Baum Werner

Werner Baum

*5.2.1920 in Köln; Tod in Raasiku

Staatsangehörigkeit deutsch

Religion jüdisch

Vater Josef Baum *29.4.1889 in Gelsenkirchen; +1942 in Riga- Strasdenhof

Mutter Käthe Jonassohn *18.5.1892 in Gelsenkirchen; + in Riga

Geschwister

Ernst Baum *17.3.1924 in Köln; Riga; Tröglitz; +1945 auf dem Todesmarsch

Günther Baum *5.9.1928; Ghetto Kauen nach 9. August 1944 Stutthof

Beruf Arbeiter

Adressen Köln, Neumarkt 41

Heirat 18.1.1942 in Paderborn Bianca Nebel *26.6.1915 in Gleiwitz; Tod in Raasiku

Kinder

Weiterer Lebensweg

17.6.1941 aus dem Hachschara- Landwerk Ellguth ins Umschulungs- und Einsatzlager Paderborn, Grüner Weg

8.7.1941 Bianca Nebel aus dem Hachscharalager Ellguth nach Paderborn, Grüner Weg

7.12.1941 Deportation der Eltern und Brüder von Köln nach Riga

Bericht Rolf Abrahamsohn:

Die erste Bekannte von uns, die erschossen wurde, war Frau Baum aus Köln. Ihr Mann ist sofort weggekommen nach Salaspils, da sollte ein neues Arbeitslager gebaut werden von 150 Leuten. Da war ich nur drei Tage, dann bin ich zum Torfstechen gekommen. Frau Baum hatte drei Kinder. Auf der Arbeitsstelle hat sie von einem Soldaten ein Kochgeschirr mit einer Suppe bekommen. Das Kochgeschirr, das er ihr gegeben hat, war zwar kaputt, aber die Suppe war noch da. Frau Baum, eine richtige Dame, hatte einen Sack um das Bein gebunden, damit sie nicht ausrutschte. Als wir abends ins Ghetto zurückkehrten, wurde diese Frau untersucht. Man fand die Suppe, und der Kommandant Krause wollte sie zum Erschießen auf den Friedhof bringen. DA kamen ihre drei Kinder hergelaufen und wollten die Mutter retten. Er hat sich nur umgedreht und die Frau erschossen, hat die Frau liegen lassen und ist dann mit einer Zigarette im Mund weggegangen, als ob nichts gewesen wäre. Die Kinder haben dann ihre Mutter auf der Straße wiedergefunden.“

1942 Vater Josef ist Stellvertreter des Ghetto-Arbeitsamtleiters Herbert Schultz aus Köln

18.1.1942 Heirat in Paderborn mit Bianca Nebel

9.3.1942 Ehepaar Baum wechselt ins Gut Scaby, Spreenhagen

Zwangsarbeit im jüdischen Arbeitsheim Radinkendorf

26.9.1942 Ehepaar Baum von Berlin nach Raasiku und 812 Berliner Juden und Jüdinnen mit dem sogenannten 20. Osttransport (Welle 32) deportiert. Am Güterbahnhof Moabit wurde ein Zug aus Frankfurt/Main mit weiteren 237 Häftlingen angekoppelt. Das Ziel der Deportation war Raasiku in Estland. Nach Ankunft in Raasiku kam ein Teil der Deportierten in das Lager Jägala, ein weiterer kleiner Teil in ein Arbeitslager in der Nähe von Riga, die übrigen Häftlinge wurden in einem unweit entfernten Waldgebiet (Kalevi-Liiva) direkt nach der Ankunft erschossen.

Gedenken

5.4.1990 Page of Testimony von Alfred Ohnhaus, Chawer aus Paderborn

15.5.1989 Pages of Testimony für Käthe und Werner Baum von Cousin Kurt Jonassohn, Montreal

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Margit Naarmann, Ein Auge gen Zion, Paderborn, 2000; ISBN3-89498-087-7

Rolf Abrahamsohn, Was machen wir, wenn der Krieg zu Ende ist? Klartext, 2010

Siegfried Ransch: Jüdisches Arbeitsheim Radinkendorf (1940 bis 1943). Nora Verlagsgemeinschaft Dyck & Westerheide, Berlin 2010

https://museenkoeln.de/ns-dokumentationszentrum/default.aspx?sfrom=1214&s=2460&id=746&buchstabe=B

https://collections.arolsen-archives.org/en/search/person/11221991?s=Baum%20Werner%201920&t=2575175&p=3

https://www.statistik-des-holocaust.de/OT20-42.jpg

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert