Würzburger Paul

Paul Würzburger

*6.2.1918 in Frankfurt; ✡ 14.6.2000 in Hannover

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Siegfried Würzburger *29.5.1877 in Frankfurt; ✡ 12.2.1942 in Lodz

3.11.1910 Heirat der Eltern in Frankfurt

Mutter Gertrud Hirsch *20.10.1889 in Offenbach; ✡ ?

Großmutter Amalie Würzburger geb. Brandeis *20.8.1855 in Mannheim

Geschwister

Hans Würzburger *28.8.1911 in Frankfurt; ✡ Ghetto Lodz

Walter Würzburger *21.4.1914 Frankfurt; ✡ 21.3.1995 in Worcester Park

Karl Robert Würzburger/Kenneth Ward *29.11.1922 Frankfurt; ✡ 11.1.2010 in Wickfort

Adressen Frankfurt, Bockenheimer Landstraße 9 ; Ellguth

Heirat ?

Kinder?

Weiterer Lebensweg

Mutter Gertrud war ausgebildet am Lehrerinnenseminar Frankfurt

Der Vater war Musiker, Organist.

Die Eltern gründen eine Musikschule.

17.5.1939 Beide Eltern, die Großmutter und die Brüder Hans und Karl Würzburger bei Minderheiten-Volkszählung in Frankfurt, Bockenheimer Landstraße 9

24.8.1939 Bruder Karl auf dem letzten Kindertransport nach England

Das Lehrgut Ellguth

1938 Paul Würzburger zur Hachschara ins Lehrgut Ellguth

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom in Ellguth

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; auch Paul Würzburger wird verhaftet; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

13.11.1938 Paul Würzburger eingewiesen im KL Buchenwald, Häftlingsnummer 10289

25.1.1939 Paul Würzburger entlassen aus Buchenwald

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Paul Würzburger bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft von Paul Würzburger in Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

Ab dem 18.2.1940 Registrierung der Männer

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Eintritt von Paul Würzburger in der Jewish Brigade der Royal Army; mit seiner Einheit kommt er bis Friaul

1971 Rückkehr von Paul Würzburger nach Deutschland

Frankfurt – Ghetto Lodz

20.10.1941 beide Eltern mit Bruder Hans auf dem Transport von Frankfurt ins Ghetto Lodz

Gedenken

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/7456410

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/70372024

https://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_W%C3%BCrzburger

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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