Hamburger Berthold

Berthold Salomon Hamburger

*9.8.1916 in Fürstenau; überlebt

Buchenwald – Häftlingsnummer 82483

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Heiman Hermann Hamburger *25.2.1887 in Meppen; Schlosser

Mutter Eli Berghäuser

Geschwister

Beruf Autoschlosser

Adressen Fürstenau; Hamburg; Hannover, Rampenstraße 3, Bergmannstraße 10,  Juden-Ghettohaus, Josephstraße 22

Heirat Gerda Masse *27.12.1917 in Hamburg; Tod in Riga

Tochter

Rahel Hamburger *8.1.1940; Tod in Riga

Weiterer Lebensweg

10.11.1938 verhaftet im Novemberpogrom

20.11.1938 – 10.2.1939 im KL Buchenwald „Schutzhaft

17.5.1939 in Hannover bei Deutsche Minderheiten-Volkszählung

November 1941 Ankündigung der „Umsiedlung in den Osten“

3./4.9.1941 „Aktion Lauterbacher“ Zwangsumzug ins Juden-Ghettohaus, Josephstraße 22

15.12.1941 Von Bahnhof Fischerhof in Hannover-Linden nach Riga Skirotawa

18.12.1941 Ankunft Rangierbahnhof Skirotawa, Fußmarsch ins Ghetto Riga

Juli-2. November 1943 schrittweise Auflösung des Ghettos; Einrichtung des Konzentrationslagers Riga-Kaiserwald und verschiedener Betriebslager mit lokaler Kasernierung

15. November 1943 Aufnahme KL Kaiserwald, Riga, Kasernierung im Außenlager

Sommer 1944 Auflösung des KL Kaiserwald, Riga und seiner Außenlager

Juli – September 1944 Transporte der Arbeitsfähigen aus Riga per Schiff nach Stutthof

6. – 8.8.1944 1. Großer Transport mit 6382 Juden auf der „Bremerhaven“ von Riga nach Danzig

9.8.1944 Ankunft in Stutthof

13.8.1944 Deportation mit dem Zug aus Stutthof nach Buchenwald

16.8.1944 Ankunft mit 1350 Männern aus Stutthof in Buchenwald

4 Wochen im Quarantänelager im KL Buchenwald, Unterbringung in Wehrmachtspferdeställen und Zelten im „Kleinen Lager“

18.9.1944 Eintreffen im Außenlager des KL Buchenwald an der Brüllstraße in Bochum, angegliedert der Geschossfabrik des Bochumer Verein; mit dem Zug von Buchenwald nach Bochum;

Barackenlager auf der Brüllstraße nahe dem Bochumer Verein; Zwangsarbeit in der Panzergranaten-Produktion

4.11.1944 schwerster Bombenangriff auf Bochum mit Zerstörung der gesamten Innenstadt und drei Lagerbaracken; 37 Häftlinge sofort und weitere 21 später an den Verletzungen verstorben

18.3.1945 wurden die beiden Bochumer Außenlager des Konzentrationslagers Buchenwald, das AL Bochumer Verein und das AL Eisen- und Hüttenwerke AG geräumt

18.3.1945 Auflösung des Außenlagers Brüllstraße, Rücktransport von 1361 Häftlingen nach Buchenwald

21. März 1945 Ankunft von 1326 Häftlingen im KL Buchenwald; Unterbringung im Wald in Zelten, dann Baracken im „Kleinen Lager“

6.4.1945 Himmlers Befehl zur Evakuierung von Buchenwald (47500 Häftlinge)

7.4.1945 Die SS beginnt mit der Evakuierung des Konzentrationslagers; etwa 28.000 Häftlinge des Stammlagers und mindestens 10.000 Häftlinge der Außenlager werden

auf insgesamt 60 Marschrouten – meist zu Fuß – auf die Todesmärsche getrieben, 12000 (Schätzung) kommen auf diesen Märschen um.

7.4.1945 Todeszug nach Dachau verlässt Weimar mit ca 7000 Juden

27.4.1945 Ankunft des Todeszuges in Dachau

14.6.1945 Entlassung aus dem KL Dachuau durch alliierte Kommission

1947 in Fürstenau Rampenstraße 3

Gedenken

Stolperstein für Berthold Hamburger in Fürstenau, Schwarzer Weg 7

Stolperstein für Gerda Masse in HH.-Rotherbaum, Heimhuderstraße 63

Quellen

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de926657

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de830561

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de830632

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?language=en&itemId=11515426&ind=1

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Ein Bochumer Konzentrationslager – Geschichte des Buchenwald-Außenlagers des Bochumer Vereins. Aufsätze, Fotos, Dokumente, hrsg. v. VVN-BdA (Kreisvereinigung Bochum), Bochum 2019, 112 S., ISBN: 978-3-931999-25-4

Hubert Schneider, Ungarische Juden als  Zwangsarbeiter in Bochum, in: Jan Erik Schulte (Hrsg) Konzentrationslager in Rheinland und Westfalen 1933-1945, Paderborn 2004

Rolf Abrahamsohn, Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist? Klartext, 2010

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Wolfgang Scheffler, Diana Schulle, Buch der Erinnerung, Die ins Baltikum deportierten Juden 2011

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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