Rudolf Aron Nathan
*2.1.1915 in Köln; ✡?
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Julius Nathan *18.9.1882 in Mainz; ✡Oktober 1944 in Auschwitz
Heirat der Eltern ?
Mutter Rosalie Rosendahl *17.5.1879 in Gangelt; ✡ 8.7.1941 Köln Ehrenfeld
Geschwister

Herbert Nathan *2.2.1914 in Köln; ✡ 10.7.2003 in RamatHaShavim
Beruf –
Adressen Köln, Brüsseler Straße 104; Augsburg ; Kopenhagen
Heirat Sarah Nathan
Kinder
–
Weiterer Lebensweg
Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg
17.5.1935 Passausstellung für Herbert Nathan in Köln
1936 Herbert Nathan zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof
Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.
4.3.1937 Heirat von Herbert Nathan mit Hanna Fleischhacker in Hamburg
Alija
2.4.1937 Bruder Herbert und Hanna Nathan nach Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS
Hachschara im Beth Chaluz Augsburg
Rudolf Nathan zur Hachschara als Gärtnerpraktikant nach Augsburg, Beth Chaluz in der Armenhausgasse B 121 a (21), Träger war der Hechaluz; das Beth Chaluz befand sich bis 1937 in der Bernheimer-Villa in der Friedberger Straße 9; von Augsburg gingen viele Jugendliche auf das Hachschara Gut Bannacker in Augsburg-Bergheim, der Hechaluz betrieb dort in Haus drei eine landwirtschaftliche Ausbildung
Novemberpogrom
10.11.1938 33 Chaluzim verhaftet in Augsburg im Novemberpogrom, Rudolf Nathan mit insgesamt 28 über 18- Jährigen Chaluzim aus dem Wohnheim für jüdische Auszubildende in der Armenhausgasse, „Schutzhaft“ in Dachau; Häftlingsnummer 21193

8.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau mit der Auflage, Deutschland zu verlassen
Dänemark 1939-1943
1939 Flucht nach Dänemark zur Einzelhachschara bei Bauern
1939 Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943
Ausnahmezustand in Dänemark 1943
29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen
17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung für die Juden in Dänemark
September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark
„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.
28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.
Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

6.10.1943 Rudolf Nathan auf einem Motorboot Kopenhagen nach Traelleborg, Schweden
8.7.1941 Tod der Mutter im Israelitischen Asyl in Köln Ehrenfeld
6.3.1942 zweite Ehe des Vaters mit Else Lachs (1895-1944)
25.9.1942 Deportation III/6 von Köln nach Theresienstadt

23.10.1944 Julius und Else Nathan auf dem Transport E t von Theresienstadt nach Auschwitz
Nachkriegszeit
Sommer 1945 Rückkehr von Rudolf Nathan nach Dänemark
Gedenken
–
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de934566
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de934433
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/5104728
https://collections.arolsen-archives.org/en/document/130429447
http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/
Philipsen, Bernd (2008): Jägerslust. Gutshof, Kibbuz, Flüchtlingslager, Militär-Areal. Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (69). Flensburg.
Philipsen, Bernd (2016):„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg. In: Hering, Rainer (Hg.) (2016): Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein. Der Novemberpogrom im historischen Kontext. Hamburg, S. 231-25
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History