Martha Miriam Malz
*16.4.1923 in Saarbrücken; ✡19.10.2013
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch

Vater Moshe Schmuel Malz *1886 in Jawornik; ✡1942 Chrzanow
Mutter Rosa Pessel Tanzer *2.7.1888 Przeworsk; 12.3.1924 in Saarbrücken
Stiefmutter Fanny Reicher *1898 in Chrzanow; ✡1942 Chrzanow
Großeltern Simon und Miriam Malz
Onkel Markus Malz *13.4.1884 in Jawornik; ✡?.
Tante Chaja Lander *4.4.1885 Dylegowka;
Onkel David Malz *15.8.1888 in Jawornik; ✡2.9.1942 in Auschwitz
Tante Rosa Malz-Beer *28.6.1890 in Nowy Sacz; ✡11.3.1942 in Nizza
Geschwister
Regina Pepi Malz *22.9.1912 in Przeworsk; Juni 1940 in Krakau; ✡vor 1944 in Polen
Emil Meir Malz *2.10.1915 in Przeworsk; ✡13.8.1946 in Haifa
Jeanin Malz *22.9.1920 in Saarbrücken
Halbgeschwister aus zweiter Ehe des Vaters
Hannah Malz *1926; oo 1947 in Tel Aviv Jonathan Alexow/Azav

