Berkowicz Siegfried

Siegfried Berkowicz

*19.1.1906 in Samotschin

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater unbekannt

Mutter unbekannt

Geschwister

Berthold Berkowicz *11.4.1908 in Samotschin; ✡13.6.1981 in Odense; 17.6.1948 in Odense mit Ruth Agnete Berentsen (*1.5.1921 in Korinth; ✡12.8.2002 in Odense)

Siegfried *19.1.1906 in Samotschin; ✡ ; oo21.2.1939 Margret Trocheler

Adressen Samotschin; Regensburg, Weißenburg Straße 31 a; Odense

Heirat 21.2.1939 Margarete Tischler *13.12.1908 in Krotoschin

Kinder

Peter Bennå Salomon Berkowicz *5.5.1945 in Schweden

Weiterer Lebensweg

Beth Chaluz Regensburg

18.8.1938 die Brüder Berthold und Siegfried Berkowicz ins Beth Chaluz Regensburg zur Hachschara

Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.

Zu der Hechaluz-Gruppe gehörten auch Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters, der aber in Regensburg in der Spiegelgasse 4 wohnte.

Novemberpogrom in Regensburg

Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.

10.11.1938 etwa 70 in Regensburg verhaftete jüdische Männer wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.

10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.

11.11.1938 wurde Bruder Berthold Berkowicz und drei weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.

12.11.1938 Siegfried Berkowitz und vier Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht

Die Entlassung von Berthold und Siegfried Berkowicz, Waldemar Horn, Bernhard Rosenberg, Fritz Strauß, Hans Wertheim aus Nottuln erfolgte am 23.12.1938, bei Ernst Levy bereits am 20.11.1938.

16 Chaluzim und Rabbi Falk Salomon aus Regensburg in Dachau (nach Häftlingsnummer)

20131 Kurt Michel, 20133 Willy Meier, 20143 Heinz Kurt Marcks, 20145 Hans Kroner, 20166 Heinrich Kästler, 20195 Falk Salomon, Rabbiner, 22594 Berthold Berkowicz, 22595 Bernhard Rosenberg, 22596 Waldemar Horn, 22597 Hans Wertheim, 22604 Fritz Strauß, 22606 Ernst Levy, 23182 Siegfried Berkowicz, 23183 Isaak Sapierstein, 23184 Rudolf Kästler, 23186 Erich Schlorch, 23187 Alfred Weiss

Die Auflösung des Beth Chaluz

Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.

12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:

„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Auf die ST LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“

Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff, der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1

Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim

Frühjahr 1939 Siegfried Berkowicz nach Schweden, Bruder Berthold nach Dänemark

Deutsche Volkszählung -Minderheitenzählung

17.5.1939 noch im Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 registriert die vier Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski, die am 12.8.1939 auf der SS DORA am Strand von Shefayim nahe Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht werden

Dänischer Census

5.11.1940 Berthold Berkowicz in Tiset, Ning, Århus Bei Familie Holm

Schweden

19.2.1939 Heirat von Siegfried Berkowicz mit Margarete Tischler, die vermutlich mit ihm aus Regensburg geflohen ist

14.11.1943 Siegfried und Margarete Berkowicz gemeldet in Österslöv, Österslöv, Kristianstads, Skåne

25.8. 1944 Umzug von Siegfried und Margarete Berkowicz mit Sohn Peter nach Hovby, Norra Åsum, Kristianstads, Skåne

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429410

https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7456410

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70372024

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My