Rudolf Reinhard Mayer
*7.5.1911 in Hamburg; ✡ 7.1.2004 in Hamburg
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Heinrich Mayer *6.2.1866 in Worms; ✡ 2.12.1942 in Theresienstadt
Heirat der Eltern 1906

Mutter Marie Auguste Dehn *24.3.1880 in Hamburg; ✡ 1944 in Auschwitz
Großvater Dr. med. Maximilian Dehn
Geschwister
Gertrude Jeanette Mayer *17.4.1910 in Hamburg; ✡ 19.7.1910 in Hamburg
Wilhelm Karl Meyer *18.9.1912 in Hamburg; ✡9.4.1993 in Lima, Peru
Franziska Maria Mayer *4.7.1917 in Hamburg; ✡9.4.1995 in Hamburg
Beruf Landwirtschaftlicher Praktikant
Adressen Hamburg, Maria-Louisenstraße 112; Neuendorf im Sande
Heirat ledig
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Der Großvater Dr. med. Maximilian Dehn war einer der ersten Ärzte am Israel. Krankenhaus in Hamburg
Vater Heinrich war Kaffeeimporteur, Mutter Marie Lehrerin, ausgebildet am Lehrerinnenseminar Klosterschule in Hamburg für Höhere Schulen
Reinhard und Bruder Walter schlossen die Gymnasialzeit auf dem Johanneum mit dem Abitur ab; Schwester Franziska das Realgymnasium für Mädchen.
1935 Emigration des Bruders Walter nach Peru
Reinhard Mayer zu Hachschara ins Landwerk Neuendorf
1932 Gründung als Hachschara-Lehrgut auf dem Gut Neuendorf in Brandenburg; Besitzer Hermann Müller, US-Citizen; Trägerverein war die Jüdische Arbeitshilfe e. V. (Landwerk Neuendorf) in Berlin, Ungefähr 1200 Chawerim wurden zwischen 1932 und 1938 ausgebildet. Leiter des Landwerks von Beginn 1932 bis zum Novemberpogrom 1938 war Alexander Moch (1893–1977).
10.11.1938 Reinhard Mayer verhaftet im Novemberpogrom, „Schutzhaft“ in Sachsenhausen
Im Novemberpogrom wurden 38 männliche Chaluzim und Angestellte verhaftet und im KL Sachsenhausen interniert; Reinhard Mayer bekam die Häftlingsnummer 12293. Alex Moch besorgte in England 150 Ausreisevisa, mit denen er die Gefangenen aus der Haft auslösen konnte.

20.12.1938 Entlassung von Reinhard Mayer aus dem KL Sachsenhausen zusammen mit Alfred Kuttner und Ignatz Schwarz mit der Auflage, Deutschland zu verlassen
Flucht von Reinhard Mayer mit dem von Alex Moch beschafften britischem Visum nach England
17.5.1939 beide Eltern in Hamburg, Krohnskamp, Sierichstraße 126 II bei Minderheiten-Volkszählung
29.9.1939 Reinhard Mayer in Luton, Bedfordshire bei britischem Census
Hamburg – Theresienstadt – Auschwitz
19.7.1942 beide Eltern auf dem Transport VI/2 von Hamburg nach Theresienstadt
2.12.1942 Tod des Vaters in Theresienstadt
15.5.1944 Mutter Marie auf dem Transport D z von Theresienstadt nach Auschwitz
Nachkriegszeit
1946 Suchanfrage von Reinhard Mayer aus England für seine Mutter Marie
1949-1980 lebten die drei Geschwister gemeinsam in Huancayo in Peru
1985 Rückkehr von Reinhard und Franziska Mayer nach Hamburg

9.4.1995 Tod der Schwester Franziska im Jüdischen Altersheim Hamburg
7.1.2004 Tod von Reinhard Mayer im Jüdischen Altersheim Hamburg
Gedenken
2015 Stolperstein für Heinrich Mayer in Hamburg, Trostbrücke 2–6.
Stolpersteine für Heinrich und Marie Mayer in Hamburg, Maria-Louisen-Straße 112
Quellen
https://collections.arolsen-archives.org/de/search?s=4537003
https://collections.arolsen-archives.org/de/search?s=4538004
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5063099
https://www.stolpersteine-hamburg.de/index.php?MAIN_ID=7&BIO_ID=5573
BILDER & DOKUMENTE – הכשרות החלוץ בגרמניה – דור המשך (hachshara-dor-hemshech.com)
Harald Lordick, Das Landwerk Neuendorf: Berufsumschichtung – Hachschara – Zwangsarbeit; in Pilarczyk, Ulrike (Hrsg) Hachschara und Jugendalija, Schulmuseum Steinhorst, 2019
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316