Reinhold Manfred

Manfred Moshe Reinhold

*28.4.1921 in Husen; ✡ 26.1.2014 in Israel;

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Siegmund *30.9.1895 in Kleineibstadt; ✡ 1944 in Stutthof

Mutter Ella Blumenfeld *17.12.1890 Salzkotten; ✡ nach 1941 in Riga

Tante Berta Blumenfeld geb. Reinhold *22.2.1886 Kleineibstadt ; ✡ nach 1941 in Riga

Geschwister

Erich Uri Reinhold *8.4.1925 (1923) in Husen, Büren

Norbert Reinhold *18.10.1922 in Husen; ✡ 1944 in Stutthof

Cousin Erich Blumenfeld * 29.7.1912 in Husen, Lichtenau, Büren

Adressen

Heirat 1942 Fanny Hochmann *19.7.1920 in Siegen; ✡11.9.2015 in Kfar Avigdor

Kinder  drei

Denny Reinhold *1942

Yoram Reinhold *19.9.1948; ✡18.10.1973

Weiterer Lebensweg

18.6.1935 Manfred abgemeldet von Atteln nach Altenbeken

Später Umzug nach Mühlheim/Main, Offenbach

Novemberpogrom

10.11.1938 Vater verhaftet; in Büren wird die Synagoge durch Brandstiftung zerstört

12.11.1938 Vater eingewiesen in das KL Buchenwald

1.12.1938 Entlassung des Vaters aus dem KL Buchenwald

Hachschara in Urfeld

11.3.1939 Fanny Hochmann zur Hachschara ins Umschulungslager Urfeld auf dem Dietkirchener Hof zwischen Bonn und Köln-Wesseling, Besitzer war der mit Arthur Stern befreundete nichtjüdische Architekt Albrecht Doering aus Urfeld.

Von 1933 bis 1938/39 war der Dietkirchener Hof als Kibbuz/Beth Chaluz ein Zentrum der Vorbereitung auf die Alija nach Palästina für ca 60 Jugendliche über 18 Jahren.  Das Zentrum des Hechaluz hieß auch Kibbuz Bamaaleh („Bamaaleh“=im Aufstieg), finanziert von dem jüdischen Textilfabrikanten und Architekten Arthur Stern – zu Beginn noch gemeinsam mit der Reichsregierung! Die landwirtschaftliche Ausbildung erfolgte auf Urfelder Bauernhöfen.

Anfang 1938 auch mittlere Hachschara für 15–17-Jährige Chaluzim.

28.10.1938 Herbert Taub verhaftet in Urfeld in der ersten Polenaktion, zusammen mit neun weiteren Chaluzim u.a. Susi Schmerler, Leo Geffner und Josef Kleinmann sowie Muchi, Max, Oskar und Ida (nicht identifiziert). Susi Schmerler notierte in ihrem Tagebuch:

„Es sind ungefähr 25 Chaluzim, die alle schon in Deutschland auf Hachschara waren und jetzt zur Auslands-Hachschara oder Alija gehen sollten.“

„Doch da kam man uns mitten in unseren (Alija-) Plänen dazwischen. Eines Tages kamen mehrere Polizisten ins Beth Chaluz und brachten 10 Ausweisungsbefehle. Wir rechneten alle damit, dass uns noch 2-3 Monate Zeit bleiben würde. Doch nein! Es sollte heute noch sein! Wir telefonierten mit dem Flugplatz, wann das nächste Flugzeug nach London ging, doch die Polizei stand daneben und forderte von uns, dass wir sofort mitkommen müssten. Nicht einmal unsere Sachen durften wir mitnehmen.“

Novemberpogrom in Urfeld

10.11.1938 im Novemberpogrom verprügelten vier besoffene bewaffnete Nazis die Chaluzim und zerstörten das Inventar. Der nichtjüdische Hausbesitzer Doering vertrieb die Eindringlinge mit seinen Söhnen, bewaffnet mit Jagdwaffen; nachts versteckte er die Chaluzim in seinem Keller.