Simon Malz *? in Saarbrücken; ✡1942 Chrzanow
Cousine/n
Isidor Malz *24.8.1920 in Saarbrücken; ✡ 1.8.1942 in Auschwitz
Eli Elimelech Malz *17.7.1923; ✡ 5.10.2004; oo Charlotte
Simon Malz *14.2.1934 in Saarbrücken; Italien, Frankreich, Schweiz, Überlebender
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Saarbrücken, Von der Heydtstraße 25; Spreenhagen; Eibergen; Franeker
Heirat Eliezer Gottwillen
Kinder eins
Weiterer Lebensweg
Cousin Isidor Malz zur Hachschara in Gut Winkel, Eibergen und Franeker (NL)
Landwerk Halbe
Martha war zur Hachschara in Halbe und Rüdnitz, Jeanin Malz nur in Rüdnitz
Landwerk Halbe Jüdische Mustersiedlung und Landerziehungsheim Halbe (1919-1926) und Landwerk Halbe (1934-1938) für die Mittlere Hachschara (14-17 Jahre)
Träger Makkabi; wie auch Ahrensdorf und Freienstein
Das zweigeschossige Hauptgebäude verfügte im Erdgeschoss über einen Speisesaal für ca. 60 Personen, die Küche und den Schlafsaal der Mädchen, im Obergeschoss befanden sich Schlafräume und ein Waschraum. Das Haus auf der anderen Straßenseite beherbergte das Büro und Perlsteins Wohnung. In einer weiteren Baracke wohnten die „Umschichtler“ der „Älteren-Hachschara“. Die Felder mit den Ställen waren über einen Kilometer entfernt.
1938 wirkte Alex Moch an der ersten Abschlussprüfung im jüdischen Landwerk Halbe (Brandenburg) mit, gemeinsam mit dessen Leiter Friedrich Perlstein sowie Martin Gerson, dem Leiter der Hachschara Ausbildungsstätte Gut Winkel in Brandenburg, die beide Diplom-Landwirte waren. Die neun Lehrlinge aus dem Jugendbund Makkabi Hazair hatten nach ihrer zweijährigen Ausbildung in Halbe eine schriftliche Klausurarbeit zu verfassen, ein Fachtagebuch vorzulegen, ihre praktischen Fertigkeiten in Acker- und Pflanzenbau, Viehhaltung, Obst- und Gemüsebau nachzuweisen, und wurden mündlich in Bodenkunde, Düngung, Botanik, Pflanzenschutz sowie betriebswirtschaftlichen Kenntnissen geprüft.
Bei der Polenaktion am 28.10.1938 ist das Landwerk Halbe verschont geblieben
Zu den überfallenen Ausbildungsorten gehörten Ellguth/Schlesien, Freienstein/Pommern, der Gehringshof bei Fulda, Groß-Breesen/Schlesien, Grüsen bei Frankenberg, Neuendorf bei Fürstenwalde, das Landwerk Halbe/ Brandenburg, „Jom Tow“ Silingthal/Schlesien, Halberstadt, Jägerslust bei Flensburg, Bomsdorf/Krs.Bitterfeld und Sennfeld/Baden. Hachschara-Stätten wie Urfeld bei Köln, Polenzwerder, der Brüderhof bei Hamburg, der Kibbuz Westerbeck in Westfalen und Einrichtungen wie das Jüdische Jugendheim Essen, das auch für Ausbildungszwecke genutzt werden musste, waren ebenfalls betroffen.
10.11.1938 Novemberpogrom in Halbe; Diplomlandwirt Friedrich Perlstein ist Leiter des Landwerks
Perlstein dazu in einem Brief an das Ausgleichsamt des Kreises Bergstraße vom 7. 2. 1973:
„Am 9. November 1938 erschienen Lastautos, gefüllt mit schwarz uniformierten Sturmtruppen. Sie stürmten in die Gebäude und befahlen uns hinter dem Gebäude anzutreten. Es war stock dunkel und wir wurden mit starken Scheinwerfern geblendet. Untermischt mit Schimpfwörtern wurde uns erklärt, dass wir erschossen würden, aber vor der Hinrichtung sollten wir zusehen, wie sie das ‚Judennest‘ vollständig zerstören würden. Sie stahlen, was sie für sich haben wollten und zertrümmerten alles was in bestialischer Weise zerstört werden konnte.
Zum Schluss gaben sie den Befehl das Landwerk Halbe zu verlassen und erklärten mit grausamen Drohungen, dass sie morgen zurückkommen würden, um sich zu versichern, dass ihr Befehl ausgeführt wurde. Dann bestiegen sie ihre Lastwagen und verschwanden in der Nacht. Das war das Ende des Landwerk Halbe.“
Polenaktion
28.10.1938 Vater Moses, mit Frau Fanny und Sohn Simon ausgewiesen nach Zbasyn
August bis Oktober 1939 Räumung des Lagers Zbaszyn, Moses Fanny und Simon Malz nach Chrzanow
1942 letztes Lebenszeichen aus Chrzanow
Gut Winkel
Emil Malz zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen; zuvor war dort auch der Cousin Isidor Malz
Das jüdische Umschulungslager Hof Wecker
Martha Malz zur Hachschara in das jüdische Umschulungslager Hof Wecker beim Bahnhof in der Bahnhofstraße in Rüdnitz bei Bernau. Der Hof Wecker in Rüdnitz, gelegen an der Bahnlinie Berlin Eberswalde in Rüdnitz war im Besitz der Familie Schocken. Leiter war Erich Marx. Die Eheleute Chane und Robert Emmerich sind als Köchin und Hausmeister angestellt.
Er bestand von 1933 bis 1941 und war somit eines der ersten zionistischen Hachscharalager der Jüdischen Jugendhilfe in Brandenburg.
Minderheitenzählung
17.5.1939 Emil Malz im Hachschara Gut Winkel
17.5.1939 beide Eltern in Saarbrücken, Von der Heydtstraße 25
17.5.1939 Onkel David und Frau Rosa mit ihren Söhnen Eli und Simon in Saarbrücken, Frankenstraße 24
Alija

27.2.1939 Martha Malz auf der SS GALILEA von Triest nach Tel Aviv, vermutlich mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija
Alija Beth auf der SS DORA
17.7.1937 Zustieg von Emil Malz mit etwa 200 weiteren Chaluzim in Antwerpen auf das Alija Beth Schiff SS DORA
12.8.1939 Ankunft von Bruder Emil auf der SS DORA in Palästina; die Chaluzim werden am Strand von Shefayim in der Nähe von Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht
Gedenken
13.5.1998 Pages of Testimony für Moses, Fanny und Simon Malz von Schwester Hanni Assaf
Quellen
https://www.myheritage.de/research
https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de266605
Auke Zeldenrust, Kibboets op de Klei, Boom, 2020
Morris Schnitzer, My three selves, a memoir, Lugus, Toronto, 2002
https://danielabraham.net/tree/related/dora
Mirjam Pinkhof, De Jeugdalijah van het Paviljoen Loosdrechtsche Rade, 1998
Frans van der Straaten, Om nooit te vergeten. Herinneringen en belevenissen aan/van Palestina-Pioniers in Nederland gedurende de oorlogsjaren 1939-1945
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655767
https://www.gfh.org.il/eng/Archive
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939