Abraham Zajac
*29.12.1923 in Bonn
Staatsangehörigkeit staatenlos
Religion jüdisch
Vater Szymon Leiser Zajac *22.6.1882 in Wongrowitz; ✡ vor 1945 in Polen
Mutter Perla Miriam Maymann *8.2.1886 in Warschau; ✡ vor 1945 in Polen
Geschwister
Michael Zajac *9.2.1923 in Bonn; ✡ vor 1945 in Polen
Beruf Landarbeiter
Adressen -; Schniebinchen, Sorau
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
Nur wenige Daten verfügbar
Nicht identisch mit Zajac, Abraham *30.12.1924 in Herne; Riga-Transport vom 27.1.1942, für tot erklärt
Polenaktion
28.10.1938 Abschiebung Szymon, Perla und Michael Zajac nach Zbaszyn
Juli 1939 alle drei noch in Zbaszyn
1.9.1939 Einmarsch der Wehrmacht in Polen
Oktober 1939 Auflösung des Lagers Zbaszyn, die Residenten werden in ihre „Heimatorte“ zu Verwandten oder nach Warschau und Krakau geschickt.
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
Abraham Zajac/Zajes zur Hachschara nach Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Pharmaka wie das Sexmittel OKASA.
Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn v. Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörende Wassermühle (Jessener Mühle) verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting, auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM monatlich mit dem Jüdische Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute), der offizielle Briefkopf lautete:
Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld NL, Telefon: Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura… Papagei Laura rief im Vorbeigehen jedem zu „Heil Hitler Schalom“
Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Abraham Zajac erfasst mit 122 Personen, 1939 waren 109 Chaluzim und Angestellte registriert in Schniebinchen
13.10. 1939 fuhren etwa 20 Chawerim, ab Schniebinchen über Sommerfeld und Breslau nach Wien, wo sie der Sonderhachschara (SH2) über die Schwarzmeerroute angeschlossen werden und auf der SS HILDA vor der Drei-Meilen-Zone von der Royal Navy vor Haifa geentert werden.
16.11.1939 eine Gruppe Chaluzim verlässt Schniebinchen zur der Sonderhachschara (SH5) über die Schwarzmeerroute, der Kladovtransport. Fast alle werden am 12./13.1941 in Zasavica durch Massenerschießungen der Wehrmacht ermordet.
29.1.1940 Erlaubnis der Briten im Hafen von Haifa zu landen, von wo sie mit Bussen in das britische Internierungslager nach Athlith verbracht werden
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
31.7.1941 Auflösung Schniebinchen, Ludwig Kuttner und seine Familie und eine Gruppe von Jugendlichen gehen ins Lager Paderborn, Fanny Bergas und andere ins Landwerk Neuendorf.
Keine weiteren Daten bis 1954

13.-19.7.1954 Abraham Zajac auf der SS LIBERTE von Le Havre nach New York
Gedenken
16.12.1955 Pages of Testimony für die Eltern und Bruder Michael von Abraham Zajac Ziv
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de996553
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de2033188
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de2033190
Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 8480); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316