Levy Ernst

Ernst Levy

*7.1.1904 in Regensburg; ✡ unbekannt

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Albert Levy *30.8.1861 in Leobschütz; ✡ 21.10.1942 in Theresienstadt

Mutter Gertrud Goldberger *25.12.1863 in Leobschütz; ✡ 1.1.1943 in Theresienstadt

Geschwister Fanny Levy *1890; oo Cowie

Adressen Regensburg, Spiegelgasse 4

Beruf „Bonbonkocher“

Heirat

Kinder –

Weiterer Lebensweg

10.11.1938 Ernst Levy verhaftet mit etwa 70 jüdischen Männern, sie wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.

Am 10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.

10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.

10.11.1938 erste Gruppe der nach Dachau verbrachten Männer

11.11.1938 wurden vier weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.

12.11.1938 fünf Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht

Die Bewohner des Beth Chaluz 15 Chaluzim, Rechtsanwalt Karl Michel und Rabbi Falk Salomon in Dachau (nach Häftlingsnummern)

Karl Michel (20131), Willy Meier (20133), Siegfried Katz (20137) Heinz Kurt Marcks (20143), Hans Kroner(20145), Heinrich Kästler (20166), Falk Salomon (20195), Berthold Berkowicz (22594), Bernhard Rosenberg (22595), Waldemar Horn ( 22596), Hans Wertheim (22597), Siegfried Berkowicz (23182), Isaak Sapierstein (23183), Rudolf Kästler (23184), Erich Schlorch (23186), Alfred Weiss (23187); ebenfalls zur Gruppe gehörte Fritz Strauß (22604)

20.11.1938 Entlassung von Ernst Levy aus dem KL Dachau

12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:

„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Ehepaar Oberdorfer und Herr Springer auf die ST. LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“

1939 Flucht von Ernst Levy nach Belgien; über seinen weiteren Weg liegen keine Daten vor

Das Altersheim Weißenburgstraße 31

Das Jüdische Altersheim war im Hause im Sommer 1938, nach anderen Angaben nach dem Novemberpogrom wiedereröffnet werde. Der Bezirksrabbiner Falk Salomon konnte das Ehepaar Else und Josef Grünhut für die Heimleitung gewinnen.

S. Wittmer schreibt: „Im Sommer 1942, kurz vor dem Regensburger Transport nach Theresienstadt, hatte die Tochter des 80-jährigen Albert Levy und seiner 78-jährigen Frau Gertrud, die 51-jährige Frau Fanny Cowie aus Berlin, ihre Eltern in der W e i ß e n b u r g s t r a ß e 31 besucht. Die Verhältnisse in diesem „Altersheim“ empfand Frau Cowie als so schrecklich, daß sie sich in ihrer Berliner Wohnung vor ihrer eigenen Verhaftung selbst den Tod gab.“

Der Alterstransport aus Würzburg und Regensburg vom 23.9.1942

Am 23.9.42 wurden mit der Verschleppung von noch einmal 681 Menschen die Deportationen älterer Juden aus Bayern vorläufig zum Abschluss gebracht. In diesem Transport wurden 562 Juden aus Mainfranken nach Theresienstadt verschickt, davon allein 491 aus Würzburg

Eltern im Sammellager Weißenburgstraße31

Für Regensburg war es der erste Alterstransport nach Theresienstadt- aus dem von der Gestapo  zum Sammellager umfunktionierten jüdischen Altersheim in der Weißenburgstraße 31 kamen 92 alte Menschen, am Standort der Regensburger Synagoge Schaeffnerstraße 2 (heute Am Brixener Hof 2) waren es 35. Die meisten waren in den Wochen zuvor aus der Region in die beiden Sammellager verbracht worden, nur 39 waren ursprünglich Heimbewohner, aus Regensburg gebürtig waren lediglich der Heimleiter Josef Grünhut  und die Schwestern Charlotte und Elise Weiss

Die 117 Juden aus Regensburg wurden dem Würzburger Transport bei einem Halt in Hof angeschlossen

23.9.1942 Gertrud und Albert Levy ab Regensburg nach Theresienstadt

21.10.1942 Tod von Albert Levy in Theresienstadt

1.1.1943 Tod von Gertrud Levy in Theresienstadt

Das Heimleiter-Ehepaar Grünhut wurde mit dem letzten Vernichtungstransport aus Theresienstadt am 28.10.1944 nach Auschwitz deportiert und dort unmittelbar nach Ankunft in den Gaskammern ermordet.

Gedenken

Quellen

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de911683

https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de912179

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10695386

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429494

https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf

https://www.heimatforschung-regensburg.de/2292/1/1425154_DTL2016.pdf

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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