Kaspary Fritz

Fritz Kaspary

*9.2.1914 Rosenberg Westpreußen; ✡ ?

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Leopold Kaspary *21.3.1880 Rosenberg; ✡1942 in Auschwitz

Mutter Sara Wolff *30.12.1877 in Rosenberg; ✡ 1942 in Auschwitz

Geschwister

Johanne Kliemann (geb. Kaspari), Jeanette Jenny Lewin (geb. Kaspari), Max Julius Kaspari, Dorothea Marcus (geb. Kaspari), Margot Sachs (geb. Kaspari), Edith Samuel (geb. Kaspari), Else Allenstein (geb. Kaspari), Magdalena „Leni“ Kaspari)

Fritz mit seinen Schwestern und Bruder Max Kaspary; vorn Magnus Allenstein

Adressen Rosenberg; Ellguth

Heirat März 1937 in Falkenberg Lieselotte Löbenstein *7.9.1917 in Wanfried;

Schwägerin Irmgard Löbenstein * 6.9.1916 in Wanfried; ✡ Dezember 1939 auf der SS HILDA

Kinder vier

Weiterer Lebensweg

Das Lehrgut Ellguth

Fritz Kaspary wie die Schwestern Lieselotte und Irmgard Löbenstein in das Hachschara-Lager Ellguth bei Steinau

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Fritz Kaspari  bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.

14.10. 1939 Ankunft von Fritz Kaspary in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest; die Schwestern Lieselotte und Irmgard sind ebenfalls auf dem Schiff

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

Feuer auf der SS HILDA – Tod von Schwägerin Irmgard

29.12.1939 Rudi Stern schreibt:

„Am 29. brach in unserem, hinter Teil des Schiffes ein Feuer aus. Der Chawer, der mit der Betreuung der primitiven Petroleum-Stalllaternen beauftragt war, hatte seine Nachfüllkanne aus Versehen anstatt mit Neft mit Benzin gefüllt bekommen. Als er nun eine Laterne nachfüllen wollte, stand diese sofort in Flammen. Als er sie voll Schrecken von sich warf, landete sie in einem Haufen zur Seite geräumter Matratzen, die sofort hochflammten. In der entstandenen Panik (ein jeder wollte so schnell wie möglich aus der Nähe des Brandes über die schmale, geländerlose Treppe nach oben an Deck) wurde eine Chawerah in die Flammen gestoßen und erlitt schwere Brandwunden. Das Feuer war sehr schnell gelöscht, aber die Chawerah musste per Bahre in ein Krankenhaus an Land gebracht werden und war nicht mehr zu retten. Ihren Tod erfuhren wir erst (sie hatte noch eine Schwester unter uns) sehr viel später, als wir schon vor Haifa lagen.“

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

20.2.1940 Registrierung von Fritz Kaspari in Athlit; er gibt als Referenz Manfred Neumann, Rosenberg an, als Gemeindeältesten Rabbi Neufeld (Dokument D/1012/40/CHU);

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Gedenken

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert