Kuperberg Regina

Regina Rivka Rebecca Kuperberg

Staatsangehörigkeit polnisch

Religion jüdisch

*2.11.1923 in Bedzin; verstorben in Israel

Vater David Kuperberg *1889

Mutter Fejga Lea Frytmann *1897

Geschwister

Guccia Kuperberg *1929; Tod 1943

Heirat 14.6.1946 in der Kinneret-Kolonie am See Genezareth mit Aharon Bacia

Kinder drei

Zipora Bacia *Jan 1949; oo Zion Cohen

Nurit Chaja Bacia *Mai 1953

Weiterer Lebensweg

In Bedzin Mitglied in der linkszionistischen Jugendorganisation Gordonia; Shlomo Lerner, Leiter der Gordonia-Gruppe war ihr Verlobter; er kommt in Auschwitz um; dessen Bruder Israel Lerner findet sie nach dem Krieg in Bergen-Belsen und geht mit ihr in den „Kibbuz Buchenwald“ auf dem Gehringshof

Das Ghetto von Bezin/Bendsburg

1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen

3.9.1939 Besetzung von Bedzin; Eingliederung in das Deutsche Reich, Umbenennung in Bendsburg

9.9. 1939 die Große Synagoge und 50 umliegende Häuser werden niedergebrannt, viele Tote unter den jüdischen Bewohnern

Mai 1942 erste größere Deportation aus Będzin; ihr Großvater wurde mit einem der ersten Transporte deportiert

August 1942 weitere Selektionen und Deportationen, 23 000 Juden auf zwei Plätzen in Będzin zusammengezogen und 4700 als nichtarbeitsfähig eingeschätzte Juden nach Auschwitz verbracht;  ihr Vater ebenfalls deportiert

Frühjahr 1943 die im Landkreis Sosnowiec und Będzin verbliebenen Judenin werden ein Ghetto verbracht, das aus den zwei kleineren, miteinander verbundenen Ghettos Środula/Klein Srodula und Kamionka bestand.

Juli bis August 1943 Räumung des Ghetto Sosnowitz .

August 1943 Deportation von Regina Kuperberg zusammen mit ihrer Mutter und ihrer Schwester aus dem Ghetto Bedzin nach Auschwitz.

Bei der Selektion an der Rampe wird sie zur Zwangsarbeit eingewiesen; sie bekommt die Häftlingsnummer 51094 in den linken Unterarm tätowiert.

In Auschwitz darf sie auf Vermittlung ihrer Freundin Rachela Selmanowitz aus Bedzin (später Olewski) Alma Rose, der Leiterin des Mädchenorchesters auf der Mandoline vorspielen, fällt bei dieser Probe aber zunächst einmal durch; Alma Rose nimmt sie dann aber doch als persönliche Assistentin, da sie Noten schreiben kann; eine andere Freundin im Mädchenorchester ist Hilde Grynbaum; weitere Mitglieder mit Hachschara-Erfahrung waren Karla und Sylvia Wagenberg, Esther Loewy/Bejarano

August 1943 bis zur Auflösung des Mädchen-Orchesters im Oktober Notenschreiberin und im Stubendienst der Orchesterbaracke

Auschwitz-Liste mit Helene Dunicz, Jadwiga Zatorska, Fanny Kornblum, Maria Mos, Regina Kuperberg, Charlotte Grunow,Lola Kroner, Sonja Winogradova aus dem Mädchenorchester

1.11.1944 Verlegung nach Bergen Belsen

14.4.1945 Befreiung in Bergen Belsen durch die britische Royal Army

Registrierung in Bergen Belsen

14.6.1945 Liste deutscher Jüdinnen in Bergen Belsen mit Mitgliedern des Mädchenorchesters: Ruth Basinski,  Hilde Grynbaum, Charlotte Grunow, Elga Schiessel; Renate und Anita Lasker, Sylvia Wagenberg, Carla Wagenberg;

Weitere Jüdinnen auf dieser Liste

Lotte Joseph, Sara Landsberg, Hildegard Mayer, Margot Rosenblatt

ebenfalls in Bergen Belsen aus dem Mädchenorchester

Regina Kuperberg, Helen Dunicz, Elsa Miller, Flora Jacobs, Rachela Selmanowitz

Mai1945 in Bergen-Belsen: die Freundinnen vom Mädchenorchester Auschwitz
v.l. Helen Dunicz; Anita Lasker Walfisch, Hilde Grünbaum

Motek Nussbaum stellt Rivka Kuperberg Aharon Bacia vor, die beiden verlieben sich und beschließen sich der NOHAM-Gruppe in Bergen-Belsen anzuschließen.

2.7.1945 Registrierung im DC-Center

15.7.1945 Eliaha Dobkin (stellvertretender Leiter der Alijah-Abteilung der Jewish Agency) im Kibbuz Buchenwald zu Besuch mit der Ankündigung, dass das Palästina-Büro in Paris in 6 Wochen 79 Zertifikate aus Vorkriegsbeständen zur Verfügung stellt.

Mitte August 1945 20 Chaluzim der NOHAM-Gruppe aus Bergen-Belsen wegen der von Dobkin angekündigten Zertifikate auf den Gehringshof, u.a. Piese Zimche, Herbert Growald, Manci Ferenc/Ohnhaus, Shlomo Schiff, Bella Staub, Guste Zisner, Anna Adler, Esther Loewy, Margot Edel, Rifka Kuperberg, Israel Lerner.

