Marcks Heinz

Heinz Kurt Marcks

*30.10.1918 in Zella Mehlis; ✡ 26.7.2001 in Houston

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Paul Herbert Marcks *6.12.1886 in Zella Mehlis ; ✡ 23.9.1941 in Shanghai

Mutter Hedwig Müller *15.2.1890; ✡12.8.1962

Geschwister

Lilly Marcks *12.9.1914; ✡24.9.1997; oo Arnold Lachman (1911-1996)

Schwester Marcks; oo Charles Guttman (1930-1998)

Adressen Zella Mehlis; Regensburg, Weißenburgstraße 31

Beruf

Heirat vor Oktober 1947 in Shanghai Ilse Wiszeniak *1927 in Wien

Kinder zwei

Tochter Marcks; oo Dobin

Weiterer Lebensweg

Beth Chaluz Regensburg

Heinz Kurt Marcks ins Beth Chaluz Regensburg zur Hachschara

Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.

Zu der Hechaluz-Gruppe gehörten auch Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters, der aber in Regensburg in der Spiegelgasse 4 wohnte.

Novemberpogrom in Regensburg

Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.

10.11.1938 verhaftet mit etwa 70  jüdischen Männern, sie wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.

10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.

10.11.1938 Er gehörte mit Jacob Farntrog zur ersten Gruppe der nach Dachau verbrachten Männer

11.11.1938 wurden vier weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.

12.11.1938 fünf Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht

16 Chaluzim und Rabbi Falk Salomon aus Regensburg in Dachau (nach Häftlingsnummer)

20131 Karl Michel, 20133 Willy Meier, 20143 Heinz Kurt Marcks, 20145 Hans Kroner, 20166 Heinrich Kästler, 20195 Falk Salomon, Rabbiner, 22594 Berthold Berkowicz, 22595 Bernhard Rosenberg, 22596 Waldemar Horn, 22597 Hans Wertheim, 22604 Fritz Strauß, 22606 Ernst Levy, 23182 Siegfried Berkowicz, 23183 Isaak Sapierstein, 23184 Rudolf Kästler, 23186 Erich Schlorch, 23187 Alfred Weiss

23.12.1938 Entlassung von Heinz Marcks mit den anderen Chaluzim aus dem KL Dachau

Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.

12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:

„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Ehepaar Oberdorfer und Herr Springer auf die ST LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“

Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff, der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1

Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim

Frühjahr 1939 Siegfried Berkowicz nach Schweden, Bruder Berthold nach Dänemark

Deutsche Volkszählung -Minderheitenzählung

17.5.1939 noch im Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 registriert die vier Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski, die am 12.8.1939 auf der SS DORA am Strand von Shefayim nahe Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht werden

Flucht nach Shanghai

1939 Heinz und Vater Paul Marcks im jüdischen Adressbuch Shanghai

23.9.1941 Tod von Vater Paul Marcks in Shanghai

vor Oktober 1947 Heirat in Shanghai mit Ilse Wiszeniak

15.-31.10.1947 Heinz und Ilse Marcks auf der USS GENERAL W H GORDON von Shanghai nach San Francisco

1.4.1950 Heinz und Ilse Marcks in Houston bei US-Census

Gedenken

Pages of Testimony

Grabstein für

Quellen

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/10702996

https://genealogyindexer.org/view/1939Shanghai/87

Passenger Lists of Vessels Arriving at San Francisco, CA, 1893-1953 (National Archives Microfilm Publication M1410, roll 393, line number 12, record id 004894246_00225_11); Digital Folder Number 004894246, Image Number 00225

https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429410

https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf

https://www.mappingthelives.org

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

https://www.myheritage.de

https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de

https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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