Philipp Erna

Erna Philipp

* 15.6.1898 in Bochum ; + Juni 1989 in Camden, England

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Heymann Philipp *7.1.1860; +14.7.1924 in Bochum, jüd. Friedhof

Mutter Rosalie Leeser *30.11.1859; + 29.2.1936 in Bochum, jüd. Friedhof

Geschwister

David Philipp *1.6.1888 in Bochum; +16.8.1934 in Bochum, jüd. Friedhof

Julie Philipp *15.1.1890 in Bochum; +12.7.1893 in Bochum, jüd. Friedhof

Louis Eliezer Philipp *11.3.1891 in Bochum o. Wanne; ooErna Schartenberg +1945 in Minsk

Hedwig Philipp *18.2.1894 in Bochum: +27.6.1894 in Bochum, jüd. Friedhof

Alfred Aharon Philipp *24.2.1904 in Bochum; Rabbi in Wuppertal; oo Luisa Weinmann*1902; oo Hilda Weinmann *1907; +17.7.1990  in Jerusalem

Beruf Gemeindehelferin in Bochum

Adressen Bochum, Wilhelmstraße 16

Heirat

Kinder

Weiterer Lebensweg

Erna Philipp war die Geschäftsführerin der Jüdischen Wanderfürsorgestelle Rheinland-Westfalen mit Sitz in Bochum für die Region von Duisburg bis Bielefeld; zuständig auch für die in Gefängnissen einsitzenden Juden, zumeist wegen „Rassenschande“ Verurteilten

 Gemeindesekretärin der Synagogengemeinde Bochum;

November 1938 führt nach Festnahme aller jüdischen Funktionsträger aus Bochum die Geschäfte der Gemeinde bis zu deren Freilassung, für die sie sich einsetzt

1938/39  organisiert die elf Kindertransporte aus Bochum, gemeinsam mit Else Hirsch, Lehrerin der jüdischen Schule und begleitet zehn Kindertransporte,

14.12.1938 Neffe Günter Philipp mit Kindertransport Berlin-Bielefeld-Hoek v. Holland-Harwich, Günter wird auf Drängen seiner Tante Erna Philipp auf die Transportliste gesetzt

17.5.1939 in Bochum bei Minderheiten-Volkszählung

24.8.1939 den elften, letzten Kindertransport kurz vor Kriegsausbruch nutzt sie selbst zur Emigration nach England

Erinnerungsbericht Erna Philipp aus dem Jahr 1955, Wiener Library in London

Erna Philipp schildert die Kindertransporte:

Sie berichtet auch über die Flucht ihres Cousins aus Bochum nach England,

Siegfried Cletsoway, seine Mutter ist Jeanette Leeser, Erna‘s Tante,

der am 24.11.auf der SS STATENDAM mit seiner Frau Frieda Kaufmann von Rotterdam nach New York flüchten kann.

Cousin Erich Cletsoway aus Bochum war bereits am 16.1.1912, Ludwig Cletsoway am 4.10.1933 nach New York emigriert.

1959 als Zeugin befragt, bei der „Wiedergutmachung Jakob Wolff“ betrieben von Sohn Max Wolff aus Bochum

+ 22.6.1989 in Camden, England

Gedenken –

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

www.testifyingtothetruth.co.uk/viewer/object/104856/1/

England & Wales Todesfälle, GRO Verzeichnisse, 1969 – 2007

Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010

Hubert Schneider, Leben nach dem Überleben; LIT-Verlag 2014

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

http://www.kindertransporte-nrw.eu/kindertransporte_kinder_6.html

Passenger and Crew Lists of Vessels Arriving at New York, New York, 1897-1957 (National Archives Microfilm Publication T715, roll 6424); Records of the Immigration and Naturalization Service, Record Group 85

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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