David Manfred

Manfred Armin David

*29.9.1907 in Hohensalza; ✡August 1979 Camberwell, London

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch deutsch

Vater Max David *16.12.1871 in Hohensalza; ✡nach 23.9.1942 in Treblinka

Mutter Paula Kempner *24.11.1878 in Breslau; ✡ nach 23.9.1942 in Treblinka

Geschwister

Hilde David *21.5.1909 in Breslau; ✡ 2004 Israel; oo Rudolf Rudberg (*4.8.1910 Tilsit-1956)

Beruf

Adressen Hohensalza; Breslau; Schniebinchen, Sorau; England

Heirat 29.6.1933 in Kreuzburg Rosa Loewkowitz *20.6.1904 in Breslau; ✡1.7.2001 Camden

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Manfred und Paula David zur Hachschara in Schniebinchen

Schwester Hilde Dawid zur Hachschara in Gut Winkel

Juli 1938 Schwager Rudolf Rudberg ebenfalls in Schniebinchen

Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen  bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.

1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11

Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)

Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.

10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.

Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:

„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura… Papagei Laura rief im Vorbeigehen jedem zu „Heil Hitler Schalom“

März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1

Minderheitenzählung

17.5.1939 Manfred und Rosa David registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten, registriert in Schniebinchen

28.6.1939 Einreise von Schwester Hilde und Mann Rudi Rudberg in Haifa mit Kapitalistenzertifikat der Kategorie A(1)

Sommer 1939 Emigration mit Ehefrau Rosa nach England

29.9.1939 Manfred und Rosa David in 234, Abingdon Road, Oxford, Oxfordshire bei britischem Census

Breslau – Theresienstadt – Treblinka

Breslau – Theresienstadt – Treblinka

Ab 1939 wurden die Breslauer Juden in eines der drei Sammellager Tormersdorf bei Görlitz, Grüssau bei Landeshut und Riebnig bei Brieg verbracht;

Im Lager Grüssau, einem beschlagnahmten, ehemaligen Zisterzienserkloster, wurden ab dem 5. Oktober 1941 schlesische Juden interniert; Einweisung der Eltern in das Lager Kloster Grüssau

27.7.1942 beide Eltern auf dem Transport IX/1 von Breslau nach Theresienstadt

23.9.1942 beide Eltern auf dem Transport B q von Theresienstadt nach Treblinka

Tod der Eltern nach 23.9.1942 in Treblinka

Gedenken

Pages of Testimony

Grabstein für

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1023853

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de850930

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de850987

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4968080

https://www.statistik-des-holocaust.de/IX1-2.jpg

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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