11.3.1939 Fanny Hochmann zur Hachschara nach Urfeld

1939 Manfred Reinold zur Hachschara nach Urfeld, vermutlich zusammen mit seinem Bruder Erich

Auflösung in Urfeld

September 1939 Wegen der anstehenden Auflösung des Lagers Urfeld gehen Fanny Hochmann mit Manfred Reinhold und anderen Chaluzim aus Urfeld zur Einzelhachschara in die Niederlande

15.10. 1939 nach Auflösung des Lagers Urfeld wechseln 5 Chawerim direkt nach Paderborn: Heinz Becker, Karl-Heinz Goldstein, Emil Heilbronn, Hans Peter ScheierHans Werner Rabinowitz. Bis zum Schluss war Benny Paul Stein Madrich in Urfeld. Manfred Wolf und vermutlich auch Erich Reinhold folgt Benny Stein nach Schniebinchen, der dort bis Juli 1940 Leiter ist.

Einzelhachschara in den Niederlanden

September 1939 Manfred und Fanny Hochmann aus Urfeld zur Einzelhachschara in die Niederlande

1942 Heirat von Manfred Reinhold mit Fanny Hochmann

1942 Geburt von Sohn Denny

1939 Bruder Manfred zur Hachschara nach Urfeld

September 1939 Bruder Manfred mit Fanny Hochmann aus Urfeld  zur Einzelhachschara in die Niederlande

Onderduiker

Nach Einsetzen der ersten Massendeportationen aus Westerbork nach Auschwitz gehen Manfred und Fanny Hochmann 1943-1945 als onderduiker im Versteck in einer stillgelegten Fabrik in Terwolde; der acht Monate alte Sohn Denny kommt bei niederländischen Pflegeeltern unter

Bruder Erich Reinhold

5.12.1939 Erich Reinhold in Schniebinchen bei Sorau

4.4.1940 Einreise nach Haifa auf der SS MARCO POLO mit Studentenzertifikat der Jugendalija der Kategorie B(III)

27.8.1942 Eintritt in die Palestinian Company der Royal Army

12.4.1945 Cousin Paul Blumenfeld als Unterstützer/Bürge für den Fahrer der Royal Army Erich Reinhold (*8.4.1923 in Husen) bei dessen Einbürgerung in Palästina

Bielefeld – Riga

November 1941 Deportationsbefehl der Gestapo für die Eltern und Bruder Norbert

11.12.1941 Verbringung der Deportierten in den großen Saal des Kyffhäuser

13.12.1941 Beide Eltern und Bruder Norbert sowie Tante Berta Blumenfeld auf dem Transport ab Bielefeld nach Riga

16.1.1941 Ankunft Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga; Unterbringung in der Bielefelder Straße, Bielefelder Haus

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6.8.-9.8.1944 1. Großer Transport mit der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

28.9.-1.10.1944 3155 Häftlinge aus Riga Kaiserwald, 300 von der Lenta auf dem Frachtschiff „Kanonier“ von Riga->Danzig

Manfred

1943-1945 als onderduiker im Versteck in einer stillgelegten Fabrik in Terwolde; der acht Monate alte Sohn Denny kommt bei niederländischen Pflegeeltern unter

Nachkriegszeit

1945 Manfred und Fanny Reinhold auf der „Eindhovenlijst“ der Überlebenden

1947 Manfred und Fanny Reinhold noch in Terwolde

1947 Alija Beth nach Palästina

1948 sie holen Sohn Denny von den Pflegeeltern ab

19.9.1948 Geburt von Sohn Joram

18.10. 1973 Sohn Joram im Sinai- oder Yom-Kippur-Krieg gefallen

1945 Manfred und Fanny Reinhold auf der „Eindhovenlijst“ der Überlebenden

1947 noch in Terwolde

1947 Alija Beth nach Palästina

Gedenken

Pages of Testimony für seinen Bruder Norbert, und seine Eltern Siegmund und Ella Reinhold  von Uri Reinhold

Grabstein für

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1190458

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1006843

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1006833

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de1006422

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT411213_Bielefeld13.jpg

https://collections.arolsen-archives.org/de/search/topic/1-1-5-1_8012500074?s=8012500074

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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