Kurt Levi
*29.12.1917 in Schlangen; ✡31.3.1982 in Amsterdam
*8.4.1907 in Schlangen
Vater Karl Levi *14.6.1877 in Rhoden; ✡ 3.1.1939 in Paderborn
Mutter Berta de Vries *10.10.1878 in Herford; ✡ 12.2.1938 in Schlangen
Geschwister
Robert Levi *8.4.1907 in Schlangen; ✡22.3.1985 in Schlangen; Irmgard Kleinstrass (1927-1990)
Hildegard Levi *8.4.1907 in Schlangen; ✡1942 Ghetto Warschau
Walter Levi * 1910 in Schlangen; ✡20.1.1932 in Paderborn
Margarethe Levi *17.9.1912 in Schlangen; ✡2.3.1943 in Auschwitz; Ernst Dillenberg (1915-1943)
Kurt Levi *19.12.1917 in Schlangen; ✡31.3.1982 in Amsterdam; oo Sofie Aussen
Horst Levi *18.8.1923 in Paderborn; ✡ 12.8.1942 in Auschwitz
Beruf Metzger, Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Schlangen Nr.54; Polenzwerder
Heirat 29.6.1948 in Zelhem Sofie Aussen *8.11.1918 in Hemmerden; ✡8.8.1996 Amsterdam
Kinder
Carrie Levi *24.7.1949 in Doetinchem; oo Ab Bosman
Margrit Levi *3.3.1952; oo Ansink
Weiterer Lebensweg
Vater Karl Schlachtermeister in Schlangen
1923-1931 Volksschule in Schlangen
Mai 1934- Dezember 1937 Lehre und Arbeit als Geselle in einer Metzgerei in Oeventrop
20.1.1932 Tod des Bruders Walter in Paderborn im Dienstgebäude des Kasseler Tor Bahnhof
1937 Kurt Levi als Metzgergeselle in Oeventrop
12.2.1938 Tod der schwerkranken Mutter Bertha in Schlangen, angezeigt von Else Levi
Novemberpogrom
10.11.1938 Novemberpogrom; die Brüder Kurt und Robert zunächst im Gefängnis Detmold; in Buchenwald inhaftiert; Häftlingsnummern 29022 und 29024
24.12.1938 Entlassung der Brüder Kurt und Robert aus dem KL Buchenwald
3.1.1939 Tod des Vaters in Paderborn
Minderheitenzählung vom 17.5.1939
Kurt Levi im jüdischen Lehrgut Polenzwerder bei Eberswalde
Bruder Robert mit Zwillingsschwester Hildegard in Schlangen, Adolf-Hitler-Straße 54
Schwester Margarete Levi in Siekholz Nr. 23
Hachschara Polenzwerder
29.4.1939 Kurt Levi zur Hachschara in das jüdische Lehrgut Polenzwerder bei Eberswalde in Brandenburg.
Das jüdische Lehrgut Polenzwerder wurde 1937 von der Jugendorganisation Jüdisch-nationale Jugend Herzlia (Betar) in Trägerschaft der Staatszionistischen Organisation (Revisionisten) in einer alten Ziegelei eingerichtet. Im Sommer 1938 wurdeder BETAR zwangsaufgelöst. Nach dem das Lager im Novemberpogrom überfallen worden war, übernahm die Reichsvereinigung der Juden in Deutschland RVJD das Lehrgut, in dem bis zu 45 Jugendliche in Landwirtschaft und Gärtnerei auf der Alija nach Palästina vorbereitet wurden
1.9.1939 Überfall der Wehrmacht auf Polen
September 1939 Emigration von Kurt Levi zur Einzelhachschara in die Niederlande, vermutlich in der „Deventer Vereeniging voor vakopleiding“. Landwirtschaftliche Einzelhachschara bei der Familie Maalderink in Keijenborg in Gelderland. Er lernt Sofie Aussen im Nachbarort Zelhem kennen.

