Adolf Ari Degen
*1.1.1924 in Chemnitz; ✡ 1.1.1967
Staatsangehörigkeit polnisch; staatenlos
Religion jüdisch
Vater Jacob Degen *11.10.1900 in Lesko; ✡ 27.4.1940 in Sachsenhausen
Mutter Anna Rosalie Rudolf *23.10.1901 in Lemberg; ✡ 1.1.1975
Geschwister

Michael Max Degen *31.1.1928 in Chemnitz; ✡ 9.4.2022 in Hamburg
Cousin (?)Rolf Degen *25.7.1926 in Chemnitz: ✡3.8.2012
Beruf Landarbeiter
Adressen ; Gut Winkel, Spreenhagen;
Heirat –
Kinder–
Weiterer Lebensweg
1929 Zuzug von Chemnitz nach Berlin

Minderheiten-Volkszählung
17.5.1939 Adolf Degen in Berlin, Elberfelder Straße 30 mit den Eltern und Bruder Max
Gut Winkel
13.6.1939 Adolf Degen zur Hachschara in Gut Winkel, Spreenhagen; er gehört zu einer großen Gruppe Berliner Jungen und Mädchen, die nach der Schulentlassung vom Berliner Palästinaamt in der Meinekstraße zur Hachara ins Gut Winkel vermittelt wurden
Gut Winkel bestand als Lehrgut Schocken ab 1933 in Trägerschaft der zionistischen Jugendbünde; Lagerleiter war Martin Gerson vom Januar 1933 bis zwangsweisen Aufgabe von Gut Winkel am 19. Juni 1941; Hauswirtschaftsleiterin war seine Frau Bertel.

September 1939 Adolf Degen auf der Ausländerliste des Landkreis Beeskow-Storkow
Zweite Polenaktion
7.9.1939 Anweisung des RSHA. alle polnischstämmigen Juden und Funktionäre polnischer Verbände als feindliche Ausländer zu verhaften.
13.9.1939 Vater Jacob eingewiesen in das KL Sachsenhausen
2.2.1940 Entlassung des Vaters aus dem KL Sachsenhausen
27.4.1940 Tod des Vaters in Berlin
Dänemark
1939 Zusage zur Emigration von 500 garantierten Jugendlichen nach Dänemark zur Hachschara auf einzelnen Bauernhöfen
Einschiffung von Adolf Degen in Warnemünde nach Dänemark
9.4.1940 Einmarsch der Deutschen in Dänemark; Dänemark bleibt in Teilen autonom bis zum Oktober 1943
Dänischer Census
5.11.1940Adolf Degen in Kullerup-Refsvindinge, Vinding, Svendborg bei Ehepaar Nielsen
Alija – Odessatransport
1940 organisiert Eva Warburg von Stockholm aus den Transfer der jungen Chaluzim unter 18 Jahren auf dem Landwege über Finnland, Moskau, Odessa, Istanbul, Syrien, Libanon nach Haifa, da durch den Kriegseintritt der Franzosen und Briten nach dem Überfall auf Polen die Schiffreise unmöglich geworden war.
8.5.1940 Eva Warburg, Jugend-Alijah Schweden an das Hilfskomitee der Jüdischen Gemeinde Stockholm:
„…hat nämlich die Jewish Agency über die Youth-Aliyah Schweden nicht weniger als 95 Zertifikate für Kinder im Alter von 15-17 Jahren erteilt. … Vorbereitungen für die Reise haben bereits
begonnen; wir verhandeln zur Zeit mit Intourist über die Reise durch Russland.
Denn diese wird wohl über Moskau und Odessa nach Haifa gehen.“
Adolf Degen mit Hans Asriel, Alfred Ascher, Ruth Cohn und Heinz Deutschkron auf dem Odessa-Transport über Land nach Palästina
8.12.1940 Turku
11.12.1940 Ausreise über die finnische Grenzstation Vainikkala
Moskau, Odessa, Istanbul
21.12.1940 Ausreise über die türkisch-syrischen Grenzorte Islahye und Meydan-Ekbaz,
Stempel :Türkiye’den çıktığı görüldü – Es wurde festgestellt, dass er aus der Türkei kam
24.12.1940 Ausreise Ras en-Nakoura

24.12.1940 Einreise von Adolf Degen aus dem Libanon über den Grenzort Ras En Naqura/ Rosh HaNikra mit einem Studentenzertifikat der Jugendalija
Überleben im Versteck
1943 gehen seine Mutter und sein Bruder Michael ins Versteck; sie leben bis zur Befreiung in einem Schrebergartenhäuschen
Nachkriegszeit
1949-1951 Bruder Michael geht auch nach Israel; Eintritt in die IDF
Rückkehr in die DDR; er wird ein berühmter Schauspieler
Gedenken
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/en1023583
https://victims.auschwitz.org/victims
Staatsarchiv Israel, Israel, Einwanderungslisten
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://www.mappingthelives.org
Genealogie Webseite My Heritage
http://luckauer-juden.de/hachschara.html
https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Degen_(Mediziner)
https://en.wikipedia.org/wiki/Michael_Degen
https://collections.yadvashem.org/en/documents/3655863
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
Peter W. Lande, Jewish „Training“ Centers in Germany, Manuskript von 1978 im Bestand des Centers for Jewish History
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316