Halberstadt Leo

Leo Halberstadt

*15.5.1914 in Nieder Mockstadt, Büdingen; ✡ 6.3.2009 Jerusalem

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Gustav Gerson Halberstadt *16.3.1882 Florstadt; ✡ nach Mai 1942

Heirat der Eltern 1.5.1908 in Nieder Mockstadt

Mutter Bertha Rothschild *6.10.1879 Höchst, Büdingen; ✡ nach Mai 1942

Geschwister

Erwin Ephraim Halberstadt *18.9.1909 Nieder Mockstadt; ✡ 21.3.1997 Israel; oo Frieda Weiss, Oberzell

Recha Halberstadt *21.1.1911; ✡ 2.2.2002 in Salford, Manchester

Selma Halberstadt *11.8.1912; ✡ 26.9.1991 in Salford, Manchester; oo 1940 Alfred Katsky

Jacob Halberstadt *15.5.1914; ✡ 24.5.2010; oo Meta Miriam

Frida Halberstadt *26.10.1915; ✡ 1.3.1917

Irma Halberstadt *11.10.1919; ✡ 2009; oo Michael Weiss

Adressen Nieder Mockstadt; Frankfurt, Obermainanlage 16; Miltenberg, Hauptstraße 343; Ellguth

Heirat 20.4.1944 in Jerusalem Lilly Adler *13.5.1915 CSR

Kinder zwei

Nira Halberstadt; oo Dover

Weiterer Lebensweg

1936 Eintritt von Bruder Erwin in den BACHAD

Novemberpogrom

9./10.11.1938 Inhaftierung von Vater Gustav; Einweisung in das KL Buchenwald

10.11.1938 Leo Halberstadt verhaftet in Miltenberg

21.11.1938 Entlassung von Bruder Erwin aus dem KL Buchenwald

29.11.1938 Einweisung von Leo Halberstadt in das KL Dachau

17.12.1938 Entlassung von Gerson Halberstadt aus dem KL Buchenwald

3.2.1939 Entlassung von Leo Halberstadt aus dem KL Dachau

10.3.1939 Bruder Erwin nach England

17.5.1939 beide Eltern und Schwester Recha in Frankfurt, Obermainanlage 16 bei Minderheiten-Volkszählung

20.6.1939 Schwester Recha emigriert nach England

29.9. 1939 alle drei Schwestern in England bei britischem Census

Das Lehrgut Ellguth

1.4.1939 Leo Halberstadt aus Miltenberg zur Hachschara in das Lehrgut Ellguth; vermutlich wohnte er zuvor bei Adolf und Flora Halle, die sich am 30.3.1939 nach Venezuela abmeldeten.

Die Eröffnung des Lehrgutes Ellguth in Steinau bei Falkenberg/Klein-Schnellendorf erfolgte in Trägerschaft des Hechaluz am 19.12.1937. Die Leitung wurde Edgar und Elly Freund von der „Jüdischen Jugendhilfe Berlin“ übertragen. Zur Eröffnung kam als Madrich für die Landwirtschaft Georg Josephsthal, zuvor Generalsekretär des Hechaluz und im Merkas des Habonim. Seine Frau Senta übernahm die Milchwirtschaft des Gutes. Als landwirtschaftlicher Inspektor wurde der Nichtjude Bless eingestellt. Bis zu 100 Chaluzim wurden hier ausgebildet.

Im August 1938 mussten Georg und Senta Josephthal, im September das Ehepaar Freund nach Warnungen vor der Gestapo das Gut verlassen. Nachfolger wird Fritz Wolff.

Polenaktion

28.10.1938 Bei der „Polenaktion“ wurden auch aus Ellguth wie in anderen Hachscharalagern polnischstämmige Chaluzim abgeschoben. Diese konnten aber oftmals illegal wieder zurückkehren.

Novemberpogrom in Ellguth

10. 11.1938 zwei Jugendliche aus Breslau mit Motorrad berichten über die Pogromexzesse. 10.11.1938 nachmittags erscheint ein örtlicher Polizist, um Waffen zu suchen

10.11.1938 Mob aus Bauern und SA überfällt das Gut, alle Bewohner werden auf LKW in das Polizeigefängnis Oppeln gebracht; die erwachsenen Männer werden nach Buchenwald transportiert, Frauen und Jungen wieder entlassen.

Nach der Entlassung flüchten einige wie Erich Heumann in die Niederlande ins Werkdorp

Januar 1939 Wiedereröffnung des Lagers Ellguth durch den BACHAD mit 40 Chaluzim; Die Leitung übernahm Armin Duschinski aus Wien.

17.5.1939 Leo Halberstadt bei Minderheiten-Volkszählung mit 84 Juden in Falkenberg, Klein Schnellendorf

Alija beth auf der SS HILDA – Sonderhachschara 2

12.10.1939 Bahnfahrt von 31 Chaluzim aus Ellguth ab Breslau nach Wien; die zweite Hälfte des Transportes kam von Berlin über Frankfurt und Passau nach Wien.

14.10. 1939 Ankunft in Wien, über die Schwarzmeerroute Bratislava, Budapest, Belgrad, Bukarest

6.11.1939 Ankunft in Sulina, Schwarzmeer-Hafen

26.11.1939 Abfahrt mit 729 Passagieren auf der SS HILDA

15.1.1940 hinter den Dardanellen von britischer Marine gestoppt und geentert

22.1.1940 Ankunft vor der Dreimeilen-Zone vor Haifa

24.1.1940 Britische Mandatsbehörden verweigern die Landung

29.1.1940 Ankunft Haifa nach Abschluß von Verhandlungen zwischen Sochnut (Jewish Agency) und britischer Mandatsregierung

29.1.1940 mit Bussen in das Internierungslager nach Athlit verbracht

18.2.1940 Entlassung der Frauen aus dem Lager

18.2.1940 Registrierung von Leo Halberstadt in Athlit; er gibt als Referenzen Dr. Lemle und Allmeyer an, als Gemeindeältesten Rabbi Lemle (Dokument D/1232/40/CHU);

29.7.1940 Entlassung der Männer aus dem Lager Athlit

Frankfurt – Izbica

8. oder 24. Mai 1942 beide Eltern aus Frankfurt, Schwanenstraße 22 auf dem Transport Frankfurt -Izbica

Gedenken

Pages of Testimony für die Eltern von Bruder Jakob

Quellen

https://www.ushmm.org/online/hsv/source_view.php?SourceId=19561

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de829556

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de829538

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10657750

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5278281

www.raoulwallenberg.net/general/ruth-kl-uuml-ger-mossad-le/

Rudolf Stern (Chawer aus Dortmund), Meine Aliyah – 13. Oktober 1939 – 29. Januar 1940; unveröffentliches Manuskript, 1987

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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