April 1943 Kurt Levi mit seiner Verlobten Sofie und des Vater Moses Aussen als „onderduiker“ ins Versteck. Sofie Aussen wohnte bis April 1943 im Jugendheim des Joodse Raad, Plantage Franschelaan 13 in Amsterdam, wo auch Kurts Bruder bis zu seiner Deportation am 15.7.1942 gewohnt hatte.

24.4.1943 Vermissten-Anzeige für Sophie Aussen durch den Direktor der Stichting Joodse Arbeit auf dem Polizeirevier Houtmarkt in Amsterdam: „ongeluk gevreest“- ein Unfall wird befürchtet
Kurt und Sophie überleben die Besatzungszeit als „onderduiker“ in der Region Wageningen mit der Unterstützung durch drei niederländische Familien. Sie sind auch im Widerstand aktiv.
April 1945 Befreiung der Niederlande;
1945-1948 Eintritt von Kurt Levi in die Niederl. Armee, militärische Einsätze in Niederländisch-Ostindien

29.6.1948 Heirat mit Sofie Aussen in Zelhem
Kindertransport – Joodse Werkdorp Wieringen – Jeugdhuis Franschelaan -Auschwitz
4.1.1939 Kindertransport von Bruder Horst von Paderborn nach Amsterdam, nachdem die Regierung der Niederlande 2000 Aufnahmen per Kindertransport zugesagt hatte.
9.2.1942 Horst Levi ins Jugendheim des Joodse Raad, Plantage Franschelaan 13 in Amsterdam; in der Pl. Franschelaan 11c/13 wohnte auch Sofie Aussen
15.7.1942 Bruder Horst mit den Bewohnern des Jeugdhuis auf der ersten Transportliste aus Westerbork nach Auschwitz;
Bielefeld – Warschau – Treblinka – Jawischowitsch – Tröglitz – Theresienstadt
(Eine ausführliche Darstellung von Jürgen Hartmann findet sich in Rosenland Nr.27, 2022; Link unter „Quellen“)
31.3.1942 Zustieg von Bruder Robert und der Zwillingsschwester Hilde mit 325 Juden in Bielefeld auf dem Transport Gelsenkirchen- Hannover- Braunschweig ins Ghetto Warschau
Nov. 1942 Flucht aus Treblinka und Rückkehr nach Warschau
Juni 1943 Robert Levi verlegt in das KL Auschwitz, dann Außenlager Jawischowitz
18.1.1945 Evakuierung des Lagers Jawischowitz und aller drei Auschwitz-Lager
22.1.1945 Ankunft aus Jawischowitz in Buchenwald
6.2.1945 Robert Levi verlegt ins Arbeitskommando „Wille“, Hydrierwerke in Tröglitz, Braunkohleverflüssigung der BRABAG
7.4.1945 Befehl der SS, das Lager Tröglitz zu räumen; 3000 Häftlinge deportiert in offenen Güterwaggons mit dem Ziel Theresienstadt
21.4.1945 Ankunft der Gruppe mit Bruder Robert in Theresienstadt
5.5.1945 die SS übergibt die Ghettoverwaltung dem IRK
8.5.1945 Eintreffen der Roten Armee, Befreiung
Robert Levi bis Juni 1945 in Theresienstadt, Rückkehr nach Lippe
Quellen
https://www.rosenland-lippe.de/wp-content/uploads/2022/12/Rosenland-27.pdf
http://www.oudzelhem.nl/oorlog/joodse-gemeenschap/omschrijving_historie.htm
http://www.joodsmonument.nl/en/page/226433/horst-levi
http://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/5
http://www.joodsmonument.nl/en/page/489778/jakob-aussen-and-his-family
https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Aussen%201918%22%7D
http://spurenimvest.de/2023/12/19/levi-horst-2/
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130331606
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/79420600
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5059854
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6482318
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/6482320
https://www.statistik-des-holocaust.de/OT420331_Bielefeld14.jpg