Schiessl Elga

Elga Bertha Schiessl geb. Blumenreich

*9.6.1907 in Köln- Lindenthal; ✡ ? Kanada ?

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater unbekannt

Mutter unbekannt

Geschwister unsicher

Milli Blumenreich ✡29.2.1904 in Köln, jüdischer Freidhof

Familienmitglieder Blumenreich in Köln

Fanny Blumenreich *26.7.1869in Berlin; ✡Theresienstadt

Emma Blumenreich *22.1.1876 in Berlin; Theresienstadt; ✡22.9.1942 Treblinka

Beruf Musikerin, Sängerin; Hausfrau

Adressen München Boosstraße 18 I; Wilramstraße 57 II

Heirat mit George Schiessl *17.9.1903 in München ( Mischehe mit „Arier“)

Kinder Elga Johanna Schiessl *28.4.1928 in München; oo Sima Laks („Halbjüdin“

Weiterer Lebensweg

1936-1941 lebt die Familie in München, Ehemann George ist Kapellmeister, sie spielt Schlagzeug in seiner Jazz-Band und ist Sängerin

1941-1942 Ehemann als Soldat in Mitau in Lettland; 1942 entlassen (unehrenhaft?)

Zwangsarbeit in München

Gestapoliste 1942/43 aus München

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert

13.6.1943 Elga Schiessl mit 219 Juden aus München und Schwaben in das KL Auschwitz; Häftlingsnummer 6831(?)

März 1943 bis November 1943 in Auschwitz-Birkenau

Das Mädchenorchester in Auschwitz

Esther Loewy/Bejarano berichtet über die Aufstellung des Mädchenorchester von Auschwitz im April 1943

„Als dann die Dirigentin, Zofia Czajkowska eines Tages bei den Blockältesten nach Musikerinnen suchte, wurden meine Freundinnen Hilde Grynbaum, Sylvia Wagenberg und ich vorgeschlagen… Auch meine Freundinnen wurden akzeptiert, Hilde als Geigerin, Sylvia als Flötistin, und so zogen wir drei in die Baracke, in der die Musiker schliefen, die sogenannte Funktionsbaracke.“

August 1943 Alma Rose übernimmt die Leitung des Mädchenorchesters, Zofia Czajkowska wird Blockälteste in der „Funktionsbaracke“

August 1943 bis Oktober 1943 Elga Schlagzeugerin im Mädchenorchester; Nachfolgerin von Danuta Kallakova, die noch von Zofia Czajkowska für die Erstbesetzung ausgesucht worden war

4. 4.1944 Tod von Alma Rose (*3.11.1906 in Wien, 4.4.1944 in Auschwitz)

April 1944 Sonia Winogradowa wird neue Leiterin und verlangt den Ausschluss der jüdischen Musikerinnen

„Als 1944 Tausende von ungarischen Juden in das Lager gebracht wurden und aufgereiht standen, um in die Gaskammern geführt zu werden, mussten wir auch diesen Unglücklichen etwas vorspielen.“

November 1944 Verlegung des Mädchenorchester aus dem KL Auschwitz nach Bergen-Belsen

15.4.1945 Befreiung durch die Royal Army in Bergen Belsen

14.6.1945 auf der Liste deutscher Jüdinnen in Bergen Belsen die Mitglieder des Mädchenorchesters: Ruth Basinski,  Hilde Grynbaum, Charlotte Grunow, Elga Schiessel; Renate und Anita Lasker, Sylvia Wagenberg, Carla Wagenberg;

aus dem Mädchenorchester, ebenfalls in Bergen Belsen:

Regina Kuperberg, Helen Dunicz, Elsa Miller

1946-1949 Ehemann betreibt einen Musikverlag; arbeitet gelegentlich als Musiker

Juli-September 1949 mit dem Ehemann zur Kuraufenthalt in Weesen am Walensee, Schweiz

21.10.1950 Antrag auf Unterstützung zur Auswanderung nach Kanada; Adresse München Wilramstraße 57/II

25.6.1951 Elga Schiessl – aus dem DP Camp Ludwigsburg Nr. 245, Luitpold-Kaserne kommend – auf der SS ANNA SALEN von Bremen-Grohn nach Kananda

Gedenken

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12672197

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11194687

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70044760

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/81747753

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/79704459

Gestapo-Verzeichnis zu Jüdinnen und Juden aus München, Blatt 15-64

https://thegirlsintheauschwitz.band

https://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%A4dchenorchester_von_Auschwitz

https://yvng.yadvashem.org/ad

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Harald Lordick, Landwerk Neuendorf in Brandenburg, in: Kalonymos, 2017, Heft 2

Esther Bejarano, Man nannte mich Krümel, Curio Verlag 1989

Esther Bejarano, Erinnerungen, Laika Verlag, 2013

Anneliese Ora-Borinski, Erinnerungen 1940 – 1943, Kwuzat Maayan-Zwi, Israel 1970

Diethard Aschoff, „Jeden Tag sahen wir den Tod vor Augen“. Der Auschwitzbericht der Recklinghäuserin Mine Winter, in: VZ 94 – 96, 1995 – 97, Hrsg. W. Burghardt, S. 321 – 386

Video-Interview mit Issy Philipp 1994

Naftali-Rosenthal-Ron, Aufblitzende Erinnerungen, Autobiografie; deutsche Übersetzung von Alice Meroz, Berlin 2015

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212883

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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