
Günter Riesenfeld/Zeev Sadeh

*22.11.1912 in Breslau; ✡Juni 1996 in Kibbuz Ma’Abarot
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Dr. jur Jakob Riesenfeld *10.2.1881 in Gleiwitz; ✡ 11.4.1976 in Bournemouth
Mutter Edith Becker *1.3.1888; ✡ 25.10.1978 in Poole, England
Geschwister
Renata Anna Riesenfeld *3.3.1920; ✡22.2.2003; oo James Carr
Cousin aus Breslau (?)
Fritz Riesenfeld *12.11.1907 in Breslau; ✡ 25.8.1944 in Tel Aviv
Beruf –
Adressen Breslau; Jägerslust, Flensburg; Kibbuz Ma’Abarot
Heirat

Eva Lange*15.10.1913 in Brieg; ✡ Juli 2003 in Bedford, England
Die Ehe wird geschieden
2. Ehe mit Rachel Fraenkel
Kinder
Rahel *6.1.1938; oo Gill
Weiterer Lebensweg
Vor Mai 1939 Emigration der Eltern und Schwestern Renate nach England
29.9.1939 Eltern und Schwestern Renate in Hampstead
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
1936 Günter Riesenfeld und Eva Lange aus Breslau zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg
Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird
Ebenfalls ab August 1936 auf dem Gut Jägerslust Margot Lange*11.1.1911 in Berlin; ✡Juli 2005 in Haifa
Hachschara in Urfeld
1936/37 Eva Lange zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von 1933 bis 1938/39 war
der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
Anfang 1938 auch mittlere Hachschara für 15–17-Jährige Chaluzim.
29.3.1937 Ankunft von Eva Lange und Michael Riesenfeld in Haifa mit Arbeiterzertifikaten der Kategorie C/LS
Aus der Hachschara Jägerslust kamen in den Kwuzat Massad: Eva Lange, Günter Riesenfeld, Hermann Chaim Berger; Adi Sporn,
6.6.1941 Einbürgerung von Eva und Michael Riesenfeld in Palästina
Nachkriegszeit
„Wiedergutmachung“
1957-1959 U.a. Bescheid über die Gewährung der Ansprüche von Eva Lange
Gedenken
–
Quellen
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB) – 07617-02
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de908353
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://danielabraham.net/tree/related/hachshara/#lange-eva
https://danielabraham.net/tree/related/hachshara/#riesenfeld-gunther
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume