
Norbert Baer
*1.11.1909 in Karlsruhe; ✡ 15.4.2007 in New York
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Julius Baer *17.5.1881 in Untergrombach; ✡ 11.12.1940 im Camp Gurs
Heirat der Eltern 5.12.1908 in Schlüchtern
Mutter Zilly Schwarzwälder *7.8.1881 in Schlüchtern; ✡ 9.3.1931 Heidelberg
Geschwister

Kurt Bär *17.3.1912 in Karlsruhe; ✡21.10.1941 im KL Mauthausen
Karola Bär *17.3.1912 in Karlsruhe; 13.1.1943 in Auschwitz; oo James Herbert Münzer
Beruf –
Adressen Karlsruhe, Steinstraße 12; Altkarbe; Bomsdorf
Heirat 1951 in Israel mit Blanka
Kinder
Weiterer Lebensweg
Ostern 1915 Einschulung in der Lindenschule in Karlsruhe
Ostern 1919 Wechsel auf die Kant-Oberrealschule
1925 Austritt aus dem Schule
Kaufmännische Lehre bei der Metallwarenfabrik Gebrüder Palm in Malsch
1.8.1930 Scheidung der Eltern
9.3.1931 Tod der Mutter in der Uni Heidelberg infolge eines Suizids
Buchhalter bei einem Saatguthändler bis zur Abmeldung des Unternehmens
Landwerk Altkarbe
Norbert Baer zur Hachschara ins Landwerk Altkarbe in der Neumark, heute Polen. Es bestand zwischen 1933 und 1936 auf dem Gut Obermühle des jüdischen Landwirts Siegmund Levy. Die Chaluzim kamen zumeist aus dem Makkabi Hazair.
Hachschara in Bomsdorf
Norbert Baer wechselt zur Hachschara in das jüdische Lehrgut Bomsdorf Jüdenberg bei Gräfenhainichen in Sachsen-Anhalt; Bomsdorf war eines der drei Lager (neben Steckelsdorf und Gehringshof) in Trägerschaft des BACHAD, 1928 gegründete Jugendorganisation des orthodox-jüdischen Misrachi; das hebräische Akronym בָּחָ״ד BaChaD steht für Brit Chaluzim Datiim, deutsch‚ Bund religiöser Pioniere‘
Auf dem nördlich von Zschiesewitz am Waldweg nach Goltewitz gelegenen Landgut befand sich in den 1930er Jahren eine landwirtschaftliche und gärtnerische Ausbildungsstätte für Juden zur Vorbereitung auf eine Auswanderung nach Palästina. Sowohl Erstausbildung als auch mittlere Hachschara wurden angeboten.
Bis Juli 1936 zur Hachschara auf Gut Bomsdorf bei Gräfenhainichen bei Bitterfeld
Juli 1936 kurze Rückkehr nach Karlsruhe
Alija nach Palästina
August 1936 mit einer Gruppe von Chaluzim des Makkabi von Triest nach Haifa
1936 berichtet Julius Baer über die Gründung des Kibbuz:
„Im Einwanderungslager wurden wir informiert und zusammen mit einer anderen Gruppe nach den Hügeln im Emek Sebulon in der Haifa Bay geschickt. Nächst zu einem Kibbuz bekamen wir dort Land, das wir zu bearbeiten hatten. Wir schlugen unsere Zelte auf, der Boden war so dürr, von der Sonne ausgebrannt, und wir mussten zuerst nach Wasser suchen. Mit Eisenstangen bohrten wir – damals hatten wir keine Maschinen wie heute – und mit Dynamit, bis wir auf Wasser stießen.“
Novemberpogrom
10.11.1938 Bruder Kurt verhaftet im Novemberpogrom
11.11.1938 Kurt als „Aktionsjude in „Schutzhaft“ in Dachau
23.1.1939 Entlassung des Bruders Kurt aus dem KL Dachau in das Lager Kislau
Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Schwester Karola in Berlin Wedding
Die Bürckel-Wagner-Aktion in Baden
22.10.1940 Vater Julius Baer auf einem von sieben Transporten von 6500 Juden des Saarlandes, der Pfalz und Baden, davon 1972 allein aus Mannheim in das Internierungslager Gurs in Südfrankreich transportiert in der „Bürckel-Wagner-Aktion“.
11.12.1940 Tod des Vaters im Camp Gurs
KL Mauthausen
16.6.1936 Bruder Kurt verurteilt zu 18 Monaten Gefängnis wegen „Rassenschande“
24.1.1939 Bruder Kurt verlegt aus dem KL Dachau in das Lager Kislau
6.2.1941 Haftanstalt Darmstadt

13.6.1941 eingewiesen in das Landgerichtsgefängnis Landshut
Kurt Bär verlegt aus der Haft in das KL Mauthausen
21.10.1942 Tod von Bruder Kurt im KL Mauthausen „auf der Flucht erschossen“
Berlin-Auschwitz
12.1.1943 Schwester Karola Münzer – Baer mit ihren Söhnen Wolfgang und Gad auf dem 26. Osttransport von Berlin nach Auschwitz
Palästina-Israel-USA
Austritt aus dem Kibbuz
Arbeit als Kellner
1951 Heirat mit Blanka

April 1947 Auswanderung in die USA
1957 -1976 Arbeit in einem Schlachthaus in Fort Plain im Staat New York
1976 Umzug nach Amsterdam im Mohawk-Tal, Staat New York
15.4.2007 Tod von Norbert Baer im St. Mary’s Hospital in New York
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de836966
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1124808
https://gedenkbuch.karlsruhe.de/namen/159
https://www.statistik-des-holocaust.de/list_ger_ber_ot26.html
Josef Waitz, Das Tal Sebulon („Emek Sewulun“ –„Haifa Bay“). In: Palästina. Zeitschrift für den Aufbau Palästinas, 17. Jg., Nr. 4/5, April–Mai 1934
Hubertus Fischer: Hachschara in der Neumark, Altkarbe, Dragebruch und Heinersdorf, 2018
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316