
Paul Rosdeutscher
*17.10.1908 in Leipzig; ✡ nach 1952
Staatsangehörigkeit staatenlos; Palästina; Brite
Religion jüdisch
Vater Salomon Juda Rosdeutscher *25.10.1876 in Krakau; 1939 nach Belgien
Heirat der Eltern 26.12.1906 in Reichensachsen
Mutter Elsa Löwenstein *3.6.1887 in Reichensachsen; 1939 nach Belgien
Geschwister
Viktoria Rosdeutscher *26.10.1912 in Leipzig
Adressen Leipzig, Thomasiusstraße 18; Ellguth
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
17.5.1939 beide Eltern in Leipzig, Thomasiusstraße 18 bei Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Schwester Viktoria in Dresden, Kaitzer Straße 30 bei Minderheiten-Volkszählung
Sommer 1939 Schwester Viktoria nach Belgien
17.8.1939 Emigration der Eltern nach Belgien
Das Lehrgut Ellguth
Paul Rosdeutscher zur Hachschara in das Lehrgut Ellguth
Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.
Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.
Polenaktion
28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.
Paul Rosdeutscher konnte als Staatenloser nicht abgeschoben werden.
Novemberpogrom
10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen
10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.
Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp
Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.
1939 Passausstellung in Falkenberg
17.5.1939 Paul Rosdeutscher bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf
Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2
12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.
14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest
6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen
26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA
15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert
22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa
24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung
29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht
18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

19.2.1940 Registrierung von Paul Rosdeutscher in Athlit; gibt Mendelsohn als Referenz an , als Gemeindeältesten Rabbi Ox (Dokument D/1064/40/CHU);
29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

7.8.1940 -1.9.1943 Eintritt in die Palestinian Company der Royal Army

1.10.1943 -15.8.1948 Policeman
Nachkriegszeit
15.10.1945 Einbürgerung in Palästina; trotz illegaler Einreise, da er als Policeman, Constable für die Railway Police arbeitet
6.6.-13.6.1947 Einreise von Schwester Viktoria von Southampton nach St. Albans, USA
Juni-August 1948 in Famagusta Zypern
7.9.1948 Rückkehr von Zypern nach Hamburg

9.9.1948 in Hannover, Antrag auf IRO-Unterstützung zur Ausreise
23.8.1952 Einbürgerung als British Citizen
Gedenken
–
Quellen
https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561
www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/
Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten