Heinz Arndt
*1.9.1920 in Stettin; ✡ ?
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Die Familie ist ungesichert
Vater Georg Arndt *27.12.1889 in Plathe; ✡ 1
Heirat der Eltern 26.8.1919 in Stettin
Mutter Paula Hirsch *15.1.1887 in Neustettin; ✡ 1
Geschwister
Alfred Arndt
Beruf –
Adressen Stettin; Urfeld;
Heirat Hildegard Hirsch *4.8.1920 in Sachsenhausen, Waldeck
Kinder
Hans Jakob Arndt *22.4.1944 in Stockholm
Weiterer Lebensweg
Vater Georg war Elektriker
Ausschluss aus dem Gymnasium
Abbruch der Elektrikerlehre in Stettin
Minderheitenzählung
17.5.1939 beide Eltern und Bruder Alfred Arndt in Stettin, Barnimstraße 57
Hachschara in Urfeld
Heinz Arndt zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von 1933 bis 1938/39 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Anfang 1938 auch mittlere Hachschara für 15–17-Jährige Chaluzim.
März-August 1939 Hachschara in Urfeld
Emigration nach Schweden
August 1939 Emigration von Heinz Arndt aus Urfeld nach Schweden
1938 Nach dem Novemberpogrom hatte Schweden eine Kinderquote von zunächst 60 Kindern zugesagt. Diese wurde aber später auf 500 erhöht unter der Bedingung, dass jüdische Spender und die jüdische Gemeinde Stockholm die Bürgschaft für die nächsten 1 ½ bis 3 Jahre übernahmen. Dazu zählten auch die etwa 100 mit der Kinder- und Jugendalija nach Schweden Gelangten.
Frühjahr 1939 das Londoner Büro der „Youth Aliyah“ überträgt Eva Warburg die Leitung der Jugend Alijah i Sverige mit Sitz in Stockholm. Auf ihr Betreiben wurde der alte Gutshof Hälsinggården in Korsnäs in Nordschweden bei Falun als Jugendalijah-Hof für die mittlere Hachschara (15-17 Jahre) eingerichtet.
Juni 1939 wird der Jugendalijah-Hof Hälsinggården – auch „Kibbuz Falun“- von der »Stiftung für Landwirtschaftsausbildung« als Träger eröffnet. Die Jugendlichen arbeiten zumeist auf Bauernhöfen in der Umgebung.
1940 Heinz Arndt in Vättak Stensgården Nr. 7, Östra Skrukeby, Skaraborgs bei derVolkszählung in Schweden
20.1.1942 Heirat in Skälby, Järfälla mit Hildegard Hirsch

20.1.-20.5.1944 mit Ehefrau Hilde Hirsch und Sohn Hans in Skälby, Järfälla Stockholm
Nachkriegszeit

Oktober 1945 Hilde und Heinz Arndt auf der Mitgliederliste des Hechaluz Schweden, Alte Chaluzim
Aufenthalte in Chile und Israel
„Wiedergutmachung“
1957 Bescheid des Regierungspräsidenten in Köln über die Gewährung der Entschädigung für Schaden im beruflichen und wirtschaftlichen Fortkommen durch fehlende Berufsausbildung
Gedenken
–
Quellen
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07611-02 1956-1957
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History