
Leo Elias Nathan Pomeranz
26.12.1921 in Hannover; ✡ 5.3.2003 in Beer Sheva
Staatsangehörigkeit polnisch
Religion jüdisch
Vater Walter Viktor Pomeranz *9.10.1893 in Mielec; Überlebender
Mutter Gitta Gusta Grünberger *15.5.1901 in Palesnia; ✡ ?
Großeltern Leser/Eliezer und Ruda Pomeranz
Geschwister des Vaters aus Mielec
Szymon Pomeranz *9.10.1893 in Mielec; Israel
Dora Pomeranz *26.7.1888; 1942 in Samarkand, Usbekistan; oo Moses Krieger
Anna Pomeranz *15.1.1895 in Mielec; Hannover
Geschwister
Heinrich Leo Pomeranz *1.7.1925 Hannover; Auschwitz
Nathan Seew Pomeranz *8.1.1938 Hannover; Auschwitz
Beruf Klempner
Adressen Hannover; Hamburg; Neuendorf; Urfeld;
Heirat 9.5.1948 Yvette Behar *30.1.1923 in Bourgas; 29.3.2006 Omer/ Beer Sheba
Kinder drei
Tochter Pomeranz; oo Rubinstein
Tochter Pomeranz; oo Raviv
Weiterer Lebensweg
Jan 1937 Leo Elias Natan Pomeranz in Hamburg zum Hachschara Vorbereitungslehrgang
27.1.1937 Passausstellung in der polnischen Botschaft in Hamburg
Landwerk Neuendorf
1932 Gründung als Hachschara-Lehrgut auf dem Gut Neuendorf in Brandenburg; Besitzer Hermann Müller, US-Citizen; Trägerverein war die Jüdische Arbeitshilfe e. V. (Landwerk Neuendorf) in Berlin, Ungefähr 1200 Chawerim wurden zwischen 1932 und 1938 ausgebildet. Leiter des Landwerks von Beginn 1932 bis zum Novemberpogrom 1938 war Alexander Moch (1893–1977).
Januar 1937 Leo Pomeranz zur Hachschara ins Landwerk Neuendorf
Hachschara in Urfeld
20.4.1937 Leo Pomeranz vom Landwerk Neuendorf kommend zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling; Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.
Von März 1934 bis April 1940 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für mehr als 180 meist junge Juden. Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg); es wurde finanziert vom jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.
Ab 1937 konnten die Chaluzim auch eine Lehre absolvieren in der Großgärtnerei Giesen, dem Obstbau- und Gärtnereibetrieb „Marienhof“ des ehemaligen Kölner Gartenbaudirektors Josef Giesen (1887-1962)
24.2.1938 Leo Pomeranz abgemeldet aus Urfeld nach Hannover
Polenaktion
28.10.1938 Abschiebung des Vaters nach Zbaszyn
August bis Oktober 1939 Auflösung des Lagers Zbaszyn;
24.6.1940 Vater Viktor geht nach Lemberg
1940 Deportation des Vaters in die USSR

1946 Rückkehr des Vaters nach Hannover

1947 DP Camp Bergen Belsen
27.6.1947 Vater Viktor nach Palästina
Alija
14.2.1939 Ankunft von Leo Elias Natan Pomeranz in Tel Aviv, Alija mit einem Kapitalistenzertifikat der Kategorie A(1)²
22.4.1941 Einbürgerung in Palästina
Minderheitenzählung
17.5.1939 Mutter Gitta mit Söhnen Heinrich und Nathan in Hannover, Wielandstraße 4 c
Drancy -Auschwitz
27.8.1942 Bruder Heinrich auf dem Transport von Drancy nach Auschwitz
Nachkriegszeit
27.6.1947 Vater Viktor nach Palästina


9.5.1948 Heirat von Elias Natan Pomeranz in Tel Aviv mit Yvette Behar
12.12.1948 Ankunft von Elias Natan Pomeranz in Haifa auf der SS BIRIA
Gedenken
Quellen
StA Bornheim, Sammlung Zerlett; Liste der Bewohner im „Lager Urfeld“
Archiv des Rhein-Sieg-Kreises, Landkreis Bonn (ARSK-LKB)
Pracht-Jörns, Elfi (Bearb.), Jüdische Lebenswelten im Rheinland. Kommentierte Quellen von der Frühen Neuzeit bis zur Gegenwart, Köln Weimar Wien 2011, S. 272.
https://www1.wdr.de/urfeld100.html
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de945407 https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
Staatsarchiv Israel, Mandat zur Einbürgerung in Palästina, 1937-1947
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://collections.arolsen-archives.org/de
Genealogie Website My heritage, diverse Familienstammbäume
Hubert Schneider (Hrsg.) Das Tagebuch der Susi Schmerler, eines jüdischen Mädchens aus Bochum, LIT-Verlag, 2018
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History