Zebrak Hedwig

Hedwig Zebrak

*9.5.1925 in Augsburg-Oberhausen; ✡ vor 1944 in Piaski

Staatsangehörigkeit                              

Polnisch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Josef Srul Zebrak *10.3.1877 in Stoczek, Polen; ✡14.3.1942 Bernburg

Heirat der Eltern 19.6.1922

Mutter Scheindel Jenny Slon *15.1.1990 Kaluszyn; ✡vor 1944 in Piaski

Josef Zebrak mit seiner Familie

Geschwister

Moritz Moshe Zebrak *26.3.1923 Augsburg; in Tel Aviv

Rosa Zebrak*3.11.1927 in Augsburg; ✡ vor 1944 in Piaski

Paula Zebrak *11.1.1930 in Augsburg; ✡ vor 1944 in Piaski

Halbgeschwister 1.Ehe, Mutter Rachel Karlewitz *1.1.1880; ✡vor 1921 in Augsburg

Jakob Zebrak *6.6.1898 in Kaluszyn; ✡13.12.1947 Melbourne

Schmul Zebrak *6.6.1903 in Kaluszyn; ✡Santiago de Chile

Ari Ludwig Zebrak *3.3.1908 in Kaluszyn; ✡21.11.1981 in Tel Aviv; oo Hanna Najman

Beruf  Praktikantin

Adressen Augsburg, Mendelssohnstraße 1, Pestalozzistraße 16, Ulmer Straße 228; Gut Winkel, Spreenhagen;

Adressen  ;

Heirat ?

Kinder ?

Weiterer Lebensweg

Vater Josef war Chasan, Friedhofswärter und Schuster

Erste Polenaktion

28.10.1938 Familie Zebrak kann wegen ihrer Staatenlosigkeit nicht abgeschoben werden.

Gut Winkel

5.4.1941 Hedwig Zebrak abgemeldet aus Augsburg zur Hachschara nach Gut Winkel,;

Gut Winkel bei Spreenhagen bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel. 1938 wird die Zahl der Belegplätze mit 120 angegeben

30.6.1938 auf der Belegschaftsliste des Gut Winkel;

28.10.1938 keine Verhaftungen in der Polenaktion auf Gut Winkel

10.11.1938 keine Verhaftungen im Novemberpogrom auf Gut Winkel

Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Hedwig Zebrak

17.5.1939 Bruder Moritz Zebrak mit 122 Personen registriert in Schniebinchen

Legale Alija

4.7.1939 Passausstellung für Bruder Moritz Zebrak in Sorau

9.8.1939 Einschiffung von Bruder Moritz in Triest mit Rolf Herschthal

18.8.1939 Ankunft in Haifa mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Um­be­nen­nung der noch bestehenden in „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“

Mai bis September 1941 Auflösung der Hachscharalager Ahrensdorf, Jessen, Havelberg Gut Winkel; Verlegung der Chaluzim in das Lehrgut Neuendorf im Sande; nur ein kleiner Teil darf noch im Gut Winkel arbeiten, was auch zum Arbeitslager wird.

Am 19.6.1941 wird das Lager in Gut Winkel geschlossen.

1.9.1941 Hedwig als ledige Hausgehilfin gemeldet in der Remboldtstr. 1, bei Arnold, zuvor. Besitzer der NAK (Neuen Augsburger Kattunfabrik) und Vorsitzender der jüdischen Gemeinde Augsburg

Zweite Polenaktion

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

September 1939 Hedwig Zebrak auf der Liste des Landrates Kreis Beeskow-Storkow für das Gut Winkel

7.9.1939 Anweisung des RSHA alle polnischen Männer als „feindliche Ausländer“ zu verhaften

Verhaftung von Vater Josef Zebrak in Augsburg, Einsperrung ins Polizeigefängnis Augsburg

16.10.1939 Einweisung des Vaters ins KL Buchenwald durch STAPO Augsburg

Aktion 14f13 „Häftlingseuthanasie“ – Tötungsanstalt Bernburg

November/Dezember 1941 Selektion durch die „Euthanasie“-Gutachterkommission unter Dr. med. Fritz Mennecke, Aktion 14f13 „Häftlingseuthanasie“

Anfang 1942 alle Juden werden zur erneuten Selektion in den Häftlingskrankenbau befohlen.

Lagerarzt Hoven stand breitbeinig auf dem Tisch, während die jüdischen Männer vorbeimarschierten.

Der kommunistische Kapo Heinrich Weingärtner muss die Häftlingsnamen der für Zwangsarbeit ungeeigneten notieren.

Report von Emil Carlebach Blockältester im Judenblock in Buchenwald

 „Am 2. März 1942 fuhren morgens beim Zählappell Lastkraftwagen vor dem Lagertor auf. 90 Jüdische Häftlinge mußten auf Transport. An drei Tagen wiederholte sich das.“

14.3.1942 Josef Zebrak – streng nach dem Alphabet – auf dem letzten Transport mit den grauen Bussen; die 99 Gefangenen wurden in der Gaskammer von Bernburg unmittelbar nach Ankunft ermordet, insgesamt 402 bei vier Transporten

Die Sterbeurkunden sind fingiert, fiktiv mit Todesort, Datum und Ursache, angeblich 21.3.1942 von einem nicht existenten Standesamt Kulmhof ausgestellt.

Augsburg – München – Piaski

3.-4.4.1942 Deportation von Hedwig mit der Mutter Scheindel sowie den Schwestern  Paula und Rosa Zebrak von München unter der Transportnummer 669 in der Deportationsliste 37 nach Piaski

Gedenken

–

Quellen

https://gedenkbuch-augsburg.de/biografien/hedwig-zebrak

Ilana Michaeli und Irmgard Klönne (Hrsg.) Gut Winkel, die schützende Insel: Hachschara 1933-1941 Mitarbeit von Ilka von Cossart, Katharina Hoba und Ulrike Pilarczyk; LIT Verlag; 2007

https://victims.auschwitz.org/victims

Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.mappingthelives.org

Genealogie Webseite My Heritage

http://luckauer-juden.de/hachschara.html

https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

Peter W. Lande,  Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

“My