Löwenstein Werner

Werner Zwi Löwenstein

*12.3.1913 in Berlin; ✡ unbekannt

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Hans Löwenstein *26.11.1887; ✡ 1915 kriegsgefallen

Mutter Gertrud Becker *8.2.1888 in Berlin; ✡ 29.10.1942 Riga

Tante Edith Becker *3.7.1898 in Berlin; ✡ 29.10.1942 Riga; oo Knobloch

Geschwister keine

Beruf  Mechaniker

Adressen Berlin Wilmersdorf, Uhlandstr. 80IV. rechts ; Ellguth

Heirat 18.6.1941 in Kfa Jezekel mit Margot Direktor *21.2.1915 in Elbing; ✡2010 Haifa

Kinder zwei

Weiterer Lebensweg

10.9.1915 Mitteilung in den Preußischen Verlustlisten Hans Löwenstein, Soldat der 5. Kompagnie, II. Bataillon, Reserve-Infanterie-Regiments 206, „gefallen“

17.5.1939 Kriegerwitwe Gertrud Löwenstein zusammen mit ihrer Schwester Edith Knobloch in Berlin Wilmersdorf, Uhlandstr. 80IV. rechts bei der Minderheiten-Volkszählung

17.5.1939 Margot Direktor mit Eltern und Bruder Helmuth in Gumbinnen, Bussastraße 4 bei der Minderheiten-Volkszählung

September 1939 Margot Direktor auf der Belegungsliste von Gut Winkel, Spreenhagen

Das Lehrgut Ellguth

Werner Löwenstein zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Werner Löwenstein bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

14.2.1940 Registrierung von Margot Direktor in Athlit; sie gibt Josef Kohn als Referenz an (Dokument D/652/40/CHU);

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

28.4.1940 Registrierung von Werner Löwenstein in Athlit; er gibt als Referenz an , als Gemeindeältesten (Dokument D/1048/40/CHU);

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

18.6.1941 Heirat in mit Margot Miriam Direktor

Der Personaltransport Berlin – Riga

Der 22. Osttransport, RV-intern auch als „Personal Transport“ bezeichnet, stand im Zeichen der am 20.10.42 durchgeführten „Gemeindeaktion“, mit der die Gestapo die Zahl der Mitarbeiter der Jüdischen Gemeinde Berlins, die zu diesem Zeitpunkt in ihren 26 Abteilungen neben den beiden Vorstandsmitgliedern Moritz Henschel und Philipp Kozower 1580 Angestellte beschäftigte, schlagartig um ein Drittel dezimieren wollte.

Von den 533 zur Entlassung bestimmten Mitarbeitern waren neben den 345 nach Osten Deportierten weitere 111 „für die Abwanderung nach Theresienstadt vorgesehen“, 14 zurückgestellt wurden, 18 verstorben sind, 7 sich im Krankenhaus befinden (davon 3 nach Selbstmordversuch), 15 nicht zur Sammelunterkunft Levetzowstr. gekommen sind, aber der Aufenthalt bekannt ist, und 3 keine Transportnummer erhalten haben. Weitere 20 blieben „nach den angestellten Ermittlungen nicht auffindbar“.

24.10.1942 Verbringung der Mutter und Tante Edith in das Sammellager Levetzowstraße

26.10.1942 Gertrud Löwenstein zusammen mit ihrer Schwester Edith Knobloch auf dem 22. Osttransport von Berlin nach Riga

29.10.1942 Ankunft in Riga Skirotawa; der gesamte Transport von 798 Juden wird in den Hochwald geführt und dort ermordet

Nachkriegszeit

7.2.1958 Wiedereinbürgerung als deutscher Staatsbürger

15.7.1959 Rückkehr von Haifa nach Berlin

Gedenken

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot22.html

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT22-12.jpg

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11246034

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/11215266

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/127207426

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/71076335

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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