11.11.1945 Regina Kuperberg im städtischen Krankenhaus Fulda

22.11.1945 Beratung auf dem Gehringshof mit Aharon Bacia von der NOHAM-Zentrale in Bergen-Belsen und vier Soldaten der Jewish Brigade (u. a. Naftali Unger, Chaim Ben Asher) mit dem Ergebnis: die illegale Ausschleusung von 60 Ma’apilim über Bergen-Belsen , Eindhoven nach Antwerpen; in Absprache mit NOHAM-Zentrum in Bergen Belsen wird beschlossen, Delegationen in eine Reihe von DP-Camps zu entsenden, um NOHAM-Mitglieder in den Kibbuz Buchenwald zu holen. Aus dem Tagebuch dieser dritten NOHAM-Gruppe auf dem Gehringshof:

„Landsberg/Inn: Dezember1945. Abgesandte kommen aus dem Kibbuz Buchenwald, Gehringshof, Hilde Grynbaum, Rivka Kuperberg und anderen, mit der frohen Nachricht: Sie wandern in den kommenden Tagen nach Israel aus (Aliyah Bet) aus und müssen sofort eine große Gruppe von Leuten aus den Reihen NOHAM schicken, um sie zu ersetzen. Mehrere Tage lang bereiten wir uns auf die Abreise vor. Wir fahren mit vielen Gegenständen, die wir vom Komitee in Landsberg erhalten haben, zum Gehringshof.“

Aharon Bacia bereitet in Bergen Belsen die Unterbringung der 60 Gehringshöfer Chaluzim vor, bevor es nach etwa zwei Wochen Wartens gelingt, die in Uniform gesteckten Chaluzim  mit Militär-LKW nach Antwerpen zu schleusen.

24.12.1945 bis Ende Januar 1946 Aharon Bacia bei BRICHA -Schleuseraktion mit Isi Philipp im Dreiländereck; bei Kaldenkirchen bringen sie ca 600 Chaluzim über die Grenze in die Niederlande.

Nach zwei Monaten Wartens in den zwei Quartieren der Jewish Brigade fahren sie in einem großen Militär-LKW-Konvoi nach Marseille; von dort gelangen sie auf der SS TEL HAI nach Haifa, zu dieser NOHAM Gruppe von 60 Chaluzim gehören: Aharon Bacia und Rita Kuperberg, Isi Philipp, Piese Zimche und Hilde Grynbaum, Fredi Diament, Theo Lehmann

Die Überfahrt ist stürmisch, das Schiff muss in Bonifacio/Korsika und auf Kreta ein schützendes Hafen suchen

Nach wenigen Tagen im britischen Internierungscamp Atlith geht die „Kibbuz Buchenwald“-Gruppe in den Kibbuz Afikim, nachdem sich die Britische Protektoratsbehörde ein letztes Mal überreden lässt, die Zahl der Ma’apilim auf die ausstehenden Zertifikatskontigente anzurechnen.

Der nicht religiöse Kibbuz Afikim zählte 1946 etwa 670 Bewohner. Aharon Bacia arbeitet in der Sperrholzfabrik Kalat; er tritt in die HAGANAH ein; wird Schatzmeister der Buchenwald-Gruppe

14.6.1946 Heirat von 5 Brautpaaren am See Genezareth, dazu gehören Aharon Bacia und Rifka Kuperberg sowie Aharon Ahuvia und Lola Sultanik

17.6.1946 „Nacht der Brücken“ Palmach-Kämpfer sprengen 11 Brücken

29.6.1946 „Black Sabbath“, „Operations Agatha und  Broadside“ der Briten gegen die Anschläge des PALMACH und der HAGANAH; eine britische Fallschirmjägereinheit stürmt den Kibbuz Afikim, Palmach -und Haganah-Männer unter Kommandant Zwi Tzur (Chera) werden verhaftet und in das britisches Internierungslager Rafah gebracht; zu den 2500 Verhafteten gehören 10 „Buchenwalder“-Chaluzim u.a. Aharon Bacia, Oscar Wassermann. Nach zwei Monaten können die Inhaftierten nach Afikim zurück.

7.9.1947 Ankunft von Aharon Bacia mit einer ersten Gruppe von 16 Chaluzim aus der Kibbuz Buchenwald-Gruppe in Afikim nach Rishon LeZion

20.6.1948 die erste Gruppe von sechzehn Mitgliedern des Kibbuz Buchenwald, bewaffnet mit tschechischen Gewehren, auf die Spohn-Farm; nach 3 Monaten Kriegsdienst konnten die Verteidiger der Farm ihre Frauen und Kinder nachziehen; später beantragen sie bei der Sochnuth/Jewish Agency, dass ihnen die Farm in Erbpacht zugesprochen wird.

Neben den landwirtschaftlichen Projekten wird eine Metallwerkstatt zur Herstellung von Eisenbetten für die Jewish Agency eröffnet, wo Aharon Bacia ein Jahr arbeitet.

Quellen

Aharon Bacia, Eine Lebensgeschichte, 2010

Judith Tydor Baumel, Kibbuz Buchenwald, Hrsg. Kibbuz HaMeuhedet, Tel Aviv 1994

Zeugnisse aus dem Tal des Todes, Veteranen des Kibbuz Netzer-Sereni erzählen; Oranit Verlag, 1998

https://thegirlsintheauschwitz.band

https://newrepublic.com/article/151061/road-buchenwald

https://www.jewiki.net/wiki/Netzer_Sereni

https://de.wikipedia.org/wiki/Netzer_Sereni

Home – Deutsch

BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)

https://www.mappingthelives.org

http://www.dpcamps.org/listDPCampsbyTeamNo.pdf

http://www.fuldawiki.de/fd/index.php?title=Gehringshof

Jüdische Überlebende, Listen von Juden in Polen 1945

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/67920786

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/78790374

Arolsen Archives, Arolsen Signatur DE ITS 2.1.1.1 HE 016 JÜD 7 ZM

https://yvng.yadvashem.org/ad

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert