Wolfgang Süssmann
*24.8.1924 in Breslau; ✡14.1.1943 in Auschwitz
Staatsangehörigkeit deutsch, staatenlos
Religion jüdisch
Vater ArthurSüssmann *14.8.1885 in Breslau; 8.8.1942 in Berlin
Mutter Fränzl Franziska Pinner *4.8.1897 in Limbach Karlsruhe; ✡26.8.1931 in Breslau
Geschwister
Inge Süssmann **9.12.1920 in Breslau; 1986 in Buenos Aires; oo 1938 Lutz Kuntz
Johann Süssmann *ca 1922 in Breslau;
Beruf –
Adressen Breslau, Schubertstrasse 12; Schniebinchen, Sorau; Berlin, Wielandstr. 23 Rosenstraße 2-4-
Heirat –
Kinder –
Weiterer Lebensweg
22.3.1938 Ankunft von Schwester Inge auf der SS GENERAL ARTIGAS in Buenos Aires
Hachschara Lehrgut Schniebinchen
1939 Wolfgang Süssmann nach der Schulentlassung zur Hachschara in das Lehrgut Schniebinchen
Gut Schniebinchen war ein zuletzt dem Apotheker Otto Kaesbach gehörendes Landgut von 1117 Morgen bei Sorau/ Sommerfeld in der Niederlausitz. Kaesbach produzierte hier nach Aufgabe der Landwirtschaft Arzneimittel wie das Sexmittel Okasa. Seine geschiedene Ehefrau Martha Kaesbach stellte als Verwalter Herrn von Horn ein. Die zum Gutsbesitz gehörige Wassermühle „Jessener Mühle“ verkaufte Kaesbach 1929 an die Familie Lichting; auch hier entstand später ein Hachscharalager.
1933/34 Abschluss eines Pachtvertrages über 180 RM pro Monat mit dem Jüdischen Jugendbund Habonim Noar Chaluzi (Bauleute). Der offizielle Briefkopf lautete: Jüdische Jugendhilfe Schniebinchen über Sommerfeld, Niederlausitz, Telefon Niewerle Nr. 11
Später lag die Verwaltung reichsweit bei der Ssochnuth (Sochnut, hebräisch הַסּוֹכְנוּתִ היְּהוּדִית לְאֶרֶץ יִשְׂרָאֵל ha-Sochnut ha-Jehudit le-Erets Jisra’el, ‚Jewish Agency‘ auch ‚Jüdische Agentur für das Land Israel‘)
Leiter von Schniebinchen war Dr. Alfred Cohn (April-Sept 1939); ab September 1939 wurden Ludwig Kuttner und Fanny Bergas als Wirtschaftsleiterin dessen Nachfolger. Cohn und Kuttner waren zuvor zuvor Lehrer an der Privaten Waldschule Kaliski in Berlin. Lotte Kaiser und Lotte Adam hatten die pädagogische Leitung. Das Verhältnis Jungen/Mädchen lag bei 60/40. Für Mädchen stand vor allem Hausarbeit wie Kochen, Backen, Nähen und Stricken auf dem Plan.
10.11.1938 in der Pogromnacht wird das Lager für einige Tage von örtlicher SA besetzt, die aber keine Misshandlungen an den Bewohner begeht.
Ab April 1939 war Jenny Rosenbaum später Aloni Jugendleiterin, bevor auch sie im November nach Palästina auswanderte. Sie berichtet von ihrer Ankunft:
„Auf dem Zaun ein Papagei. Ein lebendiger Papagei. Er heißt Laura. … Papagei Laura rief im Vorübergehen jedem zu: „Heil Hitler Schalom“.
März 1939 eine erste Alija beth Gruppe von einer Gruppe Chawerim aus Schniebinchen in Wien einem Sammeltransport angeschlossen, die ab Spalato, Jugoslawien auf einem kleinen Seeschiff „Dora“ nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste illegale Sonderhachschara SH1
Minderheitenzählung
17.5.1939 Wolfgang Süssmann registriert mit 122 Personen, 109 Chaluzim und Angestellten in Schniebinchen
17.5.1939 Vater Arthur in Berlin, Wielandstr. 23
Vor der Besetzung Dänemarks 1940 gingen viele mangels ausreichender Zertifikate für Palästina zur Einzelhachschara auf Bauernhöfe in Dänemark.
5.7.1941 behördliche Anordnung zur Auflösung der Hachschara-Lager; Umbenennung „Jüdisches Arbeitseinsatzlager“
31.7.1941 Auflösung Schniebinchen, Ludwig Kuttner und seine Familie und eine Gruppe von Jugendlichen gehen ins Lager Paderborn, Fanny Bergas und andere ins Landwerk Neuendorf.

8.8.1942 Tod des Vaters in Berlin
1842 nach dem Tod des Vaters geht Wolfgang Süssmann in das Jüdische Jugendheim in der Rosenstraße 2-4;

14.12.1942 Wolfgang Süssmann ab Berlin nach Auschwitz 25. Osttransport zusammen mit 48 Jugendlichen aus dem Heim Rosenstraße und zahlreichen Krankenschwestern/Schülerinnen au dem Schwesternwohnheim Iranische Straße 4
14.1.1943 Tod von Wolfgang Süssmann in Auschwitz
Gedenken
–
Quellen
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot25.html
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1169802
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/12676378
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Genealogie Website My Heritage