Edith Heidenfeld
*19.2.1913 in Berlin; ✡ 1980 in Kfar Giladi
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Alfred Heidenfeld *23.5.1874 in Gleiwitz; ✡ 11.11.1942 Theresienstadt
Mutter Cilly Celina Altmann *19.5.1881 in Grünberg; ✡ 19.9.1943 Theresienstadt
Geschwister
Adressen Berlin Tiergarten, Dortmunder Straße 13; Ellguth
Heirat Abram Levin *2.11.1907 in Valga Estland; ✡ 1990 in Kfar Giladi
Kinder vier
Weiterer Lebensweg
Berlin Tiergarten, Dortmunder Straße 13
17.5.1939 beide Eltern in Berlin Tiergarten, Dortmunder Straße 13
bei Minderheiten-Volkszählung
Das Lehrgut Ellguth
Edith Heidenfeld zur Hachschara nach Ellguth
Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.
Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.
Polenaktion
28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.
Novemberpogrom
10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen
10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.
Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp
Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.
17.5.1939 Edith Heidenfeld bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung
29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager
14.2.1940 Registrierung von Edith Heidenfeld in Athlit; sie gibt als Referenz den Lagerleiter von Ellguth Armin Duschinski an, als Gemeindeältesten Rabbi Lewkowitz Berlin (Dokument D/672/40/CHU);
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit
Theresienstadt

23.7.1942 beide Eltern auf dem 29. Alterstransport von Berlin nach Theresienstadt

17.11.1942 Tod des Vaters in Theresienstadt mit Bronchopneumonie, Demenz
19.9.1943 Tod der Mutter in Theresienstadt
Gedenken
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Quellen
https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561
www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/
Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten