Lecker Gabriel

Gabriel Lecker

*4.11.1920 in Magdeburg; ✡ 13.1.1962 in Bonn

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Karl Chaim Lecker *14.8.1882 in Moldauisch Banilla; ✡ 1943 Auschwitz

Heirat der Eltern 2.2.1911 in Magdeburg

Mutter Freude Kreisel *24.8.1888 in Czudyn; ✡ 1943 Auschwitz

Geschwister

Else Lecker *12.4.1912 in Magdeburg; ✡ 1943 Auschwitz; oo Alfred Klappholz (*18.10.1909)

Adressen Magdeburg, Brandenburger Straße 2 a; Vom-Rath-Straße; Ellguth

Heirat 14.7.1946 Allegra Schmaha/Freude Cohen Sholel *1925

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

Novemberpogrom

10.11.1938 Verhaftung von Chaim Lecker und Alfred Klappholz in Magdeburg

Buchenwald Häftlingsnummer des Vaters 23512, von Alfred Klapholz 23465

22.11.1938 Entlassung des Schwagers Alfred aus dem KL Buchenwald

27.11.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald

17.5.1939 Chaim und Freude Lecker sowie Else und Alfred Klappholz in Magdeburg, Brandenburger Straße 2 a bei Minderheiten-Volkszählung

Das Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Gabriel Lecker bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

16.2.1940 Registrierung von Gabriel Lecker in Athlit; er gibt als Referenz Dr. Messbaich(?) an , als Gemeindeältesten Rabbiner Dr. Moshe Cohn(Dokument D/1306/40/CHU);

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Magdeburg –Berlin – Auschwitz

23.9.1941 Scheidung von Alfred Klappholz und der Nichtjüdin Ilse Jordan

27.11.1942 Heirat von Schwester Else Lecker und Alfred Klappholz

Am 26.2.43, noch vor der am 27.2.1943 einsetzenden „Fabrikaktion“, wurde in Berlin der 30. Osttransport mit insgesamt 1100 Juden nach Auschwitz geschickt. Unter ihnen befanden sich 190 Deportierte aus dem Bereich der Bezirksstelle Mitteldeutschland, die zuvor in das Sammellager Große Hamburger Str. nach Berlin überführt worden waren. 108 von ihnen kamen aus Leipzig, 80 aus dem Regierungsbezirk Magdeburg (davon 67 aus Magdeburg, 7 aus Steckelsdorf und 6 aus Schönebeck) sowie je 1 aus Erfurt und Wagstadt (Sudetenland).

26.2.1943 beide Eltern und Schwester Else mit Alfred Klappholz auf dem 30. Osttransport Berlin – Auschwitz

27.2.1943 Ankunft an der Rampe von Auschwitz, von den 1100 Deportierten bekamen nur 156 Männer und 106 Frauen eine Häftlingsnummer, 838 wurde in die Gaskammerngeführt.

1962 Tod von Gabriel Lecker bei einem Deutschlandbesuch in Bonn

Gedenken

1.6.200 Gedenkblatt in Yad Vashem von Allegra Lecker

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://www.magdeburg.de/PDF/Lecker_Ehepaar.PDF?ObjSvrID=698&ObjID=20452&ObjLa=1&Ext=PDF&WTR=1&_ts=1713942792

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212349

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278158

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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