Menzel Margot

Margot Menzel

*1.2.1925 in Bochum; Überlebende;

Staatsangehörigkeit deutsch

Vater Wilhelm Johann Menzel *25.5.1895 in Großgrieben; evangelischer Christ; Lokomotivführer; +19.1.1973 in Bochum

Mutter Johanna Goldenberg *24.2.1895 in Mülheim-Dümpten; + 11.7.1971 in Bochum

Großvater

Josef Goldenberg*11.7.1869 in Oberhausen, Kreis Mülheim; ✡nach April 1942, Zamosc

Großmutter

Julie Goldenberg geb. Herrmann *20.9.1867; ✡21.11.1938 in Bochum

Geschwister

Ruth Menzel *13.6.1918; oo Erwin Salomon (*15.8.1909 in Bochum); + in Auschwitz

Karl-Heinz- Menzel * 23.9.1922 in Bochum; + 4.7.2006 in Bochum

Siegfried Menzel *13.12.1927 in Bochum; +16.3.1929

Beruf

Adressen Bochum, Maxstraße 12; gibt als Adresse an: M. Goldenberg, Amsterdam. Barmstraat 52

Heirat 1947 in Bochum Ernst Frankenthal;

Tochter

Ruth Frankenthal-Senckel (*1948-22.12.2020), Vorsitzende der Christlich-jüdischen Gesellschaft Münster

Weiterer Lebensweg

9.11.1938 Bruder Karl-Heinz verhaftet im Pogrom im Polizeipräsidium mit dem Großvater Josef Goldenberg

21.11.1938 Tod der Großmutter Julie Goldenberg geb. Herrmann (*20.9.1867)

4.1.1939 Bruder Karl-Heinz Kindertransport Bochum über Bielefeld, Rheine, Amsterdam

5.1.1939 Bruder Karl-Heinz Dommelhuis bei Eindhoven, Jonckbloetlaan

17.5.1939 mit Eltern und Schwester Ruth in Bochum bei Minderheiten-Volkszählung

16.9.1939 Bruder Karl-Heinz Werkdorp Wieringen Nieuwesluizerweg 42, Slootdorp (Wieringen)

20.3.1941 Auflösung des Werkdorp durch den SD nach einem Brand; 210 der 290 Lehrlinge werden nach Amsterdam verbracht und in Familien untergebracht; Gerd Vollmann berichtet darüber:

„Am 20. März kamen morgens blaue Busse von der Amsterdamer Gemeindebahn am Rande des Polders. … Die ca. 300 Werkdörfler wurden inspiziert durch Lages in Uniform (Willy Lages, SS-Sturmbannführer, Leiter des Sicherheitsdienstes in Amsterdam) und Barbie in Zivil (Klaus Barbie, SS-Obersturmführer, Zentralstelle für jüdische Auswanderung in Amsterdam). Unser Betriebsleiter Kemmerlin sorgte dafür, dass ca. 60 Jungen und Mädels bleiben durften, um das Vieh usw. zu versorgen. Die anderen kriegten 10 Minuten die Gelegenheit, um etwas zu packen und dann wurden wir mit Bussen nach Amsterdam gebracht…“

Karl-Heinz Menzel kommt in die Familie Rosenstein, Amsterdam, Hunzestr. 6

14.5.1941 Eine Explosion im Marine-Offiziersclub Amsterdam ist Anlass für Verhaftungswelle

11.6.1941 SS-Obersturmführer Barbie erschleicht sich durch Täuschung des Judenrats die Adresslisten der „Werkdorper“

11.6.1941 „Vergeltungsmaßnahme“ 300 Jugendliche, davon 61 „Werkdorper“ in Schoorl inhaftiert,

4 werden freigelassen, 57 in das KL Mauthausen deportiert, keiner überlebt das Jahr 1941

20.6.1941 Bruder Karl-Heinz aus dem Lager in Schoorl entlassen; kann verhindern, dass in seinen Pass das „J“ eingestempelt wird, weil er nachweisen kann, dass sein Vater kein Jude ist

Sommer 1944 Bruder Karl-Heinz schlägt e sich als Illegaler nach Bochum durch

August 1944 Bruder Karl-Heinz nach Ankunft in Bochum zur Zwangsarbeit beim Bochumer Verein

29.9.1944 in der „Mischlingsaktion“ werden die Schwestern Johanna Menzel mit Tochter Margot und Helene Backhaus mit Tochter Doris mit insgesamt 58 noch in Bochum verbliebenen verhaftet. Sie verbringen die Nacht in der Schule in der Bleichstraße.

30.9.1944 deportiert nach Kassel, dort zunächst im Gefängnis

10.11.1944 in das Arbeitslager der Firma Spinnfaser AG nach Kassel-Bettenhausen verlegt; Vater Wilhelm ins Arbeitslager in Hünfeld (Hessen)

Tod von Siegmund Goldenberg am 5.3.1945 in Theresienstadt

Helene Goldenberg -Backhaus und Tochter Doris

5.4.1945 Befreiung Johanna Menzel mit Tochter Margot und Helene Backhaus mit Tochter Doris durch US Truppen in Kassel

14.10. 1947 erste Heirat in der jüdischen Gemeinde nach dem 2. WK im Alten Amtshaus in Bochum mit Ernst Frankenthal, Auschwitz-Überlebender

Gedenken

Grabstein für Wilhelm und Johanna Menzel jüdischer Friedhof Bochum, Grabstelle X73/74

4.11.2004 Stolperstein für Schwester Ruth Salomon, Maxstraße 13 in Bochum

14.10.2020 Stolperstein für Karl-Heinz Menzel, Maxstraße 13 in Bochum

Quellen

Deutsche Minderheiten-Volkszählung 1939

Manfred Keller, Gedenkrede für Karl-Heinz Menzel, gehalten bei der Trauerfeier am 10.7.2006 auf dem jüdischen Friedhof, Wasserstraße, Bochum

Manfred Keller, Dankrede bei Verleihung der Dr. Ruer-Medaille, in „Erinnern für die Zukunft“, Bochum, 2016

https://www.stadtakademie.de/fileadmin/speciality_distribution/public/images/stelen/Stele_8_Nordbahnhof_2.pdf

https://www.werkdorpwieringermeer.nl/

Hubert Schneider, Die Entjudung des Wohnraums: Judenhäuser in Bochum; Münster, 2010

Gedenkbuch der Opfer der Shoa aus Bochum und Wattenscheid, 2000

https://www.bochum.de/C125830C0042AB74/vwContentByKey/W287J9BG321BOLDDE/$FILE/002_Salomon_Ruth.pdf

https://archief.amsterdam/indexen/persons?ss=%7B%22q%22:%22Menzel%201922%22%7D

https://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de957564

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_id=&s_lastName=Menzel&s_firstName=Ruth&s_place=Bochum&s_dateOfBirth=&cluster=true

Manfred Keller, Spuren im Stein, ein Bochumer Friedhof als Spiegel jüdischer Geschichte, 1997

Veröffentlicht von Franz-Josef Wittstamm

Geboren 31. Mai 1951 in Recklinghausen Gymnasium Petrinum 1961 bis Abitur1970 Studium der Humanmedizin in Bochum Approbation 1981 Promotion1982 Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Intensivmedizin Im Ruhestand seit 2016

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