Eugen Friedrich Pick
*16.11.1924 in Bodenbach
Staatsangehörigkeit Tschechien, staatenlos
Religion jüdisch
Vater vermutl-
Otto Pick *29.3.1887 in Tetschen Bodenbach; Theresienstadt
Mutter Marianne Scheuer *4.6.1884 in Plan; Theresienstadt
Geschwister –
Onkel vermutl-
Friedrich Pick *28.6.1890 in Tetschen Bodenbach, *31.10.1917
Richard Pick *16.7.1884 in Tetschen Bodenbach, *31.10.1917
Beruf –
Adressen Bodenbach, Leibnitzstraße 792; Schniebinchen, Sorau
Heirat ?
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Erster Weltkrieg
31.10.1917 Onkel Friedrich, Korporal des KuK Feldhaubitzenregiments 29; gefallen
Mutter Marianne war Mitglied in der zionistischen Frauenorganisation WIZO
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Eugen Pick zur Hachschara auf Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Eugen Pick registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten, in Schniebinchen
Alija beth
3.7.1939 Ankunft von Eugen, Gustav und Paula Pick auf der SS AGNOYIS NICOLAYA mit 693 Maapilim aus Tschechien und Österreich
Gedenken
15.7.1956 und 15.4.1999 Pages of Testimony für die Eltern Otto und Marianne von Chanoch Pick
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Österreich-Ungarn, Verlustlisten des Ersten Weltkriegs, 1914-1918
Census in Tschechien 1921
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage