938 Quarantäne in Den Haag, Copernicusstraat 159

6.1.1939 Gemeinsam in das Huize Ockenburgh, Monsterseweg 4-6, Loosduinen

Dann trennen sich die Wege der drei Geschwister:

15.8.1939 Schwester Edith nach Amsterdam in die Pflegefamilie David Prins, Stadionweg 198

28.8.1939 Mira geht nach Loosdrecht,

31.10.1939 Heinz nach Hilversum zu Ida van Son-Lob, Parklaan; später geht er auf Hachschara auf die Jeugdfarm Catarinahoeve in Gouda

Jeugdalijah

Im Jahre 1939 eröffnete die Jeugdalijah in Amsterdam die Hachschara Zentren in Mijnsheerenland und „Het Paviljoen Loosdrechtse Rade“, nachdem das Waisenhaus Vondelhof in Amsterdam diese Funktion verloren hatte. Ab 1939 bestand parallel der Jugendalija Hof van Moerkerken in Mijnsheerenland für unter 15-Jährige.

Wegen des Räumungsbefehls für alle Juden in den Küstenregionen musste Mijnsheerenland am 16.10.1940 geschlossen und 25 Chaluzim in Loosdrecht untergebracht werden

Het Paviljoen Loosdrechtse Rade

99 Bewohner fanden hier Zuflucht.

28.8.1939 Mira Landwirth in das Heim der Jugendalijah in Loosdrecht, „het Paviljoen“

Alija nach Palästina im Frühjahr 1940

Die Studentenzertifikate B (III) der Jugendalija

6.2.1940 Ausstellung der Britischen Visa in Den Haag

9.2.1940 Abmeldung der ersten Alija-Gruppe aus Loosdrecht mit Ellen Grünewald Leonard Hausmann, Eva Rawraway, Kurt Rohringer, Georg Reiss und Walter Saphir.

22.2.1940 Ankunft der ersten Gruppe auf der SS PROVIDENCE von Marseille nach Haifa. An Bord der PROVIDENCE sind 34 Chaluzim.

Die SS PATRIA und PROVIDENCE waren Schwesterschiffe mit dem Heimathafen Marseille.

Passagierliste der PROVIDENCE (Ausschnitt) mit den
Chawerim Walter Saphir (Nr. 49), Eva Rawraway (56), Georg Reiss (59), Kurt Rohringer (60)

15.3.1940 Die zweite Gruppe von 6 Chaluzim aus Loosdrecht bricht auf zur Alija nach Palästina ausgestattet mit Studentenzertifikaten B (III) der Jugendalija, ausgestellt am 29.2.1940 in den Den Haag:, Günter Herz, Manfred Hirschberg, Mina Landwirth, Leon Meller, Maximilian Nussbaum, Ruth Voos

24.3.1940 Ankunft in Haifa von insgesamt 71 Chaluzim auf der SS PATRIA

24.3.1940 Ankunft in Haifa auf der SS PATRIA

24.2.1946 Einbürgerung in Palästina

SS PACIFIC- Sonderhachschara 7- Paraguay-Transport

Alija beth der Eltern ab Wien auf der Donau-Schwarzmeer-Route nach Haifa

Transportführer war Ephraim Frank

Zweiter Transportführer Hans Wendel

Leiter des Ordnungsdienst war Paul Jentes

3. 9.1940 mit dem Zug von Wien nach Pressburg/ Bratislava an die Donau; in Pressburg für eine Woche in einem Lager im Stadtteil Patronka

10.9.1940 zum Donauhafen von Bratislava; dort Verteilung der Chalutzim auf die drei Ausflugsdampfer URANUS, MELK und SCHÖNBRUNN

10.-20.9.1940 von Bratislava nach Tulcea am Schwarzen Meer;

Anfang Oktober 1940 werden 1000 Flüchtlinge auf die drei Schiffe SS PACIFIC, SS MILOS und SS ATLANTIC verteilt, Deutsche auf die PACIFIC, Tschechen auf die MILOS.

Zwischenstopp im Hafen Agios Nikolaos, Kreta, um Kohle aufzunehmen

31.10.1940 von britischer Marine aufgebracht und in den Hafen von Haifa geleitet

1.11.1940 Ankunft der SS PACIFIC in Haifa.

3.11.1940 Ankunft der tschechischen Emigranten auf der SS MILOS, die ebenfalls auf die PATRIA verbracht werden

4.11.1940 Alle Passagiere der SS PACIFIC werden auf die SS PATRIA umgeschifft, dem von den Briten beschlagnahmten, als Truppentransporter umgebauten, großen französischen Frachtschiff (18 000 t)

8.11.1940 Registrierung im Camp Atlith; die Eltern geben an, dass bereits die Töchter Elli und Mira in Palästina sind

25.11.1940 Sprengstoff-Anschlag der Haganah im Maschinenraum der SS PATRIA, zu diesem Zeitpunkt waren bereits 1771 Ma’apilim (illegale Immigranten) auf das Schiff gebracht.

Dezember 1940 noch auf die Umladung wartenden 1581 Emigranten auf der MILOS und ATLANTIC werden als „Detainees“ mit holländischen Frachtschiffen nach Mauritius deportiert. Dort trafen sie am 26.12.1940 ein und wurden in das Zentralgefängnis von Mauritius nahe Beau Bassin verbracht.

1941 zunächst nur Freilassung kleiner Gruppen aus dem Camp Atlith, die eine Aufnahmeadresse in Palästina vorweisen können

September -Dezember 1941 Entlassung der meisten Internierten aus dem Camp Atlith

Alija beth von Bruder Heinz Jakob

1945 Bruder Heinz Jakob illegal nach Palästina

Gedenken –

Quellen

Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998

Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945

http://www.dokin.nl/surviving_children/mira-landwirth-born-20-apr-1924/

https://dokin.nl/surviving-children/Edith-Landwirth-born-21-May-1929

https://dokin.nl/surviving-children/Heinz-Landwirth-born-10-Feb-1927

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767

https://www.ushmm.org/online/hsv/person_advance_search.php?SourceId=19584

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://www.gfh.org.il/eng/Archive

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert