Freundlich Heinz

Heinz Bernhard/Chanoch Freundlich

*5.4.1924 in Jastrow; ✡Nov. 2016 Israel

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater Max Freundlich *24.12.1883 in Krummensee, Schlochau; ✡9.11.1938 in Jastrow

Mutter Hedwig Bilha Lewy *2.1.1887 in Schlochau; ✡ 30.11.1941 in Riga

Geschwister

Senta Vera Freundlich *7.1.1921 in Berlin; ✡26.8.2001 in Melbourne; oo Alfred Jacob; oo Kurt Lewinski

Ruth Johanna Freundlich *20.2.1915 in Hinterwalde, Schlochau; ✡4.6.1984 in Chicago; oo Heinrich Hirschfeld

Onkel Arthur Freundlich *28.9.1895 in Kölpin; ✡ ? dep. 1.3.1943 Berlin-Auschwitz

Tante Klara Gerwin geb. Freundlich *20.2.1888 Krummensee; ✡ Ghetto Warschau

Tante Meta Bähr *22.3.1900 in Jastrow ; ✡ dep. 1.3.1943 Berlin-Auschwitz

Geschwister

Cousins

Norbert Freundlich *15.7.1924 in Jastrow; ✡ vor 1945 in Auschwitz

Arno Freundlich *9.4.1927 in Landeck; ✡ dep. 1.3.1943 Berlin-Auschwitz

Werner Freundlich *15.5.1929 in Landeck; ✡ dep. 1.3.1943 Berlin-Auschwitz

Margot Freundlich *12.11.1931 in Landeck; ✡ dep. 1.3.1943 Berlin-Auschwitz

Beruf Praktikant

Adressen Jastrow, Adolf-Hitler-Straße 57; Schniebinchen, Sorau

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

9./10.11.1938 Vater Max erliegt den brutalen Misshandlungen im örtlichen Gefängnis

Hachschara Lehrgut Schniebinchen

Heinz Freundlich zur Hachschara auf Schniebinchen

Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen  bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.

1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11

Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)

Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.

10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.

Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:

„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.

März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1

Minderheitenzählung

17.5.1939 Heinz Freundlich registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten, registriert in Schniebinchen

17.5.1939 Mutter Hedwig in Jastrow, Adolf-Hitler-Straße 57

Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.

14.8.1939 Einreise von Heinz Freundlich in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

Riga RumbulaRigaer Blutsonntag

27.11.1941 Mutter Hedwig auf dem ersten Riga Transport aus Berlin

30.11.1941 Massenerschießung des gesamten Berliner Transportes noch vor der Ermordung der Letten aus dem Ghetto Riga in Riga Rumbula

Gedenken

4.1.1973 Pages of Testimony für die Eltern von Schwester Senta Lewinski

5.7.1999 Pages of Testimony für die Eltern von Chanoch Freundlich

Grabstein für

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1730936

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1049867

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1011031

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1011046

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1011355

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Genealogie Website My Heritage

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My