Libowski Adolf

Adolf Libowski

*4.12.1912 in Ebenrode, Stallupönen, Ostpreußen; ✡ 30.8.1989 in New York

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Perel Peschel Libowski *28.8.1875; ✡ ?

Mutter Minna Glaser 27.1.1877; ✡ ?

Geschwister

Max Libowski *11.3.1906 in Ebenrode; ✡ vor 1945; oo Gertrud Boldes

Thea David, geb. Libowski *2.1.1908 in Ebenrode; ✡1943 in Auschwitz

Adressen Ebenrode, Mühlenstraße 8; Ellguth

Heirat

Kinder –

Weiterer Lebensweg

Das Lehrgut Ellguth

Adolf Libowski zur Hachschara nach Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Adolf Libowski bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

18.2.1940 Registrierung von Adolf Libowski in Athlit; er gibt als Referenz Isidor Dubrowski an , als Gemeindeältesten Dr. Hinkelmann, Ebenrode (Dokument D/869/40/CHU);

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

2.6.1954 Ankunft von Adolf Libowski in New Xork

Deportationen

28.8.1942 Einweisung von Bruder Max Libowski mit Frau Gertrud und Sohn Joel in das Sammellager Große Hamburger Straße

30.8.1942 Max Libowski mit Frau Gertrud und Sohn Joel auf dem 19. Osttransport von Berlin nach Riga; bei Ankunft werden 80 Männer weggeführt.

Die achtzig Männer wurden nach Mitau/Jelgava gebracht. Dort gab es eine Wehrmachts-Kommandantur. Sie werden untergebracht auf einen kleinen Bauernhof – Zwangsarbeit für die Organisation Todt OT: Bau eines Tennisplatzes für die SS; Bau eines Rangierbahnhofs auf Sand(!)

Max Libowski deportiert nach Stutthof und von dort vom 13.-16.8.1944 ins KL Buchenwald ;

nach einer Quarantäne im Zeltlager, kommt er am

8.9.1944 ins Außenlager „Wille“ in Tröglitz, zum Wiederaufbau der BRABAG Hydrieranlagen. Tod in Tröglitz oder auf dem Todesmarsch.

3.10.1942 beide Eltern auf dem 3. Großen Alterstransport von Berlin nach Theresienstadt

1.3.1943 Schwester Thea David in der „Fabrikaktion“ auf dem 31. Osttransport nach Auschwitz

18.5.1944 Eltern auf dem Transport E a von Theresienstadt nach Auschwitz

Gedenken

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5057730

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6490381

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127212421

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11245115

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127207351

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Danuta Czech, Lagerbuch von Auschwitz

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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