Bernhard (Baruch?) Rosenberg
*28.7.1904 in Höchstenbach, Hachenburg; ✡ nach 1981 in Paris
Staatsangehörigkeit deutsch
Religion jüdisch
Vater Ferdinand Rosenberg *23.9.1868 in Höchstenbach; ✡ 26.9.1942 in Treblinka
Heirat der Eltern 6.8.1900 in Neumagen
Mutter Ernestine Leib *9.12.1875 in Neumageb; ✡ 26.9.1942 in Treblinka
Großvater Baruch Rosenberg
Tante Berta Herz geb. Rosenberg *10.3.1866 in Höchstenbach; ✡ 22.9.1942 in Treblinka
Geschwister
Hedwig Rosenberg *10.9.1901 in Hachenburg; ✡ 1942 in Auschwitz; oo Jakob Bär
Hermann Rosenberg *3.1.1903 in Hachenburg; ✡ 1965 Hod Hasharon; oo Hedwig Aach
Henriette Rosenberg *12.6.1909 in Hachenburg; Trier; ✡
Ludwig Rosenberg *22.8.1910 in Hachenburg; ✡ 19.2.1941 Kielce Transport Nr 2; oo Wilma
Heinz Rosenberg *30.1.1914 in Hachenburg; ✡ 18.5.1969 in Paris; oo Edith Goldberger
Rita Rosenberg * 21.7.1917 in Hachenburg; ✡ 7.10.1988 in Victoria, Austr.; oo Walter Hedinger
Adressen Hachenburg; Regensburg, Weißenburgstraße 31
Beruf –
Heirat–
Kinder–
Weiterer Lebensweg
1908 Umzug der Familie in Hachenburg, Koblenzer Straße/Ecke Kleeberger Weg
21.6.1934 Ludwig Rosenberg ins von Frankreich verwaltete Saarland
März 1935 Ludwig Rosenberg nach Italien (Ricavo?); er war Anhänger der KPD
21.7.1936 Bruder Heinz mit Frau Hedwig nach Tel Aviv
Vater Ferdinand noch im August 1938 Gehilfe des Kultusvorstehers
10.11.1938 Eltern im Pogrom noch in Hachenburg
März 1939 Umzug der Eltern zur Tochter Hedwig Bär nach Buchen in Baden
November 1939 beide Eltern ins Jüdische Altersheim Frankfurt
Beth Chaluz Regensburg
Bernhard Rosenberg ins Beth Chaluz Regensburg zur Hachschara
Das Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 war ein Hachschara-Wohnheim des Hechaluz, auch „Praktikantenheim“ genannt. Es bestand zumindest seit 1936.
Zu der Hechaluz-Gruppe gehörten auch Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters, der aber in Regensburg in der Spiegelgasse 4 wohnte.
Novemberpogrom in Regensburg
Am 9./10.11.1938 wurde auch das Beth Chaluz Regensburg überfallen.
10.11.1938 verhaftet mit etwa 70 jüdischen Männern, sie wurden auf dem NSKK-Gelände festgehalten und mussten vormittags „Morgensport“-Übungen machen.
10.11.1938 Es folgte der „Schandmarsch durch die Regensburger Altstadt zum Bahnhof. Auf Lastwagen wurden 65 in „Schutzhaft“ genommene Juden ins Konzentrationslager Dachau, weitere aber auch in das Regensburger Gefängnis „Augustenburg“ verbracht.
10.11.1938 Bernhard Rosenberg gehörte mit Rabbi Falk Salomon und Jacob Farntrog zur ersten Gruppe der nach Dachau verbrachten Männer
11.11.1938 wurden vier weitere über 17-jährige Männer aus dem Beth Chaluz sowie Ernst Levy aus Regensburg und Fritz Strauß aus Selters in Dachau eingewiesen.
12.11.1938 fünf Chaluzim aus dem Beth Chaluz werden nach Dachau verbracht
16 Chaluzim und Rabbi Falk Salomon aus Regensburg in Dachau (nach Häftlingsnummer)
20131 Karl Michel, 20133 Willy Meier, 20143 Heinz Kurt Marcks, 20145 Hans Kroner, 20166 Heinrich Kästler, 20195 Falk Salomon, Rabbiner, 22594 Berthold Berkowicz, 22595 Bernhard Rosenberg, 22596 Waldemar Horn, 22597 Hans Wertheim, 22604 Fritz Strauß, 22606 Ernst Levy, 23182 Siegfried Berkowicz, 23183 Isaak Sapierstein, 23184 Rudolf Kästler, 23186 Erich Schlorch, 23187 Alfred Weiss

23.12.1938 Entlassung von Bernhard Rosenberg und der anderen Chaluzim aus dem KL Dachau
Einzelne Chaluzim gehen in ihre Heimatorte, andere wechseln in bestehende Hachscharastätten, so Fritz Strauß in das Lehrgut Ellguth in Schlesien.
12.4.1939 Brief von Jakob Farntrog aus Regensburg:
„Diese Woche … noch gehen Oberdorfer und Springer weg (Ehepaar Oberdorfer und Herr Springer auf die ST LOUIS). Die letzten vom Bet Chaluts anfangs kommender Woche illegal nach Erets. Die Auswanderung geht ja im großen ganzen nur langsam vonstatten“
Gemeint ist hier vermutlich der erste „Sonderhachschara“ SH 1; Chaluzim aus ganz Deutschland kamen ab Wien in einem Sammeltransport nach Jugoslawien, Einschiffung in Spalato auf einem kleinen Schiff, der SS DORA, die nach etwa 10-tägiger Fahrt unbehindert in Palästina landete; sogenannte erste Alija Beth, illegale Sonderhachschara SH1
Nach 1938 diente das Gebäude in der Weißenburgstraße 31 als jüdisches Altersheim
Frühjahr 1939 Siegfried Berkowicz nach Schweden, Bruder Berthold nach Dänemark
Deutsche Volkszählung -Minderheitenzählung
17.5.1939 noch im Beth Chaluz in Regensburg, Weißenburgstraße 31 registriert die vier Ma’apilim Erna Margules, Isaak Sapierstein, Erich Schlorch und Karel Sokolski, die am 12.8.1939 auf der SS DORA am Strand von Shefayim nahe Tel Aviv mit Booten illegal ins Land gebracht werden
Alija nach Palästina
Bernhard Rosenberg nach Palästina
Frankfurt- Theresienstadt -Treblinka
18.8.1942 beide Eltern aus dem Jüdischen Altersheim Frankfurt auf dem Transport XII/1 von Frankfurt nach Theresienstadt

23.9.1942 beide Eltern auf dem Transport B q von Theresienstadt nach Treblinka
19.9.1942 Tante Berta Herz auf dem Transport von Köln nach Treblinka
Nachkriegszeit
Bernhard Rosenberg nach Paris zu Bruder Heinz; arbeitet in dessen Eisenwarenhandel
1981 Bernhard Rosenber noch in Paris
Gedenken
27.2.2002 Pages of Testimony für die Eltern von Alex Salm
Quellen
https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de951872
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/130429410
https://collections.arolsen-archives.org/de/document/5115375
https://www.heimatforschung-regensburg.de/2485/1/1063113_DTL1773.pdf
https://www.regionalgeschichte.net/westerwald/hachenburg
https://www.mappingthelives.org
Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939
https://hachschara.juedische-geschichte-online.net/ort/12
https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=de
https://digipres.cjh.org/delivery/DeliveryManagerServlet?dps_pid=FL4311316
Staatsarchiv Israel, Einwanderungslisten