Sapierstein Isaak

Isaac Sapierstein

*5.2.1916 in Chemnitz; ✡ 31.3.1992 in Israel

Staatsangehörigkeit ?

Vater Josef Elstein *1888 in Cherson; ✡1925

Mutter Frieda Sapierstein *17.3.1987 in Sokolka; ✡ 1943 Auschwitz

Geschwister

Mirel Sapierstein *26.4.1913 in Leipzig; ✡2003; oo Mayer

Genda Deborah Sapierstein *13.10.1914 in Leipzig; ✡11.4.2013 in Berlin; oo Perelman

Sara Rebecka Sapierstein *8.9.1917 in Chemnitz; ; oo Pawel Szekely (1907-1992)

Beruf Landwirtschaftlicher Arbeiter

Adressen Chemnitz; Regensburg, Weißenburg Straße 31 a

Heirat 31.8.1947 Mina Linden *1915; ✡1989

Kinder zwei

Edna Sapierstein *12.4.1942; ✡24.4.2017; oo Lev

Weiterer Lebensweg

Beth Chaluz Regensburg

Isaak Sapierstein ins Beth Chaluz Regensburg zur Hachschara

Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.

Zu der Hechaluz-Gruppe gehörten auch Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters, der aber in Regensburg in der Spiegelgasse 4 wohnte.

Novemberpogrom in Regensburg

Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.

10.11.1938 etwa 70 verhaftete jüdische Männer wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.

10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden- davon aus sechs dem Bert Chaluz- ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.

11.11.1938 wurden sechs weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.

12.11.1938 Isaak Sapierstein und vier Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht. Er erhält die Häftlingsnummer 23183.

Die Entlassung von Isaak Sapierstein, Erich Schlorch, Berthold Berkowicz, Waldemar Horn, Bernhard Rosenberg, Fritz Strauß, Hans Wertheim aus Nottuln erfolgte am 23.12.1938, bei Ernst Levy bereits am 20.11.1938.

Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.

12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:

„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Auf die SS ST. LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“

Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff  der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1

Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim

April 1942 Judenhaus für 82 jüdische Senioren

Frieda Schottig, 1939 bis Juli 1940 „Zimmermädchen“ im jüdischen Altersheim, Überlebende des KL Ravenbrück schreibt:

„Man habe sie (Sophie Jochberger) zwangsweise in das jüdische Altersheim in der Weißenburgstraße 31 eingewiesen. Dort wohnten und schliefen seinerzeit in einzelnen Zimmer n sechs und mehr alte Leute. Die Ehepaare wurden getrennt. In einem Gebäude, in dem zehn Personen normal leben können, hatte man 1942 82 israelitische Senioren in der unwürdigsten Weise zusammengepfercht.“

Minderheitenzählung

17.5.1939 die späteren DORA-Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski registriert im Beth Chaluz Regensburg, Weißenburgstraße 31

17.5.1939 Mutter Frieda und Schwester Sara in Chemnitz, Kasernenstraße 23

Alija Beth auf der SS DORA

Juli 1939 76 Werkdorper aus dem Werkdorp Nieuwesluis nach Amsterdam zur Alija Beth auf der SS DORA

16.7.1939 Boarding mit 183 Chaluzim in Amsterdam auf der zur Alija Beth von den Mossad-Agenten Jehuda Berginski, Gideon Ruffer und Shmarya Tzameret gekauften SS DORA nach Palästina; 29 Chaluzim gehören zum Misrachi/Dath Waäretz aus Beverwijk und Franeker. In Franeker waren zuvor:

Hijman Bekker, Ruth Braun, Flip Cohen, Sara Dinner, Ernst Förder, Meir Frijdman, Leopold Siegfried Jacob, Walter Oppenheimer, Herman Riez, Jacob und Mietje Roodveldt, Isaac Rooz, Horst Schelasnitzki, Marcus Segal, Max Stoppelmann.

Juli 1939 Gerhard Rachwalsky als Madrich, , Gert Böhm, Gregor Bronstein, Ellen Gaenser, Alfred Jordan, Charlotte Ständig mit etwa vier weiteren Chaluzim aus der Hachschara Urfeld kommend auf mit Planen gedecktem Lastwagen nach Antwerpen geschleust.

16.7.1939 1939 5 Uhr morgens Boarding der acht verspätet aus Enschede kommenden Agudas- Chaluzim Rosa Appel, Elie Daube, Heinemann Gutmann, Issy Hirsch, Saul Lampelz, Bernhard Rosen, Rubin Rottenberg, Adolf Sanders.

17.7.1939 Zustieg von Isaak Sapierstein und den Chawerim aus dem Beit Chaluz Regensburg Erna Margules, Erich Schlorch, Karol Sokolski und etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA

17.-19.7.1939 Verzug in Vlissingen (Flushing)

12.8.1939 Ankunft von auf der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht

Gedenken

Pages of Testimony für

Quellen

www.myheritage.com

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10743346

https://collections.yadvashem.org/de

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

http://danielabraham.net/tree/related/dora/

Niederlande, Bevölkerungsregister, 1810-1936, Gemeinde Barsingerhorn, Archiv Alkmaar

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My