Tokajer Berta

Berta Tokajer

*10.6.1907/1908 in Modrzejow; ✡ 27.11.1997 in Israel

Staatsangehörigkeit staatenlos

Religion jüdisch

Vater ?

Mutter Rosa Tokayer *17.3.1863 in Modrzejow; ✡ vor 1944 in Polen

Geschwister

Bema Tokayer *20.2.1902 in Modrzejow; ✡30.9.1942 Treblinka; oo Ludwig Marchand

? Lina Tokajer *7.2.1904 in Piotrkow; Emigration Juli 1938; ✡?; oo Zyssmann

Beruf

Adressen Modrzejow; Mainz; Külte, Volkmarsen; Hof Jägerslust bei Flensburg;

Heiraten

Hans Edelstein *10.4.1916 in Berlin, Charlottenburg; ✡15.5.1948

Günter Arno Lange *9.10.1909 in Berlin; ✡26.3.2000 Israel; Günter Lange war zuvor geschieden von Alice Leschziner; Margot Lange (Jägerslust!) war seine Schwester

Kinder

Weiterer Lebensweg

Hachschara in Külte

18.6.1935 Berta Tokajer in Volkmarsen

Die jüdische Jugendorganisation Hechaluz betrieb den Hachschara-Gärtnereibetrieb Kibbuz  Külte (heute zu Volkmarsen) von September 1934 bis August 1936. Der jüdische Holzhändler Simon Strauß stellte dafür ein Gelände am Külter Bahnhof kostenlos zur Verfügung.

„Israelitisches Familienblatt“ vom 18. Oktober 1934

29.4.1936 Berta Tokajer wieder in Mainz gemeldet

August 1936 Auflösung in Külte und Grüsen, da alle Mitglieder des Külter Kibbuz und des Kibbuz Hagschama in Grüsen mit Zertifikaten emigrieren konnten.

Hachschara-Lehrgut Jägerslust bei Flensburg

18. 8.1936 Berta Tokajer wechselt zur Hachschara in das Lehrgut Jägershof bei Flensburg

26.6.1937 gemeldet in Flensburg

Der Hof gehörte der Familie von Käthe und ihrem Sohn Alexander Wolff (1891-1984); er war mit 77 Hektar der zweitgrößte in der Region Flensburg

Herbst 1934 Beginn der Hachschara-Ausbildung mit 12 Praktikanten; bis 1938 wurden hier etwa 100 Chawerim ausgebildet.

1935 kommt Jitzchak Skedi (1912-1982) als Sjalach des Kibbutz Givat Hashlosha auf den Hof, um Hachschara und Alija-Aktivitäten zu unterstützen.

1936 Bau eines Wohnhaus für die männlichen Arbeiter, womit die Kapazität auf 25 erhöht wird

16.1.1937 Kibbuz Jägerslust Berta Tokajer 3. von links; Foto Richard Hausmann

1.12.1937 Berta Tokajer abgemeldet nach Frankfurt

9.2.1938 zu den Eltern nach Mainz

16.2.1938 Heirat in Stuttgart mit Hans Edelstein

Alija

19.6.1933 Fremdenpass-Ausstellung für Berta Tokajer in Mainz

3.9.1936 Ankunft von Günter und Alice Lange auf der SS TEL AVIV in Haifa mit einem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS

2.2.1938 Fremdenpass-Ausstellung für Hans Edelstein in Stuttgart; Adresse Gartenstraße 30 (Beth Chaluz)

21.2.1939 Ausstellung des Visum in der Britischen Botschaft in Stuttgart

2.3.1938 Einschiffung in Triest

7.3.1938 Einreise von Berta und Hans Edelstein nach Haifa mit seinem Arbeiterzertifikat des Hechaluz der Kategorie C/LS, Berta mit Kategorie D

8.3.1940 Einbürgerung von Berta und Hans Edelstein in Palästina; Unterstützer ist Dr. med. Efraim Edelstein, der Vater von Hans

Polenaktion

28.10.1938 Mutter Rosa aus Mainz abgeschoben nach Zbaszyn

Minderheitenzählung

17.5.1939 Schwester Rosa und Mann Ludwig Marchand in Mainz, Walpodenstraße 8

30.9.1942 Schwester Rosa und Mann Ludwig ab Darmstadt deportiert nach Treblinka

Nachkriegszeit

Eintritt von Chanan Edelstein in die Haganah, eingesetzt im „Air service“,

15.5.1948 Chanan Edelstein erliegt den tödlichen Verletzungen durch das erste ägyptische Bombardement des Flughafens in Tel Aviv im Unabhängigkeitskrieg

Heirat mit Georg Gideon Lange, Bruder von Margot Lange (Jägerslust!)

Gedenken

Quellen

http://danielabraham.net/tree/related/hachshara/

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1663665

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de924871

Philipsen, Bernd (2008): Jägerslust. Gutshof, Kibbuz, Flüchtlingslager, Militär-Areal. Schriftenreihe der Gesellschaft für Flensburger Stadtgeschichte (69). Flensburg.

Philipsen, Bernd (2016):„Dat Judennest hebbt wi utrökert.“ Vom gewaltsamen Ende des Auswanderer-Lehrguts Jägerslust bei Flensburg. In: Hering, Rainer (Hg.) (2016): Die „Reichskristallnacht“ in Schleswig-Holstein. Der Novemberpogrom im historischen Kontext. Hamburg, S. 231-25

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/4092136

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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