Studinski Martin

Martin Studinski

*8.2.1914 in Kulm; ✡ 2004 in Kopenhagen

Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos

Religion jüdisch

Vater Leo Lesser Studinski *25.3.1883 in Czersk; 6.1.1942 in Berlin

Mutter unbekannt Bukofzer (laut eigener Angabe)

Stiefmutter Sara David gesch. Jacoby *27.12.1890 in Kcynia/Exin, Schubin: Auschwitz

25. 2.1936 Zweite Ehe des Vaters mit Sara David gesch. Jacoby mit Lesser Studinski

Onkel Jakob Studinski *22.12.1876 in Czersk / Kanitz / Westpreußen; ✡1.12.1941 in Minsk

Geschwister

Dorothea Studinski *13.12.1912 in Kulm; ✡11.9.1975 in Karlsruhe; oo 1943 Bruno Artelt (*1899-1978)

Else Studinski *4.1.1918 in Kulm; oo Klein

Stiefschwester Ella Studinski *25.6.1911 in Schwetz; Mutter Ella Simon (*1892 in Chicago); oo 1941 John Wiggin (1899-1968)

Stiefbruder aus erster Ehe der Stiefmutter Georg Jacoby *17.6.1920; ✡1976 England

Beruf Landwirtschaftlicher Arbeiter

Adressen Kulm; Berlin; Stuttgart, Gartenstraße 30; Helsingborg

Heirat Lieselotte Levy *4.12.1918 in Berlin; ✡ 23.6.1991 in Kopenhagen

Kinder zwei

Tochter Studinski; oo Nils Gunnar Elley (1945-2019)

Weiterer Lebensweg

25. 2.1936 Zweite Ehe des Vaters mit Sara David gesch. Jacoby mit Lesser Studinski

1938 Martin Studinski in Stuttgart, Gartenstraße 30; Gemeindehaus

Unter dieser Adresse in der Gartenstraße 30/Ecke Hospitalstraße, Stuttgart befand sich 1942 die Jüdische Mittelstelle; Quelle Stadtarchiv Stuttgart, gemeinfrei

Novemberpogrom

10.11.1938 Martin Studinski in Stuttgart, Gartenstraße 30 mit einer Gruppe von acht dort wohnenden etwa gleichaltrigen Juden aus ganz Deutschland verhaftet (Kibbuz-Wohngemeinschaft)

13.11.1938 Internierung im KL Dachau, Häftlingsnummer 24193

23.12.1938 Entlassung aus dem KL Dachau

1939 zur Einzelhachschara auf Bauernhöfen in Dänemark

17.5.1939 Vater Lesser mit Stiefmutter Sara und den Schwestern Dorothea und Ella in Berlin Horst-Wessel-Stadt, Friedrichshain, Niederbarnimstraße 7

29.9.1939 Schwester Ella Studinski beim britischen Census erfasst als Lernschwester im City Isolation Hospital, London Road, Coventry, Warwickshire, England

6.1.1942 Tod des Vaters Lesser Studinski in Berlin

Volkszählung in Dänemark 1940

Martin Studinski zweimal erfasst in Tikøb, Lynge Kronborg, Frederiksborg;

Einmal in einer Männer WG von Hachschara Chaluzim

Und ein zweites Mal zusammen mit seiner Frau Lieselotte in einer Frauen WG von Hachschara Chaluzoth in Tiköb

Ebenfalls registriert in Tikøb die Chaluzim des BACHAD  

Judasia Einhorn, Theodor Fürst, Rosa Kreitstein, Max Mahr, Moses Trattner, Salomon Steinwell , Thekla Steinwell, Samuel Wildstein

sowie in einer weiteren WG

Irmgard Klonower, Nathan Königshofer, Isaak Martin, Leopold Martin, Otto Reiter, Ernst Samosch, Bruno Schmitz, Siegfried Schuss, Ludwig Strauß, Oskar Tisser

22.9.1943 Martin und Lieselotte fliehen noch vor der Massenflucht von Dänemark nach Landskrona, Schweden

27.9.1943 Antrag von Martin und Lieselotte auf Ausstellung eines Fremdenpasses in Malmö

Ausnahmezustand in Dänemark 1943

1939 Emigration nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen

9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943

29.8.1943 Die deutschen Besatzer verkünden den „Ausnahmezustand“ wegen zunehmender Widerstandaktionen

17.9.1943 Adolf Hitler befiehlt die Endlösung in Dänemark

September 1943 Anordnung von Werner Best, SS-Obergruppenführer und Generalbevollmächtigter für Dänemark

„Die Festnahme der zu evakuierenden Juden erfolgt in der Nacht vom 1. zum 2.10.43. Der Abtransport wird von Seeland zu Schiff (ab Kopenhagen), von Fünen und Jütland mit der Bahn Sonderzug durchgeführt“.

28.9.1943 der deutsche Diplomat Georg Ferdinand Duckwitz verrät die geplante Deportation bei einem Treffen mit dänischen Sozialdemokraten.

Oktober 1943 7700 Juden können sich mit Hilfe der dänischen Bevölkerung in einer Massenflucht über den Øresund (Ostsee) nach Schweden retten.

Später wohnen sie in Helsingborg

Rückkehr nach Dänemark, Kopenhagen

2004 Tod in Kopenhagen

Fabrikaktion in Berlin

20.2.1943 neue Richtlinien des Reichssicherheitshauptamtes für die „technische Durchführung der Evakuierung“ als Vorbereitung auf die „Fabrikaktion“

März 1943 Reichsweite „Fabrikaktion“, alle noch in Arbeitslagern und kriegswichtigen Betrieben beschäftigten „Volljuden“ werden verhaftet und in Konzentrationslager nach Auschwitz und ins „Generalgouvernement“ deportiert.

3.3.1943 Deportation der Stiefmutter Sara auf dem 33. Osttransport von Berlin nach Auschwitz

23.2.1948 Suchanzeige von Stiefbruder Georg Jacoby für seine Mutter Sara Studinski

Suchanzeige von Martin Studinski für die Stiefmutter Sara Studinski

Adresse: Rosenskoldsgatan  Ramloga-Brunn, muss heißen Rosenschöldsgatan Ramlösa brunnspark in Helsingborg

Gedenken

Quellen

https://safe-haven.dk

https://safe-haven.dk/fileadmin/user_upload/Fraemlingspass_Studinski__Martin_Israel.pdf

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1169162

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/131697681

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/86588992

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10762771

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429548

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert