
Lucie Loewald
*25.6.1912 in Breslau; ✡14.6.2001 Israel
Religion jüdisch
Staatsangehörigkeit deutsch
Vater Max Loewald in Danzig; ✡ ?
Mutter Margarete Gross *19.1.1888 in Chemnitz; ✡ 29.11.1941

Onkel Dr. med Arnold Löwald *25.3.1873 in Danzig; ✡25.2.1906 in Straßburg
Geschwister-
Beruf Praktikantin; Kinderschwester in Beth Hatinokoth (WIZO‘ Baby Home), Jerusalem
Adressen Breslau, Opitzstraße 78; Jägerslust bei Flensburg; Ramat Gan; Jerusalem

Heirat 27.8.1937 in Ramat Gan Dr. med. Erich Eliahu Cohn-Biedermann, *30.8.1907 in Berlin; ✡ 10.5.1939 in Haifa
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
1.2.1936 Passausstellung für Lucie Loewald in Breslau
Ca 1936 Lucie Löwald zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg
Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.
1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird
Werkdorp Nieuwe Sluis

10.4.1935 Erich Cohn-Biedermann aus Palästina(?) ins Werkdorp Nieuwe Sluis
Erich Cohn-Biedermann angemeldet in Barsingerhorn
Träger des „Jüdisches Werkdorf Nieuwe Sluis“ ist die „Stichting Joodse Arbeid“ (Stiftung Jüdische Arbeit); hier werden jüdische Jugendliche zu Landarbeitern umgeschult (Hachschara) als Vorbereitung auf die Ansiedlung in Palästina (Alija). Die Ausrichtung war neutral, nur etwa ein Drittel der Chawerim waren auch zionistische Chaluzim (zionistische Pioniere)
7.8.1936 Erich Cohn-Biedermann abgemeldet aus Barsingerhorn nach Palästina
8.9.1936 Alija von Lucie Löwald mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz in Haifa
Ankunft von Erich Cohn-Biedermann mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
27.8.1937 Heirat mit Erich Cohn-Biedermann in Ramat Gan
31.12.1938 Erich Cohn-Biedermann auf der Palästina-Emigrantenliste des Werkdorps
Eintritt von Erich Cohn-Biedermann in die HAGANAH
Bericht von seiner Ermordung:
„Am Morgen des 10. Mai 1939 wurde er – nachdem er das Haus des Gouverneurs in der Deutschen Kolonie in Haifa bewacht hatte – von drei Arabern erschossen. Eliyahu und sein Wachkamerad Dov Barad kamen noch am Tatort ums Leben.“
9.12.1940 Einbürgerung von Lucie Cohn-Biedermann als Witwe in Palästina
Massenerschießung in Fort IX in Kauen
November 1941 Ankündigung der „Evakuierung in den Osten“
Verbringung der Breslauer Juden in das Sammellager am Schießwerderplatz. Bereits zuvor waren die ursprünglich für Riga vorgesehenen Transporte aus Berlin (17.11.), München (20.11.), Frankfurt/Main (22.11.) und Wien (23.11.) ins litauische Kauen/Kowno geleitet worden

25.11.1941 Deportation der Mutter Margarete Loewald auf dem ersten Transport von schlesischen Juden ab Bahnhof Breslau-Odertor nach Kowno
Liste des Finanzamt Breslau zum Kauentransport, aufgeführt nur der jeweilige Haushaltsvorstand
29.11.1941 Unmittelbar nach ihrer Ankunft wurden die Breslauer Juden vom Einsatzkommando 3 der Einsatzgruppe A im Fort IX außerhalb von Kowno erschossen. Entsprechend der „Gesamtaufstellung der im Bereich des EK.3 bis zum 1.Dez.1941 durchgeführten Exekutionen“ des SS-Standartenführers Jäger wurden an diesem Tag „2000 Umsiedler aus Wien u. Breslau“ ermordet: 693 Männer, 1155 Frauen und 152 Kinder.
29.11.1941 Tod der Mutter bei Massenerschießung in Fort IX in Kauen
–
Gedenken
Quellen
https://danielabraham.net/tree/related/hachshara
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT421125_37.jpg
Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936; Bron: boek, Deel: 146, Periode: 1912-1938
https://www.oorlogsbronnen.nl/mensen?personterm=Ontruiming%20Joods%20Werkdorp%20Wieringermeer
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316